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Vinales gibt das Tempo vor: "Kann ans Limit gehen, wann immer ich will"

Beim MotoGP-Test in Katar sichert sich Maverick Vinales die Bestzeit und zeigt eine starke Rennpace - Für den Saisonauftakt hat der Yamaha-Pilot eine klare Strategie

Vinales gibt das Tempo vor: "Kann ans Limit gehen, wann immer ich will"

Maverick Vinales gilt bei der Konkurrenz nach seiner Vorstellung der letzten drei Testtage in Katar als der Mann, den es beim Saisonauftakt in weniger als zwei Wochen wahrscheinlich zu schlagen gilt. Der Yamaha-Pilot sicherte sich am Montag mit 1:53.858 Minuten nicht nur die Bestzeit, sondern konnte auch im Longrun überzeugen.

Mit komfortablen 1:54er-Zeiten hatte er auf gebrauchten Reifen vielen Gegnern einige Zehntel voraus. Entsprechend zufrieden ist Vinales mit seiner Wintersaison: "Ich bin wirklich glücklich, denn wir haben bis zur letzten Stunde viele Dinge ausprobiert und versucht zu verstehen, wann es keinen Grip auf der Strecke gibt."

"Ich habe also wirklich alte Reifen benutzt und versucht zu verstehen, was ich tun muss, wenn ich im Rennen keinen Grip habe, was immer sehr wichtig ist. Wir sind froh, dass wir lernen, dass wir viele Dinge verstehen und dass wir auf einem guten Weg sind. Anders als in Sepang. Heute habe ich zum Schluss einmal attackiert", sagt der Spanier.

Vinales sieht im Longrun große Fortschritte

Mit dieser Attacke sicherte er sich schließlich die Bestzeit. Im Endklassement sind ihm die Yamaha-Markenkollegen Franco Morbidelli (+0,033 Sekunden) und Fabio Quartararo (+0,180) von Petronas aber dicht auf den Fersen. Teamkollege Valentino Rossi liegt als Zwölfter mit 0,474 Sekunden Rückstand hingegen etwas weiter zurück.

Vor allem mit seiner Rennpace ist Vinales glücklich. "Ich bin in der Lage, auf dem Motorrad ans Limit zu gehen, wann immer ich will. Das ist das Wichtigste. Wenn ich also eine schnelle Runde drehen will, kann ich das auch auf einem Longrun, was wirklich wichtig ist, denn im vergangenen Jahr war das oft schwierig", blickt er zurück.

Um diese Schwäche auszumerzen, hat er auch an seinem Fahrstil gearbeitet. "Das muss man für dieses Motorrad", erklärt der Spanier. "Trotzdem brauche ich noch mehr Erfahrung damit, ich brauche mehr Runden. Jedes Mal, wenn ich auf der Strecke bin, bin ich besser mit dem Motorrad und entdecke noch mehr positive Punkte."

Yamaha im Zweikampf diese Saison stärker?

Yamaha-Teamkollege Rossi klagte am Montag über stark abbauende Reifen auf die Distanz, ein altbekanntes Problem aus dem vergangenen Jahr, unter dem Vinales in Katar diesmal (noch) nicht litt. "Wir arbeiten wirklich hart, aber das Rennen ist immer anders. Wir fahren nach der Moto2, da ist der Belag auf der Strecke anders", weiß er.

Wie sich die Situation tatsächlich darstellt, werde man also erst dann sehen. Das gilt auch für die Frage, ob die Yamaha sich, anders als 2019, im Pulk besser behaupten kann. Vinales goutiert: "Das Motorrad ist hier in Katar schnell. Ich versuchte, mich mit einigen Hondas, mit einigen Ducatis zu messen, und es war nicht schlecht."

"Sicherlich müssen wir uns noch steigern, aber es ist viel besser als im vergangenen Jahr. Ich glaube, im Rad-an-Rad-Duell kann ich stärker sein. Und dann der Start. Wir versuchen ständig, den Start und die erste Runde zu verbessern. Ich glaube, dieses Jahr haben wir auf der ersten Runde und am Start ein kleines Extra", hält Vinales fest.

Vinales rechnet auch mit Weltmeister Marquez

Dazu dürfte auch der Holeshot Device beitragen, den Yamaha in Katar testete. Ducati und Aprilia arbeiten schon länger mit der Startvorrichtung, die Wheelies reduziert und eine bessere Traktion garantiert. Bei Honda kam sie in Katar ebenfalls zum Einsatz. Suzuki scheint daran zu arbeiten, brachte es aber nicht mit zum Test.

Angesprochen auf die Konkurrenz und das Kräfteverhältnis zum Saisonstart weicht Vinales aus: "Ehrlich gesagt bin ich auf mich selbst konzentriert. Mein Ziel ist es, als Erster in der ersten Kurve anzukommen und das Maximum zu erreichen. Es ist sehr wichtig für uns, vorne zu bleiben, besonders bei diesen langen Geraden."

Mit Weltmeister Marc Marquez, der Katar nicht nur mit seiner Schulter, sondern auch der Honda zu kämpfen hatte, rechnet Vinales in jedem Fall. "Sicher ist, dass er wie immer da sein wird und wir bereit sein müssen. Also bereiten wir uns darauf vor, gegen jeden Fahrer und jeden Hersteller zu kämpfen", sagt der Yamaha-Pilot selbstbewusst.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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