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Wegen Michelin-Frust: Razgatlioglu sehnt den Pirelli-Wechsel herbei

Die MotoGP bleibt für Toprak Razgatlioglu eine Herausforderung - Michelin macht ihm das Leben schwer - Er wartet schon sehnsüchtig auf den Reifenwechsel zu Pirelli

Wegen Michelin-Frust: Razgatlioglu sehnt den Pirelli-Wechsel herbei

Toprak Razgatlioglu hat weiterhin Mühe mit der MotoGP-Yamaha

Foto: Anadolu Anadolu

Toprak Razgatlioglu hat weiterhin Mühe, das MotoGP-Motorrad von Yamaha kennenzulernen und sich daran anzupassen. Die Unterschiede zur Superbike-WM sind enorm. Vor allem die Michelin-Reifen machen dem Türken zu schaffen.

"Das größte Problem, der größte Unterschied, sind die Reifen. Ich bin immer mit Pirelli-Reifen gefahren", sagt Razgatlioglu. "Ich kenne die Pirelli-Reifen. Ich weiß, wie ich das Motorrad damit abbremsen muss."

"Aber Michelin ist komplett anders. Und auch die Motorbremse funktioniert mit Michelin-Reifen nicht auf dieselbe Weise." Deshalb war nach den drei Überseerennen der Montagstest in Jerez besonders wichtig.

Dort konnte der MotoGP-Rookie erstmals seit den Wintertests in Ruhe mit den Yamaha-Ingenieuren arbeiten und die Erfahrungen der ersten Rennen verarbeiten. Trotzdem ist dem 29-Jährigen bewusst, dass noch ein weiter Weg vor ihm liegt.

"Wir haben [beim Jerez-Test] viele verschiedene Einstellungen für die Motorbremse ausprobiert. Wir haben viele verschiedene Ansätze getestet. Wir sehen es in den Daten und verstehen jetzt, welcher Weg für mich besser ist."

"Was ich aus den Daten verstehe: Ich muss meinen Fahrstil noch stärker verändern. Aber wir werden sehen. Es ist nicht einfach, den Fahrstil zu ändern. Ich hoffe, dass wir etwas verbessern können."

An den ersten sechs Wochenenden sammelte Razgatlioglu zweimal WM-Punkte. Das war ein Punkt für Platz 15 in Austin und drei für Platz 13 in Le Mans. Mehrmals sprach er von Motivationsproblemen und davon, dass es keinen Spaß mache.

Nichts klappt für Razgatlioglu mit Michelin-Reifen

Hat er sich mit seinem Talent mehr erhofft? Bei der Antwort auf diese Frage verweist der dreimalige Superbike-Weltmeister erneut auf die Michelin-Reifen, die er immer noch nicht richtig versteht.

"Ich versuche es, aber es funktioniert mit diesem Reifen nicht. Denn dieser Reifen hat so ein Fenster. Wenn man ihn in diesem Fenster nutzt, funktioniert er. Wenn man hier oder dort [aus diesem Fenster] hinauskommt, funktioniert er nicht mehr."

"Der Reifen dreht dann nur durch, und auch das Bremsen klappt nicht. Es ist sehr schwer zu managen. Fabio [Quartararo] und die anderen Yamaha-Fahrer kennen den Reifen. Sie wissen, wie er funktioniert."

"Ich versuche es immer noch zu verstehen, aber wir haben jetzt sechs Rennwochenenden absolviert und ich verstehe es immer noch nicht. Das macht mich wütend. Also ja, es ist schwierig."

Pirelli im Hinterkopf macht es zusätzlich schwer

Schwierig sind für Razgatlioglu auch die Strecken, die er von der Superbike-WM kennt. Bei für ihn neuen Strecken wie dem Bugatti Circuit in Le Mans hat er keine Referenz und fällt nicht in den Superbike-Stil zurück.

Zuletzt in Barcelona kamen im Hinterkopf immer wieder die Eindrücke aus der Superbike-WM auf: "Das größte Problem: Wenn ich mit Michelin einen seltsamen Moment spüre, denke ich sofort an Pirelli. Das ist mein großes Problem."

