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Vom Triumph in Le Mans in die Krise: Aprilia rätselt in Barcelona

Eine Woche nach dem Triumph in Le Mans erlebt Aprilia in Barcelona ein schwieriges Wochenende - Jorge Martin stürzte viermal, Marco Bezzecchi kämpft im Sprint

Vom Triumph in Le Mans in die Krise: Aprilia rätselt in Barcelona

Marco Bezzecchi kämpfte mit Enea Bastianini um den letzten WM-Punkt

Foto: Getty Getty

Eine Woche nach dem totalen Triumph in Le Mans erlebt Aprilia ein bisher schwieriges Wochenende in Barcelona. Jorge Martin stürzte am Freitag und am Samstag jeweils zweimal, auch im Sprint.

Sein Teamkollege Marco Bezzecchi konnte im Sprint als Neunter gerade noch einen WM-Punkt erobern. Auch Bezzecchi stürzte am Samstag. Der Crash im Qualifying bedeutete für ihn nur den zwölften Startplatz.

Was fehlt dem WM-Führenden auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya? "Nun, insgesamt etwas Vertrauen. Überall: Beim Bremsen, beim Einlenken, beim Beschleunigen."

"Ich war im Vergleich zu den Fahrern in meiner Nähe ein kleines bisschen langsamer, überall ein bisschen. Es ist schwer, einen bestimmten Punkt zu nennen. Es ist eher ein allgemeines Gefühl."

"Ich bin ohne übertriebene Erwartungen hierher gekommen. Der Freitag war ein positiver Tag für mich, sowohl was das Gefühl insgesamt als auch was die Pace betrifft. Aber heute hatte ich im Sprint ein wenig zu kämpfen."

"Der Fehler im Qualifying hat den Tag natürlich etwas getrübt, denn wie alle wissen, ist ein Start von weiter hinten schwieriger. Aber im Sprint habe ich mich ehrlich gesagt nicht in bester Verfassung gefühlt."

Im Sprint sind alle 22 Fahrer mit dem weichen Hinterreifen gefahren. Bei den bisherigen Rennen kam Aprilia im Grand Prix mit dem Medium-Hinterreifen deutlich besser zurecht.

Ist das die Hoffnung für den Sonntag? "Ehrlich gesagt ist die Reifenwahl noch nicht klar", sagt Bezzecchi, "denn auch der Soft ist eine Option bei den Gripbedingungen, die wir dieses Jahr haben."

"Der Grip war schon immer niedrig hier, aber dieses Jahr ist er noch niedriger. Ich weiß also noch nicht, ob wir mit dem Medium fahren werden oder nicht." Mit dem weichen Hinterreifen hatte Bezzecchi starken Wheelspin.

"Ja, wir haben viel Wheelspin. Aber auch mit dem Medium gibt es viel Wheelspin. Am Ende möchte ich alles analysieren. Ich werde versuchen, bis zu den letzten drei Minuten vor dem Start zu warten, bevor ich mich für den Reifen entscheide."

Martin hält Sieg für möglich

Mit dem einen WM-Punkt im Sprint verdoppelte Bezzecchi seinen WM-Vorsprung auf Martin auf zwei Punkte. Wäre Martin nicht gestürzt, hätte er womöglich die WM-Führung übernommen.

"Ein schwieriges Wochenende", sagt auch der Ex-Weltmeister. "Diese Strecke ist deutlich tückischer als sonst, und es ist wirklich schwer, das Limit zu finden. Und wenn man es findet, stürzt man. Also muss ich etwas früher antizipieren."

"Hinter einem Sturz steckt immer ein menschlicher Fehler - zu 99 Prozent. Heute glaube ich, dass ich diesen Rückenwind hatte, vielleicht habe ich die Vorderradbremse zu lange gehalten und bin gestürzt."

