Vor Comeback 2027: Buenos Aires erwägt MotoGP-Testlauf
Buenos Aires plant einen MotoGP-Testlauf noch vor Jahresende, um sich auf das Comeback 2027 vorzubereiten - Auslöser sind die jüngsten Probleme in Brasilien
Die Bauarbeiten an der Strecke in Buenos Aires schreiten voran
Foto: Federico Faturos
Buenos Aires könnte noch in diesem Jahr zum Schauplatz eines MotoGP-Tests werden, wenn es nach den aktuellen Überlegungen der Verantwortlichen geht. Hintergrund ist die geplante Rückkehr der Königsklasse Anfang 2027 in die argentinische Hauptstadt. Dort fuhr die MotoGP zuletzt im Jahr 1999.
Fabian Turnes, Sportsekretär der Stadt Buenos Aires, bestätigt, dass ein Testlauf im November intern bereits eine Rolle spielt. Konkrete Gespräche mit den Verantwortlichen der MotoGP habe es zu diesem Thema jedoch noch nicht gegeben.
"Das wurde noch nicht besprochen. Aber es ist etwas, das wir im Hinterkopf haben: zu prüfen, ob wir im November einen MotoGP-Test organisieren können", erklärt er gegenüber Motorsport.com, einer Partnerseite von Motorsport-Total.com.
Comeback in Brasilien als Negativbeispiel
Die Überlegungen kommen nicht von ungefähr. Beim bislang jüngsten Neuzugang im MotoGP-Kalender, dem Grand Prix von Brasilien im vergangenen Monat, kam es zu erheblichen Problemen. Überschwemmungen in Goiania erschwerten zunächst die Vorbereitung, ehe nach dem Qualifying ein Erdloch auftauchte.
Am Rennsonntag folgte dann der gravierendste Zwischenfall: Der Asphalt brach zwischen Kurve 11 und 12 auf, sodass das MotoGP-Rennen um acht Runden verkürzt werden musste.
Um ein solches Szenario in Buenos Aires zu vermeiden, ziehen die Organisatoren einen Test unter realen Bedingungen in Betracht. Laut Turnes könnte die Strecke bis November bereits weitgehend fertiggestellt sein. "Falls dann noch Anpassungen notwendig sind, hätten wir ausreichend Zeit, diese umzusetzen", sagt er.
Dieses Vorgehen hätte durchaus ein Vorbild. Bereits vor dem ersten MotoGP-Rennen in Termas de Rio Hondo wurde ein Test durchgeführt, an dem seinerzeit unter anderem Cal Crutchlow, Stefan Bradl und Alvaro Bautista teilnahmen. Auch Moto2-Piloten wie Tito Rabat und Nico Terol waren damals im Einsatz.
"Das ist im Großen und Ganzen die Idee, die wir haben", so Turnes mit Blick auf den damaligen Test in Santiago del Estero. Auch aus Fahrersicht dürfte ein solcher Test vor dem Debüt auf einer neuen Strecke als essenziell angesehen werden.
Bagnaia schlägt Probelauf mit Testfahrern vor
So unterstrich Francesco Bagnaia jüngst: "Mit Blick nach vorne denke ich, dass wir unbedingt einen Test brauchen, bevor wir auf einer neuen Strecke ein Rennen fahren."
Der Italiener verwies auf die Herausforderungen, die neue Strecken ohne vorherige Erprobung mit sich bringen. "Testfahrer müssen vorher fahren, denn es ist schwierig, direkt auf einer neuen Strecke wie Indien 2023 oder Goiania anzukommen", so Bagnaia.
Als positives Beispiel nannte er den Kurs in Mandalika, wo vor dem ersten Grand Prix 2022 ebenfalls getestet wurde. "Das war sehr hilfreich, weil wir die Reifen verstanden haben und gemerkt haben, dass sie für das Rennwochenende nicht ausreichend waren. Also mussten wir sie ändern. So kann man durch Tests viel lernen."
Dabei müssten laut Bagnaia nicht zwingend die Stammfahrer zum Einsatz kommen. "Aus meiner Sicht reichen Testfahrer aus. Wenn Stammfahrer auf der Strecke sind, fahren sie am Limit. Nicht alle Testfahrer gehen ans Limit, aber es ist auf jeden Fall besser, als direkt in ein Rennwochenende zu starten", findet er.
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