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Verletzter Nakagami kickt Dovizioso aus Q2 und schlägt dort Rossi

Fünf Tage nach Assen-Crash mit Valentino Rossi schafft es Takaaki Nakagami mit Verletzung Andrea Dovizioso aus Q2 zu verdrängen und dort Rossi in Schach zu halten

LCR-Honda-Pilot Takaaki Nakagami war die Überraschung im positiven Sinne beim Qualifying zum Motorrad-Grand-Prix von Deutschland auf dem Sachsenring. Dem Japaner gelang es in Q1 auf seiner letzten Runde, den Ducati-Werkspiloten Andrea Dovizioso am Q2-Einzug zu hindern. Statt des zweimaligen MotoGP-Vizechampions aus Italien war es der Japaner auf seiner Vorjahres-Honda und noch dazu mit verletztem linken Knöchel, der in letzter Sekunde ins Q2 einzog.

In eben diesem zweiten Qualifying-Segment ließ der angeschlagene Nakagami dann ausgerechnet MotoGP-Superstar Valentino Rossi (Yamaha) hinter sich. Er hat sich unter starken Schmerzen für den zehnten Startplatz qualifiziert. Rossi startet nur von P11 vor dem in Q2 heftig gestürzten Ducati-Werkspiloten Danilo Petrucci.

Die Knöchelverletzung hatte sich Nakagami vor fünf Tagen in Assen ausgerechnet beim Crash mit Rossi zugezogen. In der fünften Rennrunde der Dutch TT hatte sich "The Doctor" beim Anbremsen von Kurve 8 vertan und Nakagami bei hohem Tempo abgeräumt. Während Rossi unverletzt blieb, wurde beim Japaner eine Bänderzerrung diagnostiziert.

Die Verletzung behindert Nakagami am Sachsenring-Wochenende dahingehend nachhaltig, dass er nur mit Krücken laufen kann. Auf dem Motorrad aber hat er am Samstag wahre Wunderdinge vollbracht. "Das hatte, denke ich, niemand erwartet - selbst in unserem Team nicht", sagt Nakagami, der schon bei seiner Rückkehr in die Box nach Q1 mit Applaus seitens seiner Crew empfangen wurde.

 

"Ich habe es geschafft, mir meine beste Runde bis zum Schluss aufzuheben. Für das Team ist das fantastisch. Ich bin sehr froh, dass wir unser Potenzial selbst unter diesen Umständen zeigen können", so der LCR-Honda-Pilot und weiter: "Im dritten Freien Training fühlte ich mich richtig schlecht und es wurde sogar noch schlimmer. Die Beweglichkeit ist okay, aber das Problem ist, dass ich keinen Druck auf den Boden oder die Fußraste ausüben kann. Selbst wenn der Fuß auf der Raste aufliegt, sind die Schmerzen extrem."

Takaaki Nakagami

Dass Nakagami das Rennen überstehen kann, glaubt er aktuell nicht

Foto: LAT

Dass Nakagami das Rennen am Sonntag über eine Distanz von 30 Sachsenring-Runden durchstehen kann, glaubt er nicht: "So, wie es mir momentan geht, sind vielleicht zehn Runden drin, mehr nicht. Anschließend kann ich das Bike einfach nicht mehr halten. Die Schmerzen sind unglaublich und ich habe in jeder Kurve das Gefühl, dass mir der Knochen bricht."

"Ich werde daher mit den Ärzten der Clinica Mobile sprechen. Momentan ist die Situation jedenfalls ein Desaster. Ich werde aber natürlich auch am letzten Tag vor der Sommerpause versuchen, mein Bestes zu geben", so Nakagami nach seinem heldenhaften Qualifying am Samstag.

Mit Bildmaterial von LAT.

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