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Warum Alex Marquez und "Diggia" aus Ducati-Teams zu KTM wechseln

Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio geben Einblick in ihre Entscheidung, für die MotoGP-Saisons 2027/28 im KTM-Werksteam unterschrieben zu haben

Warum Alex Marquez und "Diggia" aus Ducati-Teams zu KTM wechseln

Pedro Acosta geht, Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio kommen zu KTM

Foto: Gold Gold

Mit der in der Sachsenring-Woche (endlich) offiziell verkündeten Paarung Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio stellt sich das KTM-Werksteam für die MotoGP-Saisons 2027 und 2028 fahrerisch komplett neu auf.

Pedro Acosta, die aktuelle Speerspitze bei KTM, wechselt für die kommenden zwei Jahre ins Ducati-Werksteam an die Seite von Platzhirsch Marc Marquez. Für Brad Binder sind die Chancen auf einen Verbleib im MotoGP-Feld über die aktuelle Saison hinaus gegen Null gesunken.

Binder reiht sich damit unfreiwillig ein in eine Gruppe von MotoGP-Routiniers, die man 2027 nicht mehr im Starterfeld der Königsklasse sehen wird. Jack Miller, Franco Morbidelli, Alex Rins und Maverick Vinales können ihrerseits ein Lied davon singen.

Ganz anders ist die Stimmung natürlich bei Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio, den beiden künftigen KTM-Werkspiloten. Interessant ist, dass beide aus einem Ducati-Satellitenteam ins Werksteam der Österreicher wechseln. Der jüngere Marquez-Bruder wird von Gresini kommend umsatteln, "Diggia" von VR46 kommend.

Alex Marquez fährt nach sechs Jahren wieder für ein Werksteam

"Ich bin wirklich aufgeregt, denn das ist eine großartige Chance und ein wirklich großer Schritt für mich in meiner MotoGP-Karriere", sagt Alex Marquez, nachdem sein Wechsel, der hinter den Kulissen schon seit Monaten klar war, endlich offiziell verkündet wurde. KTM wird für den jüngeren Marquez-Bruder das zweite Werksteam in der Königsklasse, nachdem er 2020 als Rookie direkt für das Honda-Werksteam fuhr.

Alex Marquez' bisher stärkste MotoGP-Saison war die Saison 2025, die er auf der Gresini-Ducati hinter Bruder Marc Marquez auf der Werks-Ducati als Vizeweltmeister abgeschlossen hat. Weil seine eigenen Aussichten auf einen Aufstieg ins Ducati-Werksteam denkbar gering waren, schaute er sich frühzeitig nach möglichen Alternativen um.

Alex Marquez, Nadia Padovani, Michele Masini, Carlo Merlini

Gresini um Nadia Padovani, Michele Masini, Carlo Merlini verlässt Alex Marquez nach vier Jahren

Foto: Gresini Racing

"Nach dem Vizetitel 2025 und einer richtig guten Saison mit jeder Menge Punkte habe ich es mir zum Ziel gesetzt, einen Werksvertrag zu unterschreiben, vor allem deshalb, weil es im nächsten Jahr ein komplett neues Reglement geben wird und es daher wichtig sein wird, alle Upgrades frühzeitig zu bekommen", erklärt Alex Marquez die Gedanken hinter seiner Entscheidung.

Die Verhandlungen mit KTM dauerten nicht lange, wie Alex Marquez verrät. "Als ich begann, mit KTM zu sprechen waren sie absolut entschlossen, mich in ihr Projekt zu holen. Sie zeigten mir all das, was ein Fahrer braucht, die Leidenschaft, den Eifer. Ich bin dann sehr schnell zu dem Entschluss gekommen, dass es ein Projekt ist, das mir gefällt. Warum nicht im nächsten Jahr die große Überraschung sein?"

Allerdings gibt der jüngere Marquez-Bruder auch zu, dass ihm die Entscheidung, das familiäre Gresini-Team nach vier Jahren zu verlassen, nicht leicht gefallen ist. "Es war keine einfache Entscheidung, aber Nadia [Padovani], Michele [Masini] und Carlo [Merlini] waren vom ersten Tag an, als ich begann mit KTM zu sprechen, informiert. Warum? Weil ich Nadia das Versprechen gegeben habe, dass sie es zuerst erfährt, wenn jemand auf mich zukommt."

Di Giannantonio spricht von "bester Entscheidung für meine Profi-Karriere"

Di Giannantonio ging es mit der Entscheidung, VR46 zu verlassen, ganz ähnlich. Das Team von Valentino Rossi war es, das ihm im Winter 2023/24 die Möglichkeit gab, seine MotoGP-Karriere fortzusetzen. Im Gresini-Team, wo er zuvor zwei Jahre lang gefahren war, musste "Diggia" damals Platz machen für Marc Marquez, der seinen Honda-Vertrag ein Jahr vor Ablauf auflöste.

"Es war ganz sicher keine einfache Entscheidung, nachdem man mit diesen Leute so etwas wie eine familiäre Beziehung aufgebaut hat", sagt Di Giannantonio über die VR46-Truppe und gibt zu: "Es fällt wirklich schwer, daran zu denken, die Box nicht mehr mit diesen Leuten zu teilen. Aber natürlich habe ich versucht, auch an mich selber zu denken."

