MotoGP
20 Sept.
-
22 Sept.
Event beendet
04 Okt.
-
06 Okt.
Event beendet
18 Okt.
-
20 Okt.
Event beendet
25 Okt.
-
27 Okt.
Event beendet
01 Nov.
-
03 Nov.
Event beendet
15 Nov.
-
17 Nov.
Event beendet
Details anzeigen:

"Wind nicht konstant": MotoGP-Piloten erklären Qualifying-Absage am Samstag

geteilte inhalte
kommentare
"Wind nicht konstant": MotoGP-Piloten erklären Qualifying-Absage am Samstag
Autor:
Co-Autor: Oriol Puigdemont
26.10.2019, 09:07

Die Mehrheit der MotoGP-Piloten hat sich für die Vertagung des Australien-Qualifyings ausgesprochen, aber es bleiben auch für Sonntag offene Fragen

Das MotoGP-Qualifying zum Grand Prix von Australien auf Phillip Island konnte am Samstag nicht stattfinden. Derzeit ist es im neuen Zeitplan für Sonntagvormittag geplant. Ob es dann wird stattfinden können, wird aber vom Wetter abhängen und wird sich sich erst am Sonntag kurzfristig entscheiden.

Auf die Verschiebung, die Stand jetzt einen vollgepackten Zeitplan für Sonntag vorsieht, hat man sich am Samstag bei einem spontan einberufenen Treffen zwischen den Mitgliedern der Sicherheitskommission und den MotoGP-Piloten verständigt. Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta war zwar nicht dabei, dafür aber dessen Sohn Carlos Ezpeleta zusammen mit Loris Capirossi, Franco Uncini und Mike Webb.

Fotos: MotoGP auf Phillip Island

"Wir haben uns zusammengesetzt, um die Meinungen der Piloten einzuholen. Dabei haben sich die meisten dafür ausgesprochen, dass die Bedingungen nicht sicher genug sind", berichtet Capirossi gegenüber 'MotoGP.com' in seiner Funktion als für die Sicherheit verantwortliches Mitglied der Rennleitung.

"Das Problem ist der Wind, der sehr stark weht und nicht konstant ist", erklärt Capirossi und bestätigt damit das, was beispielsweise auch Valentino Rossi sagt. "Der Wind ist sehr aggressiv. Weil er nicht konstant ist und stark bläst, lässt er sich schwer vorhersagen. Das macht es so schwierig", so Rossi nach dem spontan einberufenen Treffen, bei dem man zumindest für den Samstag auf Absage entschieden hat.

Nach Sturz von Oliveira: Mehrheit für Quali-Absage am Samstag

Mit Ausnahme von drei Piloten haben sich alle für die Absage am Samstag ausgesprochen. Auslöser für das spontane Treffen war der Sturz von Miguel Oliveira im vierten Freien Training (FT4). Der Tech-3-Pilot fuhr im Windschatten von Johann Zarco (LCR-Honda), als er am Ende der Start/Ziel-Gerade von einer starken Windböe erwischt und buchstäblich von der Strecke geweht wurde.

 

In Kurve 1 legte Oliveira daraufhin wie seine Tech-3-KTM mehrere Salti im Kiesbett hin. Die Untersuchung im Medical-Center der Strecke ergab keine Knochenbrüche. Ob der Portugiese am Sonntag wird fahren können, muss aber eine zweite Untersuchung zeigen.

Marc Marquez: "Alleinfahrt war innerhalb der Limits"

Kritisch waren die Bedingungen aber nicht erst im vierten Training der MotoGP-Klasse. Schon im Qualifying der Moto2-Klasse, das unmittelbar vorangegangen war, hatte es am Ende der Start/Ziel-Gerade einen durch den Wind ausgelösten Sturz gegeben. Es betraf Kiefer-Pilot Lucas Tulovic, der sich dabei mit viel Glück nicht verletzt hat.

"In der letzten Minute hat mich am Ende der Start/Ziel-Gerade eine Windböe erwischt und auf die Wiese rausgedrückt. Auf der feuchten Wiese war es mit 220 km/h mit Slicks sehr abenteuerlich. Mir ist dann auch nichts anderes übriggeblieben, als das Motorrad umzulegen. Sonst wäre ich volle Kanne in einen Reifenstapel eingeschlagen", berichtet Tulovic.

Marc Marquez

Marc Marquez findet, dass es in Alleinfahrt okay war, unterstützt aber die Vertagung

Foto: LAT

MotoGP-Weltmeister Marc Marquez war einer der drei Piloten, die sich beim Treffen mit der Sicherheitskommission nicht direkt für die Absage des Qualifyings am Samstag ausgesprochen haben. "Es war problematisch, ja. Ich finde aber, in Alleinfahrt war es innerhalb der Limits", sagt Marquez.

Bikes mit Winglets anfälliger für Wind?