"Ich muss Pirelli vergessen", versucht sich Razgatlioglu einzureden. Der Vergleich war für ihn vor allem in Barcelona eklatant, denn dieser Asphalt bietet extrem wenig Grip, sodass das Reifenmanagement entscheidend wird.

Toprak Razgatlioglu, Alberto Giribuola

Der MotoGP-Rookie mit seinem Crewchief Alberto Giribuola

Foto: Anadolu

Er sagt im Vergleich: "Man hat [mit Pirelli] immer Grip. Viel mehr als mit Michelin. Aber auch am Anfang, wenn man sehr hart pusht und viel Spin hat. Am Ende bricht der Reifen stark ein."

"Bei Pirelli ist der große Unterschied dieser starke Einbruch am Ende. Wenn man am Anfang hart pusht, bricht Pirelli am Ende stark ein. Aber hier [mit Michelin] gibt es null Grip. Und mit jeder Runde wird es schlimmer."

Deswegen freut sich Razgatlioglu auf seinen ersten Test mit der 850er-Yamaha und den Pirelli-Reifen für das nächste Jahr, wenn die italienische Marke die Königsklasse ausrüstet: "Darauf warte ich wirklich."

Bulega bestätigt: Mit Pirelli-Reifen wird es 2027 einfacher

Einer, der diese Probleme sehr gut nachvollziehen kann, ist Nicolo Bulega. Auch der Ducati-Fahrer ist in der Superbike-WM bestens mit den Pirelli-Reifen vertraut. Ende 2025 absolvierte Bulega seine ersten beiden MotoGP-Rennen.

Er vertrat damals den verletzten Marc Marquez im Ducati-Werksteam. "Als ich diese Rennen gefahren bin, war der schwierigste Teil die Anpassung an die Michelin-Reifen, weil die Reifen sehr unterschiedlich sind", bestätigt Bulega Razgatlioglu.

"Als ich zurück in die Superbike-WM gegangen bin, habe ich zwei oder drei Tage gebraucht, um mich wieder an die Pirellis zu gewöhnen." Aktuell hat Bulega einen kleinen Wissensvorsprung vor Razgatlioglu.

Nicolo Bulega

Nicolo Bulega fuhr Ende 2025 zwei MotoGP-Rennen

Foto: Jose Breton/Pics Action/NurPhoto via Getty Images

Anfang Mai durfte der Italiener in Mugello erstmals den 850er-Prototypen von Ducati mit Pirelli-Reifen testen. Dabei hat Bulega interessante Erkenntnisse und Vergleiche mit Blick auf die MotoGP-Saison 2027 gewonnen.

"Dieses Mal war es viel einfacher, weil ich das MotoGP-Motorrad mit Pirelli-Reifen getestet habe. Die Reifen sind zwar noch etwas unterschiedlich, weil das eine MotoGP und das andere Superbike ist, aber die Familie ist sehr ähnlich."

"Als ich wieder auf das Superbike gestiegen bin, habe ich mich sofort wohlgefühlt. Der größte Unterschied bleibt das Motorrad, aber vor allem dank der Reifen war keine große Umstellung von einer Kategorie zur anderen nötig", hält Bulega fest.

Der 26-Jährige glaubt, dass sich 2027 der Wechsel von der Superbike-WM in die MotoGP deutlich einfacher gestalten wird als aktuell. Denn auch die Ride-Height-Systeme fallen weg und das Fahrgefühl soll natürlicher werden.

"Ja, definitiv. Als ich früher das MotoGP-Motorrad getestet habe, fiel es mir schwer, immer daran zu denken, sie zu nutzen. Für Fahrer aus der Superbike-WM oder der Moto2 wird es viel einfacher", ist Bulega überzeugt.

"Aber beim Mugello-Test war es großartig, weil ich ein MotoGP-Motorrad gefahren bin, das sich in gewisser Weise sehr ähnlich wie ein Superbike angefühlt hat." Ob Bulega im nächsten Jahr einen MotoGP-Platz ergattert, ist noch offen.

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