Fabio Di Giannantonio

Fabio Di Giannantonio verlässt das VR46-Team nach drei Jahren

Foto: Getty Images Europe

Genau wie für Alex Marquez, so war auch für Di Giannantonio das Angebot eines Werksteams genau das, was er sich gewünscht hatte und das deshalb auch er bei KTM angenommen hat. Ausführlich ins Detail gehen will der Italiener bezüglich seiner Entscheidung zum aktuellen Zeitpunkt des Jahres aber noch nicht.

"Das ist jetzt nicht der richtige Moment dafür, aber ich glaube, es ist die beste Entscheidung für meine Karriere, für meine Zukunft. Ich werde im nächsten Jahr 28 Jahre alt und habe dann fünf Jahre MotoGP-Erfahrung. Somit war es der richtige Zeitpunkt, eine neue Herausforderung anzunehmen und das Gesicht eines Unternehmens, eines Werksteams zu werden", so Di Giannantonio.

Schon jetzt, ein halbes Jahr vor dem Wechsel, spricht der Italiener von "der besten Entscheidung für meine Profi-Karriere" und erklärt: "Ich bin sehr stolz auf meine Entscheidung. Gemeinsam mit meinem Teamkollegen werde ich eine große Gruppe von Leuten anführen, um unser Ziel zu erreichen, nämlich Titel zu gewinnen. Das ist unser großes Ziel. Es zu erreichen, würde mich unglaublich stolz machen."

Alex Marquez: Warum Aufstieg ins Ducati-Werksteam keine Option war

Als Alex Marquez dieser Tage dazu befragt wurde, was er darüber denkt, dass sowohl er selber als auch Di Giannantonio aus einem Ducati-Satellitenteam ins KTM-Werksteam wechseln, antwortete er: "Das macht für mich keinen Unterschied. Ja, wir kommen beide von Ducati, weshalb unsere Aussagen wahrscheinlich sehr ähnlich sein werden. Für mich ändert das aber nichts. Ich kann nur sagen, dass der Schnellere von uns beiden vorne sein wird.."

Dass ihm Ducati offenbar gar kein Angebot gemacht hat, an die Seite von Bruder Marc Marquez ins Werksteam aufzusteigen, das ist für Alex Marquez kein Problem, wie er sagt: "Sie waren schon sehr früh darauf fokussiert, Pedro [Acosta] zu holen. Das akzeptiere ich. Ich denke, es ist normal, schließlich ist Pedro der zukünftige MotoGP-Weltmeister. Er ist noch sehr jung mit bringt alles mit. Ich selber bin schon 30 und bin daher in einer anderen Situation als Pedro."

Logo: Red Bull KTM Factory Racing

Der neue Arbeitgeber für sowohl Alex Marquez als auch Fabio Di Giannantonio

Foto: Motorsport Images

Abschließend verrät Alex Marquez noch, dass zu Beginn der Vertragsverhandlungen mit KTM nicht der Hersteller aus Österreich auf ihn zukam, sondern umgekehrt. "Ich habe das Glück, dass ich viele Leute innerhalb des KTM-Projekts schon kenne, weil sie in der Vergangenheit für mich oder mit mir gearbeitet haben."

Seine erste volle Saison in der Motorrad-WM, die Moto3-Saison 2013, bestritt Alex Marquez auf einer KTM. In Motegi gelang ihm damals direkt ein Sieg. Seither war er für andere Fabrikate am Start. 2027 kommt es für ihn zur Wiedervereinigung mit KTM. "Ich habe einfach ein paar Telefonate geführt und habe mich daraufhin entschieden", so der amtierende MotoGP-Vizeweltmeister über seine zügigen Verhandlungen im Winter 2025/26.

Marc Marquez' Meinung zum KTM-Wechsel von Alex Marquez

Und was sagt Marc Marquez dazu, dass sein jüngerer Bruder künftig wieder für ein Werksteam fahren wird? Zur Erinnerung: 2020 fuhren beide für das Honda-Werksteam. Sie bestritten aber nur ein einziges Rennen als Teamkollegen, weil Marc direkt beim Saisonauftakt in Jerez seinen schweren Unfall hatte, der ihn am zweiten Jerez-Wochenende ein überhastetes Comeback geben ließ, was ihn dann wiederum für den Rest der Saison außer Gefecht setzte.

Marc Marquez, Alex Marquez

Marc Marquez freut sich für Bruder Alex und dessen Entscheidung

Foto: Alexander Trienitz

½Trienitz|Marc Marquez, Alex Marquez|Marc Marquez freut sich für Bruder Alex und dessen Entscheidung||606|479pb¿Über Alex' Marquez Wechsel zu KTM sagte Marc Marquez nun am Rande seines erfolgreichen Sachsenring-Wochenendes: "Ich freue mich total für Alex, dass er bei einem Werksteam unterschrieben hat. Einige Leute werden seine Entscheidung verstehen, andere nicht."

"Im vergangenen Jahr war Alex WM-Zweiter und wir haben natürlich über unsere Zukunft gesprochen. Ich habe ihn nach seiner Meinung für meine Zukunft gefragt und er hat mich nach meiner Meinung für seine Zukunft gefragt. Ich denke, [KTM] ist eine gute Gelegenheit für Alex, weiter zu wachsen. Denn er kommt in ein Werk, das in Zukunft ganz vorne mitfahren möchte."

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