"Beim Überholen war es aber anders. Deshalb haben wir im Sinne der Sicherheit für die Absage entschieden", so Marquez, der bestätigt: "Ich war der Ansicht, dass es eine kleine Chance gab, trotzdem zu fahren. Bis zur Roten Flagge [kurz nach Oliveiras Sturz im FP4] sind wir ja auch gefahren. Es stimmt aber, dass es sehr gefährlich war. Und da es lediglich um das Qualifying ging, war es es nicht wert, für alle in hohes Risiko einzugehen."

Winglets: Ducati Desmosedici GP19

Mach die Winglets wie ihr an der Ducati GP19 die Bikes anfälliger für Wind?

Foto: LAT

Das große Thema am Samstag auf Phillip Island war der Wind. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die modernen MotoGP-Bikes mit ihren Winglets anfälliger für Windböen sind als es noch vor einigen Jahren der Fall gewesen ist.

Routinier Andrea Dovizioso antwortet bedacht: "Ich denke, die Winglets haben positive und negative Auswirkungen. Natürlich bleibt damit einerseits das Vorderrad besser am Boden, was ein Vorteil ist. Andererseits gibt es aber vielleicht auch eine größere Angriffsfläche für den Wind, um das Bike aus der Spur zu bringen. Es ist aber sehr schwer zu beziffern, wie extrem sich die positiven und negativen Seiten auswirken."

Vinales, Rossi und Co.: Sicherheit geht vor

Maverick Vinales, der in Kombination der Rundenzeiten aus den ersten drei Freien Trainings der Schnellste ist, merkt an: "Es gab eine kleine Chance, dass wir doch fahren würden. Wir müssen aber clever sein und die Sicherheit voranstellen. Bei diesen Bedingungen ist ein Fehler sehr schnell passiert und der kann dann schlimme Folgen haben. Es ist nicht einfach, bei diesem Wind mit 340 km/h in die erste Kurve einzubiegen."

Teamkollege Rossi stimmt zu und muss überlegen, um sich an vergleichbare Bedingungen zu erinnern. "Es war vor langer Zeit ebenfalls auf Phillip Island. Das war damals bei einem Test der 250er-Klasse, als es ebenfalls extrem windig war und wir damals abgebrochen haben", so der 40-jährige Italiener, der in den Jahren 1998 und 1999 in der 250er-Klasse fuhr.

 

Cal Crutchlow bezeichnet die Absage des Qualifyings am Samstag als "enttäuschend für die Piloten und für die Fans, aber solche Entscheidungen werden nicht einfach so getroffen". Die Entscheidung zur Absage beziehungsweise Vertagung ist auch in den Augen des Briten "die richtige, denn man hat gesehen, dass die Bedingungen für unsere Bikes einfach entsetzlich waren".

"Die Moto2-Piloten waren direkt vor uns auf der Strecke und sie hatten nicht so viele Probleme", sagt Crutchlow, ohne dabei den Sturz von Tulovic zu vergessen. "Was die Leute aber zu vergessen scheinen, ist, dass die Moto2-Bikes nur halb so viel Leistung haben wie unsere. Wenn man im sechsten Gang plötzlich Wheelie fährt, ist das nicht lustig", so Crutchlow.

Crutchlow: MotoGP ohnehin schon gefährlich genug

Der Sturz von Oliveira war deshalb auch für den sonst so unerschrockenen Crutchlow eine Warnung: "Miguel hat nichts falsch gemacht, ist aber in Kurve 1 einfach von der Strecke geblasen worden. Ich fuhr direkt hinter ihm als es passierte. Es ist nicht so, dass er einen Fehler begangen hätte. Es war einfach der Wind. Er ist ein erfahrener Pilot, der weiß, was er tut."

Cal Crutchlow

"Unfahrbar": Cal Crutchlow fuhr bei Oliveiras Sturz direkt dahinter

Foto: LAT

Und so kommt Crutchlow, der vor genau einem Jahr seinerseits in Kurve 1 auf Phillip Island schwer gestürzt war und sich dabei ein Bein gebrochen hatte, zum Schluss: "Wir wollen hier keine Verletzten sehen. Ich weiß es genau, wie es ist, in Kurve 1 zu stürzen. Deshalb finde ich, dass die richtige Entscheidung getroffen wurde."

"Meiner Meinung nach waren es unfahrbare Bedingungen", bemerkt Crutchlow und fügt hinzu: "Manche denken, dass es trotzdem ging, aber ich sehe das anders. Und ich bin normalerweise einer, der immer Risiken eingeht. Trotzdem bin ich froh, dass wir abgebrochen haben. Es tut mir leid für die Zuschauer, aber niemand will Verletzte in einem Spiel, das ohnehin schon gefährlich genug ist."

