Verpasste MotoGP-Chance bei KTM: Remy Gardner bereut Entscheidung

Remy Gardner befand sich in der engeren Auswahl für einen MotoGP-Aufstieg zu KTM und blieb in der Moto2 - Heute würde sich der Australier anders entscheiden

Verpasste MotoGP-Chance bei KTM: Remy Gardner bereut Entscheidung

KTM sitzt personell mittlerweile fest im Sattel. Auch für 2021 ist man mit Brad Binder und Miguel Oliveira im Werksteam sowie Iker Lecuona und Danilo Petrucci bei Tech 3 fix aufgestellt. Doch das war nicht immer so. Nach der Trennung von Johann Zarco während der laufenden Saison 2019 entstand ein Vakuum, das es zu füllen galt.

Damals stand auch Moto2-Pilot Remy Gardner bei KTM auf der Liste. Doch der Australier sah seinerseits größeres Entwicklungspotenzial in einer weiteren Saison in der mittleren Klasse. Heute gibt er zu: "Wenn ich es mir jetzt anschaue, hätte ich natürlich gesagt 'Schlag zu', vor allem angesichts der Tatsache, wie die KTMs jetzt laufen."

Im Gespräch mit 'Fox Sports' räumt er zwar ein, es aus heutiger Sicht "ein bisschen bedauerlich" zu finden, sagt aber auch: "Man kann nicht sein ganzes Leben darauf sitzen bleiben und sagen 'Oh, das hätte ich tun sollen' - man muss weitermachen und das Beste aus der Situation machen." Und die ist im Onexox TKKR SAG Team nicht so leicht.

Gardner: "Mir egal, ob ein 2019er-Aufkleber draufsteht"

Wegen finanzieller Schwierigkeiten pilotiert Gardner ein älteres Kalex-Modell des Jahrgangs 2019. Wie 'Fox Sports' schreibt, ist die Maschine Schätzungen zufolge 0,7 Sekunden pro Runde langsamer als die besten Motorräder in der Startaufstellung. Dennoch gelang es Gardner, in Spielberg zuletzt als Dritter das Podest zu erreichen.

Ob er in absehbarer Zeit mit einem aufgerüsteten Motorrad belohnt wird, ist unklar. "Im Moment haben wir noch nicht wirklich darüber gesprochen, aber laut Kalex gibt es keinen allzu großen Unterschied zwischen dem Chassis des vergangenen Jahres und dem diesjährigen Chassis", erklärt der 22-jährige Moto2-Pilot.

Remy Gardner

Auch ohne aktuellstes Material schlägt sich Gardner in dieser Saison wacker

Foto: Motorsport Images

"Es gibt einen kleinen Steifigkeitsunterschied im hinteren Bereich des Rahmens - man sagt, er gibt etwas mehr Grip - aber für mich ist das kein Problem, solange wir vorne sind, ist es mir egal, ob ein 2019-Aufkleber draufsteht... Ich tue einfach das Maximum mit den Werkzeugen, die ich habe, es hat keinen Sinn, deswegen zu weinen..."

MotoGP-Chance muss warten: Noch ein Jahr Moto2?

Auch was den Aufstieg in die MotoGP angeht, muss Gardner geduldig bleiben. Der verspätete Start in die Saison, bedingt durch Corona, und der Mangel an Rennen haben die "Silly Season" beeinflusst, sodass die Teams weniger geneigt sind, über die bereits im MotoGP-Feld startenden Teams und Fahrer hinauszublicken.

"Der Plan war, gute Ergebnisse zu erzielen und den GP-Jungs zu zeigen, was ich kann, um dann hoffentlich in die engere Auswahl zu kommen", verrät Gardner. "Es sind nicht mehr viele Plätze im GP-Paddock übrig und es gibt immer noch einige wichtige Jungs, die Plätze brauchen, also könnte es für nächstes Jahr etwas schwierig werden."

"Aber für die Moto2 sieht es ziemlich positiv aus", ergänzt der Australier. "Es gibt ernsthaftes Interesse von einigen anständigen Teams, also werden wir sehen." Wann und ob Gardner in die Fußstapfen seines Vaters Wayne Gardner treten wird, der 1987 den Titel in der Königsklasse holte, bleibt also weiter abzuwarten.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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