Martin stürzte im Sprint in Kurve 10. In Q1 stürzte er in Kurve 5. Freitagvormittag flog er in Kurve 12 ab und übte Kritik an der Streckensicherheit. Am Freitagnachmittag stürzte Martin in Kurve 2 erneut.

Ärgert er sich, dass er ausgerechnet vor heimischem Publikum viermal stürzte und seinen Mechanikern viel Arbeit bescherte? "Nein. Es steckt immer etwas dahinter. Erster Sturz: kalter Reifen. Zweiter Sturz: kalter Reifen."

"Dritter Sturz: Ich habe alles rausgeholt und bin auf den Dreck gekommen. Und heute, das ist vielleicht der Sturz, den ich am wenigsten verstehe. Aber wie gesagt: Es steckt immer etwas dahinter."

"Das Wichtigste ist zu sagen: Okay, das ist passiert, wir machen weiter. Ich mache morgen weiter. Ich bin in Kurve 10 schnell - vielleicht zu schnell. Also muss ich vielleicht etwas früher bremsen."

Im Sprint befand sich Martin in den Top 6, als er stürzte. Er schließt nicht aus, dass ein Podium möglich gewesen wäre: "Ja, ich glaube, mein Potenzial heute war das Podium oder der Kampf um den Sieg."

"Aber heute ist heute, und das ist vorbei. Morgen ist ein unbeschriebenes Blatt. Wir werden versuchen, das Rennen zu genießen und ins Ziel zu kommen. Das ist mein Ziel für morgen."

"Ich weiß, dass mein Pace stark ist. Ich weiß, dass das Gefühl mit dem Motorrad gut ist. Ich fühle mich gut. Ich spüre, dass das Motorrad funktioniert. Ich hoffe, dass morgen ein guter Tag wird."

Warum Fernandez das Podium verpasst hat

Der beste Aprilia-Fahrer war im Sprint letztlich Raul Fernandez. Der Trackhouse-Fahrer kämpfte um das Podium und kam als Vierter ins Ziel. Dass er das Podium knapp verpasste, hatte einen Grund.

"Aus irgendeinem Grund habe ich aber vier oder fünf Runden vor Schluss begonnen, mich mit dem Vorderreifen unwohl zu fühlen", erläutert Fernandez. "Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht, weil ich dieses Problem am Wochenende nicht gespürt habe."

"Aber ich habe angefangen, es zu spüren, und habe dann ein wenig mit der Mapping-Einstellung gespielt, um zu sehen, ob ich in diesem Moment eine Lösung finden kann. Ich habe die Motorbremse ein wenig verändert."

"Ich habe angefangen, ein bisschen mit der Leistung und der Traktion zu spielen. Aber es wurde immer schlimmer, und ich habe keine Lösung gefunden. In den letzten drei Runden war der Vorderreifen am Ende."

Ogura zeigt wieder eine Aufholjagd

Stichwort Reifen: Weiter hinten im Feld zeigte Fernandez' Teamkollege Ai Ogura von Startplatz 18 eine Aufholjagd. Dass er von so weit hinten losfahren musste, lag daran, dass ihm im Qualifying nach einem Sturz das Vertrauen fehlte.

Aber im Rennen packte der Japaner wieder seine Qualitäten aus. "Ich habe gesehen, dass bei allen der Hinterreifen nachgelassen hat - Wheelspin, keine Beschleunigung mehr", sagt Ogura über seinen Vorteil.

"Ich hatte deutlich mehr Grip vom Hinterreifen. Wie schon bei anderen Gelegenheiten waren die Überholmanöver in den letzten vier, fünf Runden sehr einfach für mich, aber in der ersten Phase war es wirklich schwierig."

"Der Sprint war okay, aber ich habe das Wochenende insgesamt schon komplett verpatzt. Von Startplatz 18 aus kann man nicht viel machen. Im Sprint noch in die Punkteränge zu fahren, war wirklich gut, aber Platz acht war das Maximum."

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