Wer erhält das MotoGP-Ticket 2027? Bulega und Vietti über ihre Chancen
Nicolo Bulega und Celestino Vietti träumen von der MotoGP 2027 und sprechen offen über ihre Chancen - Unterstützung erhält Bulega dabei von Toprak Razgatlioglu
2025 ersetzte Nicolo Bulega den verletzten Marc Marquez an zwei Wochenenden
Foto: Getty Getty
Die Diskussion um mögliche MotoGP-Aufsteiger für die Saison 2027 nimmt weiter Fahrt auf und im Zentrum stehen dabei zwei Namen aus der aktuellen WM-Szene: Nicolo Bulega (Superbike-WM) und Celestino Vietti (Moto2-Klasse). Beide Italiener äußern sich vorsichtig optimistisch über ihre Chancen.
Im Umfeld von Spekulationen um einen möglichen Platz bei VR46-Ducati in der MotoGP hält sich Bulega zwar bewusst zurück, macht aber keinen Hehl daraus, dass der Aufstieg in die Königsklasse ein langfristiges Ziel für ihn bleibt.
"Ehrlich gesagt habe ich nicht viel zu sagen. Es könnte eine Möglichkeit sein, wir sprechen darüber, aber nichts ist bisher in Stein gemeißelt", verrät der Italiener bei GPOne.com.
Gleichzeitig betont er, wie sehr auf einen Aufstieg hofft: "Natürlich würde ich es lieben, denn die MotoGP ist für jeden ein Traum, einer, den ich seit meiner Kindheit habe. Ich würde mir wünschen, noch einmal die Chance zu bekommen, in das andere Fahrerlager zurückzukehren - nach meiner Zeit in der Moto2."
Was den potenziellen Wechsel seiner Teamfarben von Rot zu Gelb angeht, zeigt sich Bulega offen: "Für ein MotoGP-Bike wäre ich sogar mit Lila einverstanden. Jede Farbe ist okay." Intern wird der 26-Jährige seit Wochen als Kandidat für einen möglichen Ducati-nahen MotoGP-Platz gehandelt. Offiziell ist jedoch nichts.
Toprak: "Er hat das Niveau für MotoGP"
Interessant ist in dem Zusammenhang auch die Einschätzung von MotoGP-Rookie Toprak Razgatlioglu, der Bulega aus direkten Duellen in der Superbike-WM gut kennt und dessen Entwicklung genau verfolgt. Seine Bewertung fällt klar aus und deutlich positiver als viele zurückhaltende Stimmen im Fahrerlager.
"Ich denke, er verdient die MotoGP. Er ist ein wirklich schneller Fahrer", urteilt Razgatlioglu und hebt er die Kombination aus Talent und technischer Anpassungsfähigkeit hervor.
"Sein Fahrstil ist wie für die MotoGP gemacht. Wenn Ducati ihn in die MotoGP bringt, kann er sehr besondere Ergebnisse erzielen." Gleichzeitig betont Razgatlioglu die strategische Bedeutung des aktuellen Umfelds: "Er wächst mit Ducati auf. Ich denke also, es ist besser, wenn er mit Ducati in die MotoGP geht."
Vietti sieht seine Zeit davonrennen

Beim Test in Valencia 2025 durfte Celestino Vietti die VR46-Ducati fahren
Foto: Getty Images Europe
Auch Celestino Vietti formuliert seinen MotoGP-Wunsch klar. Der Moto2-Pilot, der in Mugello jüngst den zweiten Platz belegte, macht deutlich, dass er zwar auf den Aufstieg hinarbeitet, aber keine konkreten Leistungsziele von außen erhält.
"Ich will wirklich dorthin. Also gebe ich mein Bestes, versuche der beste 'Cele' zu sein, um die Chance zu bekommen", betont der Italiener, stellt aber auch klar: "Niemand hat mir gesagt: Du musst dieses oder jenes Ergebnis erreichen. Ich denke, VR46 lässt mir in der Hinsicht den Kopf frei, ohne zusätzlichen Druck."
Diese Freiheit hat allerdings auch eine Kehrseite. Vietti wird deutlich, wenn er über die zeitliche Dimension seiner Karriere spricht: "Das Problem ist: Wenn es 2027 nicht klappt, dann laufen die Verträge zwei Jahre - zwei weitere Jahre."
"Und dann dreht sich das Rad weiter, und ich bin nicht mehr so jung", weiß Vietti. "Es ist ein Moment, in dem ich etwas für meine Zukunft tun muss." Sein Ziel bleibt daher klar definiert: Der MotoGP-Aufstieg ist sein zentraler Antrieb.
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