Qualifying am Sonntag? Rossi warnt: "Auch gefährlich"

Für den Sonntag wird auf Phillip Island etwas schwächerer Wind erwartet, weshalb man das MotoGP-Qualifying derzeit zwischen den vorgezogenen Warm-Ups und den Rennen der drei Klassen angesetzt hat. Ob es zur Zeitenjagd kommen wird, oder aber ob die MotoGP-Startaufstellung anhand des kombinierten Ergebnisses von FT1 bis FT3 ermittelt wird, ist aber noch offen.

Valentino Rossi

Wird das Qualifying am Sonntag stattfinden? Valentino Rossi ist skeptisch

Foto: LAT

"Meiner Meinung nach wäre es besser, das kombinierte Trainingsergebnis zu nehmen", sagt Rossi, der in diesem auf P7 zu finden ist. Warum? "Wenn sie das Qualifying am frühen Morgen fahren wollen, ist das auch gefährlich. Dann müssen die Bedingungen schon richtig gut sein oder wir müssen auf eine normale Uhrzeit warten."

Derzeit ist das Qualifying für Sonntag 10:20 Uhr Ortszeit vorgesehen. So oder so erwartet die Piloten der Königsklasse ein hektischer Tag. "Es wird nicht einfach werden, früh um 9 oder 10 Uhr Qualifying zu fahren, aber ich werde konzentriert sein und mein Maximum geben", meint Vinales, der bisher schnellste MotoGP-Pilot an diesem Wochenende.

Quartararo würde Qualifying am Sonntag begrüßen

Für den Fall, dass das Qualifying auch am Sonntag abgesagt wird, startet Vinales von der Pole-Position, gefolgt von Dovizioso und Crutchlow. Der LCR-Honda-Pilot zweifelt wie Rossi daran, dass ein Qualifying am Sonntagmorgen eine gute Idee ist, betont aber, dass dies nichts mit seiner Trainingsposition zu tun hat.

"Ich halte nichts von einem Qualifying morgen", so Crutchlow und weiter: "Klar werden die Leute jetzt denken, dass ich das nur sage, weil ich derzeit aus der ersten Reihe losfahren würde. Man muss aber die Gesamtsituation sehen. Am Sonntagmorgen wird der Wind vermutlich immer noch stark wehen. Das wird nicht einfach."

Fabio Quartararo

Fabio Quartararo würde als Letzter starten, wenn es kein Qualifying gibt

Foto: LAT

Und was sagt Fabio Quartararo? Der Rookie des Jahres war am Freitag im verregneten ersten Freien Training gestürzt. Im zweiten Training fuhr er gar nicht, im dritten konnte er seine FT1-Zeit zwar verbessern, rangiert in der kombinierten Zeitenliste der drei Trainings aber trotzdem auf dem 22. und damit letzten Platz. Sollte es überhaupt kein Qualifying geben, müsste Quartararo als Letzter ins Rennen gehen.

"Natürlich will ich es (eine Austragung des Qualifyings; Anm. d. Red.). Wir haben aber heute gesehen, dass die Bedingungen wirklich gefährlich waren. Deshalb finde ich es gut, dass es auf morgen verschoben wurde", sagt Quartararo.

Rins zum Thema Wind: "Das Schwierige ist das Rennen"

Das Thema Wind könnte die Piloten aber auch mit Blick auf das Rennen noch beschäftigen. "In Alleinfahrt war es heute okay. Natürlich war es windig, aber okay", sagt Suzuki-Pilot Alex Rins und stimmt damit Marc Marquez zu.

Start zum GP Australien 2017 auf Phillip Island

2017 herrschten beim Australien-Grand-Prix auf Phillip Island perfekte Bedingungen

Foto: LAT

"Das Fahren in einer Gruppe ist aber ein anderes Thema", so Rins, um zu präzisieren: "Das Schwierige ist daher das Rennen. Wenn wir mit 22 Piloten starten und in der ersten Runde alle dicht beisammen liegen, kann das sehr gefährlich werden. Warten wir mal ab, was morgen passiert."

Ungeachtet dessen, ob das Qualifying am Sonntag nachgeholt wird oder nicht, ist der Start zum Rennen der MotoGP-Klasse ist 15:00 Uhr Ortszeit vorgesehen. In mitteleuropäische Zeit umgerechnet bedeutet dies nach der nächtlichen Zeitumstellung 5:00 Uhr MEZ.

Weiterlesen:

Mit Bildmaterial von Team LCR Honda.

Vom Seitenwind erfasst: Wie es zum Sturz von Miguel Oliveira kam

Vorheriger Artikel

Vom Seitenwind erfasst: Wie es zum Sturz von Miguel Oliveira kam

Nächster Artikel

TV-Programm MotoGP Australien 2019: Zeitplan, Livestream und Live-TV

TV-Programm MotoGP Australien 2019: Zeitplan, Livestream und Live-TV
Kommentare laden

Artikel-Info

Rennserie MotoGP
Event Phillip Island
Subevent Q1
Urheber Mario Fritzsche