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Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Honda

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Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Honda
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Alex Marquez, Cal Crutchlow und Stefan Bradl kommen in Spielberg 2 außerhalb der WM-Punkteränge ins Ziel - Technisch kommt man bei Honda nicht vorwärts

Liebe Leser,

beim zweiten Rennwochenende in Spielberg haben wir zwar auch einige brenzlige Unfälle gesehen, aber zum Glück waren sie nicht so haarsträubend wie beim ersten. Klar, dass Maverick Vinales bei etwas über 200 km/h von seiner Yamaha springen musste, war beängstigend.

Dass ein Fahrer plötzlich keine Vorderradbremse mehr hat, darf natürlich nicht passieren. Wobei man auch festhalten muss, dass hauptsächlich Yamaha von den Bremsproblemen betroffen war. Festhalten muss man auch, dass Brembo sehr selten Probleme und Defekte hat.

Deswegen würde ich nicht gleich mit dem Finger auf Brembo zeigen. Einige ihrer Techniker werden sicher nicht gut geschlafen haben. Da es aber kein allgemeines Problem für alle Fahrer war, denke ich schon, dass man mit gründlicher Analyse die richtigen Maßnahmen ergreifen wird.

Kommen wir deshalb zum eigentlichen Thema unserer traditionellen Montagskolumne "Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat". Die Plätze 16, 17 und 18 sprechen Bände. Alex Marquez, Cal Crutchlow und Stefan Bradl sind allesamt außerhalb der WM-Punkteränge ins Ziel gekommen.

Takeo Yokoyama

Takeo Yokoyama ist bei Honda Technischer Manager des MotoGP-Projekts

Foto: Repsol

Das erfolgsverwöhnte Repsol-Honda-Team ist nach fünf Rennen auf dem letzten Platz der Teamwertung zu finden. In der Herstellerwertung ist Honda Fünfter und Vorletzter. Dass man nicht Letzter ist, liegt vor allem an Takaaki Nakagami, der mit der 2019er-Version der RC213V sehr gut fährt.

Ohne Rennabbruch wäre der Japaner vermutlich sogar auf dem Podest gestanden. Nakagami hat seit Jerez verstanden, wie man mit dieser Honda fahren muss. Er orientiert sich vor allem in der Bremszone am Fahrstil von Marc Marquez. Mit Erfolg!

Honda arbeitet viel, aber es ist ein Limit erreicht

Mit der 2020er-Honda läuft es gar nicht. Selbst Marc Marquez merkte in Jerez an, dass Honda in den kommenden Wochen am Chassis und der Schwinge arbeiten muss, denn glücklich wirkte auch er nicht. Honda arbeitet zwar auf Hochtouren, aber man kommt nicht weiter.

Sowohl Crutchlow als auch Bradl bestätigen, dass extrem viel am Motorrad geändert wird. Man wird aber nicht schneller. Das Problem fängt schon im Qualifying an. Mit einem frischen Reifen steigern sich die Honda-Fahrer um ein, zwei Zehntelsekunden - aber nicht um mehr.

Stefan Bradl, Alex Marquez

Das Honda-Werksteam fährt derzeit auf den letzten Plätzen herum

Foto: Motorsport Images

Nach Spielberg merkte Crutchlow zudem an, dass er im Rennen niemanden überholen konnte. Weder auf der Geraden, noch in der Bremsphase - obwohl der Kurveneingang immer eine Stärke der RC213V war. Startet man weit hinten, kann man das Rennen in der heutigen MotoGP schon vergessen.

Laut Bradl wurde die Honda insgesamt schwieriger zu fahren. Zudem ist das Arbeitsfenster sehr schmal und es ist sehr schwierig, dort hineinzukommen. Der neue Michelin-Hinterreifen bereitet auch Problem. Honda arbeitet auf Hochtouren, aber man ist teilweise ratlos.

Klar, Alex Marquez ist ein Rookie und Bradl "nur" der Testfahrer. Crutchlow fuhr gestern hinter Alex Marquez und lobte, dass er richtig gut fährt. Und Crutchlow selbst betont, dass ihn sein operiertes Handgelenk nicht mehr stört und er alles gibt - ohne nennenswerte Erfolge.

Bereut Pol Espargaro seinen Wechsel schon?

Blickt man auf die Performance, dann ist die 2020er-Honda vermutlich sogar das "schlechteste" Motorrad im Feld. Aprilia zeigt Potenzial, aber dort fährt praktisch nur Aleix Espargaro. Wenn es mal bei ihm nicht gut läuft - wie am Samstag im Qualifying - dann ist er weit hinten.

Im Rennen hätte Aleix Espargaro das Tempo gehabt, um in die Top 6 zu fahren. Die RS-GP zeigt Potenzial, wie man immer wieder sieht. Aprilia muss es eben noch schaffen, alles auf den Punkt genau umzusetzen.

Die drei Honda-Fahrer sagen auf der anderen Seite, dass sie ein Limit erreicht haben und sich trotz vieler Änderungen die Performance nicht bessert. Deswegen steckt Honda mit dem 2020er-Motorrad derzeit richtig in der Bredouille.

Pol Espargaro

Wie sehr bereut Pol Espargaro seinen Abschied von KTM schon?

Foto: Motorsport Images

Und das bringt mich zu einem Fahrer, der vielleicht nicht letzte Nacht schlecht geschlafen hat, dem vermutlich aber noch viele schlaflose Nächte bevorstehen: Pol Espargaro. Die KTM zählt jetzt zu den besten Motorrädern im Feld.

Auf allen bisherigen Strecken war die RC16 konkurrenzfähig und ich sehe keinen Grund, warum die österreichische Marke nicht auch bei den restlichen Rennen in diesem Jahr im Spitzenfeld dabei sein sollte. Die Konkurrenz spricht teilweise schon vom insgesamt besten Paket.

Selbst wenn er es öffentlich leugnet, kann ich mir nicht vorstellen, dass Pol Espargaro seinen Wechsel zu Honda nicht schon bereut. Denn die Früchte des Erfolges werden in den kommenden Jahren andere Fahrer mit KTM ernten. Brad Binder und Miguel Oliveira zählen zu den großen Stars von morgen. Der Generationenwechsel in der MotoGP ist voll im Gange.

Ihr

Gerald Dirnbeck

Mit Bildmaterial von Repsol.

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Artikel-Info

Rennserie MotoGP
Event Spielberg 2
Subevent Rennen
Fahrer Cal Crutchlow , Stefan Bradl , Alex Marquez
Teams Repsol Honda Team
Urheber Gerald Dirnbeck