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MotoGP Assen

Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Miguel Oliveira

Aprilia setzt nicht auf Miguel Oliveira und seine Optionen für 2025 schwinden - Auch Trackhouse hat vom MotoGP-Rennsieger mehr erwartet - Geht Oliveiras Zeit zu Ende?

Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Miguel Oliveira

Liebe MotoGP-Fans,

nach Mugello hat Francesco Bagnaia auch in Assen eine perfekte, fehlerfreie und überlegene Performance gezeigt. Mit solchen Vorstellungen macht er kleinere Fauxpas, wie den Sturz im Barcelona-Sprint in Führung liegend, wieder wett. Drei Rennsiege plus zwei Sprintsiege hintereinander zeigen, dass der Titelverteidiger der Mann ist, den es zu schlagen gilt.

Aus sportlicher Sicht sind die Verhältnisse klar. Mittlerweile sind auch die meisten Puzzlesteine für die Saison 2025 an ihre (neuen) Plätze gefallen. Das war bisher die verrückteste "Silly Season", die ich je im Motorsport erlebt habe.

 

Ob es Ducati richtig gemacht hat, auf Marc Marquez zu setzen und dafür zwei Topfahrer und das beste Satellitenteam zu verlieren, werden wir vermutlich erst Ende 2026, wenn die aktuelle Reglement-Periode zu Ende geht, richtig beurteilen können.

Fest steht, dass die bisherige Erfolgsstrategie von Ducati, sich auf junge Fahrer zu konzentrieren und sich mit vielen Teams breit aufzustellen, zu Ende ist. Für die Balance im Feld ist das aber gut. Es gibt einerseits im nächsten Jahr nur noch sechs Desmosedici im Feld.

Andererseits haben KTM und Aprilia absolute Spitzenfahrer im Aufgebot. Yamaha hat mit Fabio Quartararo die eigene Nummer 1 halten können. Sollte der Vertrag mit Alex Rins erwartungsgemäß verlängert werden, dann ist auch Yamaha fahrerisch weiterhin stark aufgestellt.

Honda müssen wir ausklammern, da sie technisch noch deutlich hinterherhinken. Aber die anderen Hersteller sind für die nächsten beiden Jahre top besetzt. Wir Beobachter und Fans können uns auf eine spannende, abwechslungsreiche MotoGP-Zukunft freuen!

Selbst Aprilia sieht Oliveira nicht im Werksteam

Ein Name, der in diesem ganzen Transferpoker bisher nie genannt wurde, ist Miguel Oliveira. Selbst bei Aprilia ist er nicht zum Zug gekommen. Massimo Rivola hat zwar betont, dass man gerne mit ihm weitermachen möchte, aber eben bei Trackhouse und nicht im Werksteam.

Das muss für den stolzen Portugiesen eine herbe Enttäuschung sein. Jack Miller hat aus seiner Enttäuschung über sein KTM-Aus kein Geheimnis gemacht. Er hat offen darüber gesprochen und sein Herz auf der Zunge getragen.

Miguel Oliveira

Mit der aktuellen RS-GP steht Oliveira im Schatten von Vinales und Espargaro

Foto: Motorsport Images

Ganz anders Oliveira. Als er in Assen befragt wurde, was er dazu meint, dass er nicht im Aprilia-Werksteam den zweiten Platz bekommen hat, hat er mit den Achseln gezuckt und gemeint, dass es eine Business-Entscheidung war, weil Aprilia einen Italiener brauchte.

Auf mich wirkt Oliveira so, dass er vollends von sich, seinem Talent und seiner Klasse überzeugt ist. Es ist meine subjektive Einschätzung, aber er strahlt für mich diese stoische Überzeugung aus - so als hätte er gerade drei Grands Prix hintereinander dominiert, und nicht Bagnaia.

Warum er dann nicht im Mittelpunkt steht und sich die MotoGP-Welt nicht um ihn dreht, hat für Oliveira politische Gründe, Business-Gründe, oder es liegt eben einfach nur daran, dass er keinen spanischen oder italienischen Pass hat. Der Portugiese ist sehr von sich selbst überzeugt.

In der MotoGP ist nicht der nächste Schritt gekommen

Und er hat auch Talent. Mit fünf Siegen ist er immer noch der erfolgreichste KTM-Fahrer in der MotoGP. Nicht nur bei diesen Siegen hat er seine Klasse gezeigt. Denn prinzipiell schätze ich Oliveira als Fahrer ein, der das Zeug hat, an der Spitze kräftig mitmischen zu können.

Blicken wir auf die Moto2-Saison 2018 zurück. Damals lieferten sich Bagnaia und Oliveira einen spannenden WM-Kampf. Beide haben alle Rennen in den WM-Punkterängen beendet und damit praktisch eine perfekte Saison gezeigt.

