Von Honda zu KTM: Luca Marini verhandelt mit Tech3 für 2027
In Assen verdichten sich die Gespräche zwischen Luca Marini und Tech3-KTM weiter - Günther Steiner reagiert auf die Kritik von Maverick Vinales
Luca Marini befindet sich in Gesprächen mit Tech3 und KTM
Foto: Getty Getty
Die Werksteams von Ducati und Aprilia haben ihre Fahrerpaare für die MotoGP-Saison 2027/28 offiziell bestätigt. Neben Marc Marquez wird Pedro Acosta in den nächsten beiden Jahren für Ducati fahren. Aprilia hat Francesco Bagnaia als Teamkollegen von Marco Bezzecchi bestätigt. Bagnaia hat sogar einen Vierjahresvertrag unterschrieben.
Im Rahmen der Dutch TT in Assen an diesem Wochenende haben sich die Gespräche zwischen Fahrern, die noch nach einem Platz suchen, und den beiden Teams, die für die kommende Saison noch freie Sitze haben, deutlich intensiviert.
Dabei handelt es sich zum einen um Tech3-KTM und zum anderen um Trackhouse-Aprilia. Besonders in den Fokus gerückt sind die Verhandlungen zwischen Luca Marini und dem französischen Tech3-Team.
Laut Informationen von Motorsport.com Spanien, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com, wird Marini das Honda-Werksteam nach drei Jahren verlassen. Er hat Kontakt zu Tech3 aufgenommen.
Seit diesem Jahr gehört der Rennstall einem Investorenkonsortium. CEO ist Günther Steiner. Die Verantwortlichen von Tech3 zeigen Interesse an Marini. Vonseiten KTM soll es grünes Licht für Verhandlungen geben.
Steiner reagiert auf Kritik von Vinales
KTM hat mit Enea Bastianini und Maverick Vinales Verträge bis zum Saisonende. Diese Verträge enthalten eine Klausel, die es dem österreichischen Hersteller erlaubt, die Verträge automatisch und einseitig bis zum 30. Juni zu verlängern.
Aber weder KTM noch Tech3 haben die Absicht, diese Option auf eine Verlängerung bei beiden Fahrern zu ziehen. Damit kann Bastianini bereits am kommenden Dienstag seine Zukunft offiziell mit Trackhouse klären. Man ist sich einig.
Andererseits steht Vinales für die nächste Saison ohne Motorrad da. Der Spanier äußerte sich in Assen am Donnerstag wegen der Hinhaltetaktik sehr kritisch gegenüber KTM.

Maverick Vinales fährt wahrscheinlich 2027 nicht mehr MotoGP
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"Wenn ich nicht in der Meisterschaft bin, wird es an einer Seite liegen, und das ist KTM, nicht an jemand anderem", sagte Vinales. Im Winter hatte man ihm einen Platz im Werksteam zugesagt, anschließend bei Tech3, und nun geht er leer aus.
Steiner reagierte am Samstag gegenüber MotoGP.com auf die Aussagen von Vinales. "Ich glaube nicht, dass das besonders klug ist, und ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht, warum er das gesagt hat", so der Südtiroler.
"Wenn man keine Wahl hat, kann man sie sich auch nicht aussuchen. Am Ende ist es eben so. Aber ich weiß nicht, was er sich dabei gedacht hat - oder vielleicht hat er auch gar nicht nachgedacht, als er das gesagt hat."

Günther Steiner reagiert auf die kritischen Worte seines aktuellen Fahrers
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"Ich bin mir sicher, dass es nicht hilft", sagt Steiner weiter. "KTM dafür die Schuld zu geben, finde ich auch etwas hart, weil die Performance meiner Meinung nach so ist: Die KTM ist im Moment keine Aprilia oder Ducati, aber die Leistung ist da."
"Pedro macht einen guten Job, und Enea war am Freitag in den Top 10. Es ist also nicht nur KTM schuld. Vielleicht war er einfach sehr emotional, weil die Möglichkeit besteht, dass er nächstes Jahr nicht mehr in der MotoGP dabei ist."
"Und da sind ihm einfach die Emotionen durchgegangen", glaubt Steiner. Er verhandelt zudem mit dem australischen Moto2-Fahrer Senna Agius, der im nächsten Jahr gemeinsam mit Marini das Tech3-Aufgebot bilden könnte.
Nicolo Bulega hat gute Chancen bei VR46
Wenn Marini seine MotoGP-Karriere bei Tech3 fortsetzen kann, dann öffnet sich für Nicolo Bulega endgültig die Tür bei VR46. Valentino Rossi will im nächsten Jahr neben Fermin Aldeguer unbedingt einen italienischen Fahrer haben.

Nicolo Bulega hat bisher alle Rennen der Superbike-WM gewonnen
Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images
Bulega dominiert derzeit die Superbike-WM und hat bisher alle 21 Rennen gewonnen. Ducati hat ihm außerdem fünf Tests mit dem neuen 850er-MotoGP-Prototypen zugesichert. Bulega möchte in die MotoGP wechseln.
Der Deal ist bislang jedoch nicht abgeschlossen, da noch einige wichtige Punkte geklärt werden müssen, etwa welcher Anteil von Gehalt und Motorradkosten vom Hersteller und welcher vom VR46-Team übernommen wird.
Marini hat darauf verzichtet, die "Joker-Option" einer Rückkehr in das Team seines Halbbruders zu nutzen, da er der Ansicht ist, dass dies seiner Glaubwürdigkeit schaden würde.
"Aus sportlicher und menschlicher Sicht wäre es für uns sehr interessant, ihn zurückzuholen", erklärt ein VR46-Teammitglied gegenüber Motorsport.com Spanien. "Aber er hat entschieden, seine Zukunft woanders zu suchen, und das müssen wir respektieren. Wir sprechen mit Bulega. Er ist eine Option, aber nicht die einzige."
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