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Vinales gibt Barcelona-Comeback: "Jetzt fühle ich mich wieder normal"

Nach Verletzungspause gibt Maverick Vinales in Barcelona sein MotoGP-Comeback - Der Tech3-Pilot spricht offen über Schmerzen, Zweifel und jüngste Fortschritte

Vinales gibt Barcelona-Comeback: "Jetzt fühle ich mich wieder normal"

Maverick Vinales fühlt sich nach erneuter Schulter-OP deutlich besser

Foto: Getty Getty

Beim Grand Prix von Katalonien in Barcelona richtet sich der Blick an diesem Wochenende besonders auf Maverick Vinales. Der Spanier gibt nach monatelanger Verletzungspause sein Comeback und bringt dabei nicht nur große Fragezeichen hinsichtlich seiner Fitness mit, sondern auch neue Hoffnung.

Nach einer zweiten Schulteroperation und intensiver Reha wagt der Tech3-KTM-Pilot den Neustart, und das bewusst in Barcelona - nicht nur, weil es eines seiner Heimrennen ist.

"Ich habe mich so sehr dafür eingesetzt, hier zurückzukommen. Denn in Mugello zurückzukehren, wäre eine Katastrophe gewesen." Die Strecke gilt als weitaus physischer als Barcelona. "Hier kann ich mich langsam wieder einfinden und sehen, wie die Schulter reagiert. Aber ehrlich gesagt mache ich mir keine allzu großen Sorgen."

Zweite Schulter-OP komplizierter als erwartet

Das Warten hatte für Vinales zuletzt etwas Zermürbendes. Während seine KTM-Markenkollegen Fortschritte machten, saß der Spanier wochenlang zu Hause oder vielmehr im Reha-Zentrum. "Vor allem, wenn ich sehe, wie gut meine Teamkollegen unterwegs sind, ist es sehr hart, auf dem Sofa zu bleiben", erklärt der 31-Jährige.

Der Weg zurück war allerdings länger und komplizierter als zunächst gedacht. Nachdem Vinales bereits seit seinem schweren Sturz auf dem Sachsenring 2025 mit Schulterproblemen zu kämpfen hatte, stellte sich heraus, dass sich eine eingesetzte Schraube gelöst hatte. Ende März wurde der Spanier deshalb erneut operiert.

Dabei wurde nicht nur die Schraube entfernt, sondern auch vernarbtes Gewebe rund um das Gelenk bereinigt. "Die zweite Operation war absolut notwendig", betont er "Wenn wir es jetzt nicht gemacht hätten, dann im Sommer. Es war ein guter Zeitpunkt."

Vinales: Erste Testfahrten mit besserem Gefühl

Die vergangenen Wochen verbrachte Vinales größtenteils im Red Bull Athlete Performance Center in Österreich, wo er intensiv an seiner Rückkehr arbeitete. "Wir haben alles auf die Regeneration und den Wiederaufbau der Kraft ausgerichtet. Und es scheint ziemlich schnell voranzugehen", berichtet der Tech3-Pilot.

Tatsächlich klingt der Spanier deutlich optimistischer als noch vor wenigen Rennen. Zwar gebe es weiterhin gewisse Einschränkungen, insbesondere an einem Muskel, der bei der Operation in Mitleidenschaft gezogen wurde. "Sie mussten mit all den Geräten hineingehen, dabei wurde der Muskel praktisch beschädigt. Das braucht Zeit", verrät Vinales. Dennoch spüre er inzwischen "gute Kraft" im Arm.

Ein erstes positives Signal erhielt er bereits bei Testfahrten auf einer Supermoto-Maschine. Zwar sei das nicht direkt mit der MotoGP vergleichbar, doch das Gefühl habe sich grundlegend verändert. "Früher hatte ich immer etwas, das mich einschränkte. Ich stieg vom Motorrad und es fühlte sich seltsam an. Jetzt fühle ich mich normal."

Leistungsniveau muss sich erst noch zeigen

Besonders frustrierend sei zuletzt gewesen, wie schnell die Probleme während eines Rennwochenendes bei ihm zunahmen. "Freitagmorgen im FT1 war alles okay. Aber Session für Session hatte ich weniger Kraft und weniger Beweglichkeit."

Nach den Grands Prix sei der Arm "komplett zerstört" gewesen. Für Vinales ist inzwischen klar, dass die lockere Schraube und das Narbengewebe die Hauptursache waren.

Trotzdem bleibt vor dem Comeback eine gewisse Unsicherheit. Wie konkurrenzfähig er direkt sein werde, könne er selbst schwer einschätzen. "Ich weiß nicht, wie stark ich am Freitag oder Samstag sein werde. Aber ich weiß, dass ich von Tag zu Tag konkurrenzfähiger werde", prognostiziert er eine stetige Steigerung.

Vinales sieht positive Entwicklung bei KTM

Körperlich fühlt sich Vinales nach eigener Aussage in Sachen Beweglichkeit so gut wie vor der Verletzung. Was die reine Kraft angeht, habe er im Winter viel gearbeitet, allerdings fehle ihm im im Brust- und Rückenbereich noch etwas. Für das Fahren sollte es dennoch reichen. "Jetzt müssen wir sehen, wo die Defizite liegen."

Parallel zu seiner Zwangspause beobachtete der Spanier die Entwicklung bei KTM aus der Distanz genau. Vor allem in Le Mans habe er sich gewünscht, selbst aufs Bike zu steigen: "Ich wollte einfach dort draußen mitkämpfen." Insgesamt bewertet er die Fortschritte des Herstellers positiv. Besonders eng blieb der Kontakt zum Werk in Österreich, wo Vinales während der Reha häufig vorbeischaute.

Unklar bleibt seine sportliche Zukunft in der MotoGP. Zwar besitzt der Spanier laut eigener Aussage einen Vertrag für 2027, allerdings liegt die Option auf eine Verlängerung bei KTM.

Vertragsverlängerung hängt von Genesung ab

Der zentrale Punkt sei derzeit ohnehin ein anderer, betont Vinales: seine vollständige Genesung. "Natürlich ist unser Hauptziel - und auch das von KTM - zu sehen, ob ich mich erhole. Wenn nicht, kann ich der Beste sein und trotzdem nichts ausrichten. Wenn ich mich jedoch erhole, dann ist das eine andere Geschichte."

Mit KTM, insbesondere mit Teamchef Aki Ajo, sei das Verhältnis weiterhin sehr gut. Gleichzeitig weiß Vinales selbst, dass Zeit eine Rolle spielt. "Mein Gefühl sagt mir, dass ich mich vollständig erholen kann. Aber wann? 2030? Das wäre etwas zu spät."

Auch die Zusammenarbeit mit Jorge Lorenzo liegt momentan weitgehend auf Eis. Der Winter mit ihm als Berater und Riding Coach sei zwar "gut" gewesen, doch inzwischen befinde man sich in einer völlig anderen Situation. "Ich muss zuerst wieder bei 100 Prozent sein, damit ich wirklich von Jorge profitieren kann."

Priorität habe derzeit einzig die vollständige Rückkehr auf das alte Leistungsniveau, und genau dafür soll das Heimrennen in Barcelona nun der erste Schritt sein. "Das ist also mein Plan: mich zurückkämpfen und dann bei 100 Prozent fahren."

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