Warum Bagnaia & Co. beim Saisonstart plötzlich andere Helme trugen
Mehrere MotoGP-Fahrer waren beim Saisonauftakt in Buriram vor einer Woche gezwungen, andere Helmmarken zu verwenden - Wie es zum Zwangswechsel kam
Francesco Bagnaia musste ohne seinen gewohnten Suomy-Helm auskommen
Foto: Getty Getty
Als ob der Start in eine neue Saison nicht ohnehin schon eine hohe Dosis an Unsicherheit und Nervosität mit sich gebracht hätte, standen mehrere Fahrer in allen drei Klassen beim Auftakt in Thailand vor einer zusätzlichen Stressquelle.
Paradoxerweise war der störende Faktor ausgerechnet der Helm, also genau das Ausrüstungsteil, das den Kopf des Rennfahrers bestmöglich schützen soll.
Das Problem, das unter anderem Francesco Bagnaia, Enea Bastianini und Diogo Moreira aus dem MotoGP-Starterfeld betraf, führte zu ungewöhnlichen Situationen, darunter auch der Fall, dass ein Fahrer, nämlich Bastianini, während derselben Veranstaltung Helme von zwei verschiedenen Herstellern verwendete.
Änderungen am Sicherheitsprotokoll für Helme
Die Ursache der Verwirrung liegt in der neuesten Homologationsnorm, die von der Federation Internationale de Motocyclisme (FIM) vorgeschrieben ist und als FIMFRHPhe-02 bezeichnet wird. Sie ist in dieser Saison in Kraft getreten, obwohl der Weltverband ihre Einführung bereits vor drei Jahren angekündigt hatte.
Neben überarbeiteten Aufpralltests für Helmschalen, die nun deutlich strenger sind, wurde besonders darauf geachtet, dass sich Visiere im Falle eines Sturzes nicht lösen können.
Diese Änderungen brachten die Hersteller an ihre Grenzen, sodass mehr als einer nicht rechtzeitig für die ersten beiden Tage auf der Strecke in Buriram bereit war. Hinzu kommt, dass Helmmarken für jede einzelne Größe eine separate Zulassung erhalten müssen, was den Zertifizierungsprozess zusätzlich erschwert.
Zertifizierungslabel aus der Schweiz abgeholt
Der auffälligste Fall in Thailand betraf die PT Tara Group, ein indonesisches Unternehmen, dem KYT sowie Suomy gehören. Bei KYT handelt es sich um die Marke, die Bastianini und Moreira ausrüstet, während Suomy Bagnaia beliefert.
Die Größen der Helme der beiden Italiener und des Brasilianers erhielten die Homologation erst am Donnerstagnachmittag, nachdem sie Labortests in Aragon bestanden hatten.
Das Problem bestand jedoch darin, dass die Zertifizierungslabels nur am FIM-Hauptsitz in Mies in der Schweiz gedruckt werden können. Daher musste ein Mitarbeiter von PT Tara dorthin fliegen, die Labels am Freitag abholen und anschließend über Doha nach Thailand weiterfliegen, wo der Grand Prix stattfand.
Helmdesigns nachgebildet, aber ohne Markenlogo
Da man befürchtete, dass die Bestätigung der Homologation nicht rechtzeitig für die Sessions am Freitag und Samstag eintreffen würde, besorgten sich die drei betroffenen Fahrer bereits zugelassene Alternativen von konkurrierenden Herstellern.
Alle ließen ihre üblichen Helmdesigns nachbilden, während die tatsächliche Marke verborgen wurde, um mögliche rechtliche Probleme zu vermeiden. Am Freitag fuhr Bastianini mit einem Modell von Arai, mit dem er sich jedoch nicht ganz wohl fühlte. Deshalb wechselte er am Samstag auf einen Helm von Alpinestars.
Bagnaia, der seine Kombis von Alpinestars bezieht und wichtiger Markenbotschafter ist, schätzte die ihm entgegengebrachte Aufmerksamkeit: Zwei Mitglieder der Rennabteilung standen am Eingang der Ducati-Garage und verfolgten sein Feedback.
Am Sonntag traten schließlich alle im Warm-up wieder mit ihren regulären Helmen an, die inzwischen mit den korrekt eingenähten Zertifizierungslabels ausgestattet waren.
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