Von "stratosphärisch" bis "normal": Reaktionen auf Marquez' Comeback-Tag

Aktuelle und ehemalige MotoGP-Piloten über Marc Marquez' Leistung bei dessen Rückkehr in Portimao: Bestätigung, Respekt, Staunen, Wetten, Grinsen, Genugtuung

Von "stratosphärisch" bis "normal": Reaktionen auf Marquez' Comeback-Tag

Marc Marquez' famoses MotoGP-Comeback am Freitag in Portimao, das den Rückkehrer selber ungläubig über die eigene Leistung staunen lässt, ringt den Fahrerkollegen jede Menge Respekt ab. Überrascht zeigen sich von Marquez' Leistung - P3 im Vormittagstraining und P6 im Nachmittagstraining - nicht alle, andere umso mehr. Und einer, der weiß, wie es ist, nicht zurückkehren zu können, empfindet große Genugtuung.

"Er ist meiner Meinung nach der beste Fahrer aller Zeiten", sagt Aleix Espargaro am Portimao-Freitag über Marc Marquez und erinnert: "Auf seiner letzten Runde, die er voriges Jahr in Jerez mit diesem Bike absolviert hat, war er viel schneller als alle anderen. Er war auf einem komplett anderen Level. Jetzt ist er zurück."

"Ja, die Pause war lang", so Espargaro weiter, "aber das Bike ist im Grunde das gleiche wie damals. Auch die Reifen sind sehr ähnlich. Er fährt für das Team, für das er schon jahrelang gefahren ist. Was habt ihr denn erwartet? Dass er sich mit Position 20 zurückmeldet?"

Fotos: Marc Marquez bei seinem MotoGP-Comeback in Portimao

"Es ist offensichtlich, dass er weiß, wie man ein MotoGP-Bike fährt. Dass er so schnell ist, ist doch normal", meint auch der amtierende MotoGP-Weltmeister Joan Mir und sagt: "Ich bin von gar nichts überrascht. Nach all dem, was wir bisher von ihm gesehen haben, habe ich damit gerechnet, dass er auf diesem Level fahren würde."

Der aktuelle WM-Spitzenreiter Johann Zarco urteilt: "Stark! Er ist ja aber nicht ohne Grund ein achtmaliger Weltmeister. Er hat die Gabe, sich unglaublich schnell auf dem Motorrad wohlzufühlen. Das ist schön zu sehen. Aber ganz ehrlich: Er hat es besser gemacht als ich dachte."

Marc Marquez

Mit seinem Comeback-Tag kann Marc Marquez mehr als zufrieden sein

Foto: Motorsport Images

Marquez' Honda-Teamkollege Pol Espargaro ist "wirklich froh, dass er wieder da ist", gibt aber ebenfalls zu: "Wir hatten damit gerechnet, dass er schnell sein würde, aber nicht so schnell. Was er leistet, ist unglaublich!"

Valentino Rossi als Marquez' Erzrivale, insbesondere seit dem denkwürdigen WM-Kampf 2015, sagt: "Ich hatte damit gerechnet, dass Marquez stark zurückkommen würde. Körperlich wirkt er fit. Ich habe ihn auf der Strecke in ein paar Kurven gesehen und muss sagen, er sah so aus wie vor der Verletzung. Er ist schon jetzt sehr konkurrenzfähig."

Jorge Lorenzo zeigt sich von Marquez schwer beeinderuckt (Archivbild)

Jorge Lorenzo zeigt sich von Marquez schwer beeindruckt (Archivbild)

Foto: Repsol Media

Auch Jorge Lorenzo - in eben jener denkwürdigen Saison 2015 der einzige gewesen, der die MotoGP-Titelserie von Marquez unterbrochen hat - staunt: "Marc Marquez, von welchem Planet kommst du? Ich gebe zu, dass ich diese stratosphärische Performance im FT1 und FT2 nicht erwartet hatte. Du bist wirklich aus anderem Holz geschnitzt. Ich hoffe, du kannst ohne Angst und mit demselben Tempo und mit derselben Energie auch im Rennen am Sonntag auf dem Bike sitzenblieben!"

 

Im Gegensatz zu Lorenzo war sich Brad Binder sogar so sicher, dass Marquez stark zurückkehren würde, dass er darauf gewettet hat: "Ich hatte mit meinen Jungs im Team eine Wette laufen, dass er die erste Session in den Top 3 abschließen würde. Und wo ist er gelandet? Auf dem dritten Platz. Ich hatte also schon damit gerechnet, dass er superstark sein wird."

Und während Fabio Quartararo urteilt, dass es "so aussieht, als hätten wir sofort wieder genau den Marquez wieder, den wir kannten", merkt Jack Miller zu Marquez' Performance am Portimao-Freitag an: "Ich hatte schon mit so etwas gerechnet. Er war ja hier testen gewesen. Okay, das war im Grunde ein Superbike, aber er ist hier gefahren. Und wie extrem talentiert dieser Kerl ist, wissen wir alle."

"Wenn man ihn in einer Session beobachtet, fragt man sich, 'Wow, wie macht er das?' Das war heute wieder ganz genauso. Und dabei glaube ich, dass er heute noch gar nicht am Limit war", so Miller, der abschließend zugibt: "Als ich ihn heute Morgen in der Box grinsen gesehen habe, musste ich selber grinsen. Ich weiß einfach, wie viel ihm dieser Sport bedeutet. Das geht uns doch allen so."

Ben Spies kann nachempfinden, wie sich Marc Marquez monatelang gefühlt hat

Ben Spies kann nachempfinden, wie sich Marc Marquez monatelang gefühlt hat

Foto: LAT

Das letzte Wort hat Ben Spies. Der US-Amerikaner musste seine eigene MotoGP-Karriere im Jahr 2013 aufgrund von mehreren Schulterverletzungen früher als geplant beenden. Er kann nachempfinden, was Marquez während der vergangenen neun Monate durchgemacht hat. Umso größer ist bei Spies am Freitag die Genugtuung.

"Ich muss es sagen. Ich habe so viele negative Kommentare über die Rückkehr von Marquez gelesen, oder Hoffnungen, dass er nicht mehr zurückkehren kann oder nicht mehr derselbe ist. Leute hoffen das tatsächlich. Nun, ich weiß, wie es ist, nicht zurückzukehren, und ich bin so froh, dass er diesem ganzen Müll einen Aufwärtshaken verpasst hat. Holt euch was!", so Spies.

 

Weiterer Co-Autor: Mark Bremer, Lewis Duncan. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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