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Vinales-Ersatz Pol Espargaro: "Ich war in seiner Situation"

Maverick Vinales muss wegen eines neu entdeckten Risses im Infraspinatus pausieren - Pol Espargaro kehrt als Ersatzfahrer zu Tech3-KTM zurück

Vinales-Ersatz Pol Espargaro: "Ich war in seiner Situation"

Pol Espargaro springt in Silverstone für Maverick Vinales ein

Foto: Gold Gold

Maverick Vinales wird beim MotoGP-Wochenende in Silverstone (Großbritannien) fehlen. KTM hat Testfahrer Pol Espargaro als Ersatz nominiert. In der Pressemitteilung ist vorerst nur von diesem Rennwochenende die Rede.

"Das ist natürlich nicht die Nachricht, die wir nach der Sommerpause verkünden wollten", wird Tech3-Teammanager Nicolas Goyon zitiert. "Das ganze Team ist sehr traurig für Maverick, aber Pol ist schon lange Teil der Tech3-Familie."

"Er ist unter diesen Umständen sicherlich der richtige Ersatzfahrer. Wir wünschen Maverick eine schnelle Genesung und hoffen, ihn beim nächsten Rennen in Aragon wieder auf dem Motorrad zu sehen."

Auch Vinales wird in dieser Pressemitteilung zitiert, die KTM und Tech3 herausgegeben haben. In der Vorwoche ließ er sich im Red Bull Athlete Performance Centre untersuchen, um zu klären, warum seine linke Schulter so langsam verheilt.

"Während der Sommerpause haben wir weiter nach dem Grund gesucht, warum ich die Kraft bei der Außenrotation in meinem linken Arm nicht zurückbekam, während sich die Innenrotation in den vergangenen Monaten deutlich verbessert hatte."

"Weitere medizinische Untersuchungen haben gezeigt, dass mein Supraspinatus zwar vollständig verheilt ist, ich aber auch einen kleinen Riss im Infraspinatus habe, den wir erst letzte Woche festgestellt haben."

"Wir arbeiten jetzt am bestmöglichen Genesungsplan. Es sind keine guten Nachrichten, da jetzt der zweite Teil der Saison beginnt. Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird, aber ich werde, wie immer, alles in diese Genesung stecken."

Espargaro kann die Situation von Vinales nachvollziehen

Für Espargaro ist Silverstone der erste Renneinsatz in der MotoGP-Saison 2026. Er kennt es aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, nach Verletzungen wieder auf ein Topniveau zurückzukommen.

Beim Saisonauftakt 2023 in Portimao war Espargaro schwer gestürzt und musste bis zum Sommer pausieren. In der zweiten Saisonhälfte tat er sich schwer, fit zu werden und wieder seine Performance zu finden.

"Ich war in seiner Position, und ich bin damals zurückgekehrt, um zu fahren, obwohl ich wusste, dass ich nicht bei hundert Prozent war", sagt Espargaro. "Ich habe in der Vergangenheit genau dasselbe erlebt, was ihm passiert ist."

"Ich bin zurückgekommen, obwohl mein Körper super schwach war. Ich habe versucht, Leistung zu bringen, aber ich wusste, dass ich keine Leistung brachte. Nichts war gut, aber ich habe es versucht."

"Fahrer versuchen also immer, ihr Bestes zu geben, und ich glaube, Maverick versucht es wirklich." Espargaro bestätigte am Donnerstag in Silverstone außerdem, dass er mit Vinales Kontakt hatte und mit ihm gesprochen hat.

"Wenn man sich in diesem Sport verletzt, ist es knifflig, weil es nicht wie ein Mannschaftssport, zum Beispiel Fußball, ist, wo man, wenn man keine Leistung bringt, Mitspieler hat, die die eigene Position übernehmen können."

"Man hat mehr Zeit, um sich zu erholen, und man steht nicht so unter Druck wie hier", vergleicht Espargaro die Situation mit dem Mannschaftssport. Bereits im Frühling legte Vinales eine Pause ein, um sich an der Schulter operieren zu lassen.

Seit seinem Comeback in Barcelona war ein elfter Platz sein bestes Ergebnis. Ansonsten stehen zwei 15. Plätze und ein 13. Platz in der Statistik. Zu wenig, um einen Vertrag für 2027 zu erhalten.

Espargaro kann aber nachvollziehen, dass Vinales fahren wollte: "Ich meine, das ist eine knifflige Geschichte, denn wenn man nicht fährt, sieht einen niemand und man hat keinen Platz."

Pol Espargaro

Pol Espargaro beim Shakedown-Test in Sepang

Foto: Icon Sportswire

"Aber wenn man verletzt zurückkommt und schlechte Ergebnisse erzielt, wollen einen die Leute nicht, weil man schlechte Ergebnisse erzielt, also gibt es in dieser Situation kein gutes Ende."

"Also, ich verstehe die gesamte Situation, aber wovon ich zu hundert Prozent überzeugt bin, ist, dass Maverick wesentlich besser ist, als er in den letzten Rennen gezeigt hat."

"Seit der Verletzung im vergangenen Jahr kämpft Maverick, und sicherlich ist das, was er auf der Strecke zeigt, weit, meilenweit entfernt von dem, was er eigentlich erreichen kann."

Espargaro hauptsächlich mit 850er-Entwicklung beschäftigt

Espargaro reiste direkt von Italien nach Großbritannien. Noch am Mittwoch testete er in Mugello den neuen 850er-Prototyp von KTM mit Pirelli-Reifen für das nächste Jahr.

Es ist außerdem schon einige Monate her, dass der 35-Jährige zuletzt die aktuelle 1.000er mit Michelin-Reifen gefahren ist. Das war Ende Januar beim Shakedown-Test in Sepang (Malaysia).

Sollte Vinales länger als nur für Silverstone pausieren müssen, könnte es zum Problem werden, wenn Espargaro ständig zwischen dem 850er- und dem 1.000er-Motorrad und vor allem zwischen Pirelli- und Michelin-Reifen wechseln müsste.

"Ja, das ist für uns eine knifflige Situation, das ist sicher, denn wir sind super vertieft in dieses 850er-Projekt", sagt Espargaro. "Wir versuchen zu verstehen, wie Mavericks Situation im Moment ist."

"Ob Maverick zurückkommen kann oder nicht, und wann er zurückkommen wird, ob es ihm gut gehen wird oder nicht, aber im Moment warten wir einfach ab. Ich bin nur für ein Rennen hier nach Silverstone gekommen, beim nächsten werden wir sehen. Wir alle hoffen, dass Maverick so schnell wie möglich zurückkommt."

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