Am Ende hatte Bagnaia mit neun Punkten Vorsprung knapp die Nase vorne. Ende 2018 konnte ich nicht sagen, wer von beiden wirklich besser ist. Ich sah sie auf Augenhöhe. Aber dann hat Bagnaia in der MotoGP den nächsten Schritt gemacht und sich dorthin gearbeitet, wo er ist.

Miguel Oliveira, Francesco Bagnaia

2018 kämpften Francesco Bagnaia und Miguel Oliveira um den Moto2-WM-Titel

Foto: LAT

Einen Schritt, den Oliveira mit Ausnahme von wenigen Highlights nicht gemacht hat. Deshalb stelle ich mir die Frage, ob er sich zu sehr auf sein Talent verlässt. Mit Talent alleine erreicht man bei der aktuell hohen Leistungsdichte in der MotoGP nichts mehr.

Ein Marc Marquez hat unbestritten Talent. Aber er hat sich auch mit eisernem Willen, harter Arbeit und Hartnäckigkeit aus seinem Tal zurück an die Spitze gekämpft. Dazu spielt er politisch seine Karten perfekt. Das alles zeichnet große Champions aus.

Die aktuelle Aprilia RS-GP kann zwar noch nicht an jedem Rennwochenende gewinnen, aber das Motorrad ist gut genug, damit sich ein talentierter Fahrer in Szene setzen und Highlights zeigen kann. Wie viel haben wir von Oliveira in der ersten Saisonhälfte gesehen?

Trackhouse hat sich von Oliveira mehr erwartet

Mein niederländischer Kollege Bjorn Smit hat sich in Assen mit Trackhouse-Teammanager Wilco Zeelenberg unterhalten. Zeelenbergs Aussagen sind eindeutig: "Wir hatten mehr erwartet, weil wir das gleiche Motorrad wie Aleix und Maverick haben."

"Deshalb hatten wir für Miguel mehr in unserem Kopf - mehr Top-10-Ergebnisse, vielleicht ein Podium, vielleicht mehr sechste und siebte Plätze. Wir haben also mehr erwartet", hält der Ex-Rennfahrer fest. "Das hat er natürlich selbst auch."

Miguel Oliveira, Wilco Zeelenberg

Wilco Zeelenberg hatte sich vom Portugiesen bessere Ergebnisse erwartet

Foto: Motorsport Images

Warum klappt es bisher nicht? "Er findet kein gutes Gefühl für das 2024er-Motorrad. Wir suchen danach, damit er das bekommt, wie er am liebsten fährt. Aber das ändert sich auch von Rennen zu Rennen. Es ist schwierig, eine Basisabstimmung zu finden. Deshalb hat er so große Mühe."

Joe Roberts klopft an die Trackhouse-Türe

Viele Optionen für die Zukunft hat Oliveira nicht. Paolo Campinoti hat seinen Namen bisher nicht als Kandidaten für Pramac-Yamaha genannt. Mit Gresini kam es schon für 2023 zu keiner Einigung, denn die Italiener entschieden sich lieber für Alex Marquez.

Bliebe eigentlich nur ein Verbleib bei Trackhouse, falls das US-Team nicht andere Pläne verfolgen sollte. Teamkollege Raul Fernandez war zuletzt einige Male schneller als Oliveira, vor allem im Training und im Qualifying.

Joe Roberts

Gibt Trackhouse im nächsten Jahr Joe Roberts die MotoGP-Chance?

Foto: Motorsport Images

Bei Trackhouse klopft auch John Hopkins an die Tür. Der ehemalige MotoGP-Fahrer ist Manager von Joe Roberts und will seinen US-Landsmann im nächsten Jahr unbedingt in die Königsklasse bringen. Von Trackhouse hört man, dass durchaus Interesse besteht.

Wird Oliveira seinen Platz an Roberts verlieren? Falls er doch noch ein Jahr bleiben kann, wird er sich gegen Jorge Martin und Marco Bezzecchi messen müssen. Sollte er auch gegen diese beiden Fahrer mit dem gleichen Motorrad untergehen, dann werden seine Tage in der Königsklasse endgültig gezählt sein.

Ihr,

Gerald Dirnbeck

Wer war aus Ihrer Sicht der Verlierer des MotoGP-Wochenendes? Teilen Sie mir Ihre Meinung auf Facebook unter "Racing inside mit Gerald Dirnbeck" mit. Dort gibt es meine Texte, Insiderinfos, Meinungen und Einschätzungen zu aktuellen Themen. Und natürlich die Möglichkeit, diese Kolumne zu diskutieren!

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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