Viele Innovationen, aber keine gute Basis: Hat sich Ducati verzettelt?

Die Ducati Desmosedici war bei vielen Technologien Vorreiter, doch in der MotoGP-Saison 2020 setzte sich mit der Suzuki GSX-RR das konservativste Motorrad durch

Viele Innovationen, aber keine gute Basis: Hat sich Ducati verzettelt?
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Betrachtet man die vergangenen Jahrgänge der Ducati Desmosedici, dann lässt sich gut beobachten, wie Jahr für Jahr neue Technologien implementiert wurden. Die Konkurrenz kopierte Ducatis Innovationen meist früher oder später.

Ducati-Kritiker aber behaupten, dass die Ingenieure in Bologna mit der Zeit die wesentlichen Eigenschaften der Desmosedici vernachlässigt haben. Ducati-Corse-Chef Luigi Dall'Igna lieferte im Rahmen der Präsentation für die Saison 2021 eine klare Antwort darauf.

"Man benötigt eine gute Basis, doch man muss innovative Ideen hinzufügen, die dabei helfen, konkurrenzfähiger zu sein", ist Dall'Igna überzeugt. "Man benötigt ein gutes Motorrad, um gewinnen zu können. Und Suzuki hat offensichtlich ein gutes Motorrad."

Andrea Dovizioso, Alex Rins

Ducati vs. Suzuki: Innovationen vs. konservative Herangehensweise

Foto: Motorsport Images

"Sie verfolgen eine komplett andere Herangehensweise als wir", kommentiert der clevere Ducati-Stratege den eher konservativen Ansatz der MotoGP-Weltmeister von 2020. "Ich bin überzeugt, dass man einen Kompromiss aus beiden Herangehensweisen benötigt", bemerkt Dall'Igna.

"Man sollte ein Motorrad mit einer guten Basis haben. Doch man sollte auch an innovativen Lösungen arbeiten, die unter bestimmten Voraussetzungen einen Vorteil bringen. Es ist kein Zufall, dass Suzuki einer der Hersteller war, die Lösungen übernommen haben, die von Ducati eingeführt wurden. Es ist ja nicht so, als ob Suzuki keine aerodynamischen Anbauteile oder eine Startvorrichtung hat", verteidigt Dall'Igna den Kurs von Ducati.

Die Ducati-Piloten kritisierten über die Jahre immer wieder das Kurvenverhalten der Desmosedici. Doch Dall'Igna will diese Kommentare nicht überbewerten: "Ein Motorrad kann nie gut genug einlenken, genau so wie es nie gut genug verzögern kann."

"Man muss an allen Bereichen arbeiten, um die Messlatte so hoch wie möglich zu legen. Das ist das Ziel der Ingenieure. Und es sollte auch das Ziel der Fahrer sein. Sie sollten versuchen, alle Puzzleteile so zusammenzubringen und die Schwächen unserer Maschine auszugleichen", stellt der Ducati-Rennleiter klar.

Mit Bildmaterial von Ducati.

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