Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Alex Rins
Fabio Quartararo holt aus der Yamaha wieder Unfassbares heraus - Alex Rins hat technische Probleme, Schmerzen im Bein und seine Karriere neigt sich dem Ende zu
Alex Rins bestreitet womöglich seine letzte MotoGP-Saison
Foto: Getty Getty
Liebe MotoGP-Fans,
zunächst möchte ich Aprilia zum ersten Dreifacherfolg in der Königsklasse gratulieren. Vor wenigen Jahren waren die Italiener noch das Schlusslicht im Feld, und es war kaum vorstellbar, dass ihnen ein solcher Erfolg jemals gelingen würde. Hut ab!
Für Ducati und vor allem für das Werksteam war Le Mans ein bitteres Wochenende. Allerdings war die Performance vorhanden. Der Rundenrekord von Marc Marquez in Q1 zeigte, was möglich ist, wenn er sich wohlfühlt.
Ich glaube, diese Runde hat auch ihm klargemacht, dass er es noch immer kann, wenn alles stimmt. Nun wünschen wir ihm nach der Operation alles Gute für die Rehabilitation, damit er bald wieder zurückkehren kann.
Francesco Bagnaia war bis zum Sturz auch vorne dabei. Es scheint, dass Ducati beim Jerez-Test an den richtigen Stellschrauben gedreht hat, aber abschließend beurteilen kann man das noch nicht.
Nun geht es in Barcelona weiter. Auf dieser Strecke hatte Aprilia im vergangenen Jahr einige Schwierigkeiten. Andererseits ist es eine sehr gute Strecke für Alex Marquez und Bagnaia. Dort könnte Ducati wieder das Zepter übernehmen.
Quartararo zeigt wieder seine Extraklasse
Für unsere traditionelle Montagskolumne habe ich mich deshalb nicht für Ducati entschieden, sondern für einen anderen Fahrer, dem wir uns widmen müssen: Alex Rins. Sein Verbleib in der MotoGP 2027 ist mehr als fraglich.
Als der sechsmalige Rennsieger am Freitag mit Platz acht die direkte Q2-Qualifikation erreichte, habe ich mich ehrlich gesagt für ihn gefreut. Endlich konnte Rins wieder einmal ein Highlight zeigen, das er so dringend benötigt.

Fabio Quartararo holte aus der Yamaha wieder das Maximum heraus
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Aber ab dem Samstag stellte Fabio Quartararo wieder die normale Yamaha-Hackordnung her: Über Q1 sicherte er sich schließlich den sechsten Startplatz, während Rins nur Zwölfter wurde.
Und von dieser Ausgangsposition hat Quartararo in den Rennen wieder seine Extraklasse gezeigt: Platz fünf im Sprint und Platz sechs im Grand Prix. Im langen Rennen hatte der Franzose nur acht Sekunden Rückstand.
Das zeigte einmal mehr, dass Quartararo einer der talentiertesten und besten Fahrer im Feld ist. Andererseits wurde Rins im Sprint 13. und im Grand Prix Zwölfter - 32 Sekunden hinter dem Sieger.
Immer wieder technische Probleme bei Rins
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass beim Motorrad von Rins schon bei einigen Rennen in diesem Jahr technische Probleme aufgetreten sind. Das war auch am Sonntag in Le Mans der Fall, weshalb er schon ans Aufgeben dachte.
"Ich meine, wir alle akzeptieren, dass wir das Wochenende mit einem Motorrad beginnen, das den anderen unterlegen ist. Aber es ist mittlerweile der zweite oder dritte Grand Prix, bei dem ich Probleme mit dem Motorrad habe."

Alex Rins hatte auch in Le Mans wieder technische Probleme
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"Eine Runde fuhr ich in 1:36. Ich war kurz davor, in die Box zu fahren", schildert Rins, "um zumindest den Motor zu retten, weil ich gespürt habe, dass der Powerverlust auf der Geraden enorm war."
"Dann war ich für 200 Meter im zweiten Gang, es hat nicht hochgeschaltet. Aber danach hat das Motorrad dann wieder angefangen zu funktionieren. Am Ende ist es unglaublich frustrierend, wenn es nicht in deinen Händen liegt."
Ist es einfach Pech, dass bei ihm so oft technische Probleme auftreten? "Ich glaube nicht, dass es Pech ist", meint Rins. "Ich denke, es liegt daran, dass es ein wirklich neues Projekt ist."
Beinverletzung immer noch nicht optimal geheilt
Bitter ist die Situation für den 30-Jährigen dennoch, denn Highlights wie am Freitag sind von ihm viel zu selten zu sehen. Als Rins 2024 zu Yamaha gestoßen ist, habe ich schon gedacht, dass das gut passen könnte.
Aber mit dem Charakter des Reihenvierzylinders ist er nie wirklich klargekommen. Das Motorrad verhielt sich in der Praxis ganz anders als die Suzuki mit dem Reihenvierzylinder. Nun ist das V4-Motorrad ein komplett neues Projekt.
Dazu kommt, dass Rins noch sehr lange die Nachwirkungen der schweren Beinverletzung von Mugello 2023 spürte. Auch heute lebt er immer noch mit Schmerzen.
Jüngst sagte er: "Noch heute ist mein Schienbein nicht verheilt und nicht mit dem Knochen verwachsen. Ich habe eine Schraube, die sich rauf und runter bewegt. Und am Ende akzeptiert man das. Die Narben sind wie Tattoos."
"Am Ende ist es die Geschichte deines Lebens. Die Möglichkeit zu haben, fahren zu können, sich einer Sache widmen zu können, die man liebt - das ist es, was einen antreibt. Das bedeutet, dass man weitermacht. Ich fühle mich sehr glücklich."
Allerdings deutet derzeit alles darauf hin, dass seine MotoGP-Karriere am Saisonende enden wird. Bisher haben wir nicht gehört, dass ein Team konkretes Interesse an Rins bekundet hat.
Und ehrlich gesagt, wenn ich Teamchef eines Satellitenteams wäre und noch einen Fahrer suchen würde, dann würde ich wahrscheinlich eher einem jungen Talent aus der Moto2 eine Chance geben. Wie sieht ihr das?
Euer
Gerald Dirnbeck
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