Wird Jorge Lorenzo beim GP Australien von Alvaro Bautista vertreten?

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Wird Jorge Lorenzo beim GP Australien von Alvaro Bautista vertreten?
Autor: Mario Fritzsche
Co-Autor: Oriol Puigdemont
20.10.2018, 13:57

Weil der Einsatz von Jorge Lorenzo aufgrund seiner Handverletzung auch für den Grand Prix von Australien wackelt, befindet sich Ducati in einer misslichen Lage.

Nach den beiden Stürzen in der ersten Kurve des Grand Prix von Aragon in Alcaniz und im Freien Training zum Grand Prix von Thailand in Buriram musste Jorge Lorenzo zunächst auf das weitere Thailand-Wochenende verzichten. Und auch den Grand Prix von Japan an diesem Wochenende in Motegi kann der dreimalige MotoGP-Weltmeister nicht bestreiten.

Jorge Lorenzo, Ducati Team

Jorge Lorenzo, Ducati Team

Foto: Gold and Goose / LAT Images

Grund ist die Tatsache, dass die Verletzung an Lorenzos linkem Handgelenk seit dem Thailand-Freitag noch nicht ausreichend verheilt ist, sodass der Spanier einigermaßen schmerzfrei fahren könnte. Am Motegi-Freitag erkannte Lorenzo dies schon nach einer Trainingsrunde. Sein geplantes Comeback kommt zu früh. Stattdessen kommentiert Lorenzo in Motegi für das Fernsehen, allerdings ist auch dieser Job nicht ganz ungefährlich:

 

Lorenzos Einsatz für Ducati jedenfalls wackelt auch für den Grand Prix von Australien, der am kommenden Wochenende auf Phillip Island auf dem Programm steht. Am Motegi-Sonntag will Lorenzo bekanntgeben, ob er nach Barcelona zurückfliegt, um sich operieren zu lassen, oder aber ob er doch in Richtung Phillip Island aufbricht, um dort einen weiteren Comeback-Versuch zu starten.

Für den Fall, dass Lorenzo auch am Australien-Wochenende außer Gefecht gesetzt sein sollte, beschäftigt man sich bei Ducati bereits mit der Frage nach einem Ersatzfahrer. Der am häufigsten genannte Name in diesem Zusammenhang ist jener von Alvaro Bautista. Der Spanier fährt im Angel Nieto Team eine Kunden-Ducati und könnte auf Lorenzos Werksmotorrad gesetzt werden.

Ducati-Dilemma: Pirro und WSBK-Piloten kommen nicht in Frage

Denn Ducati befindet sich insofern in einer misslichen Lage, dass man weder auf Testfahrer Michele Pirro noch auf einen Fahrer aus der Superbike-WM zurückgreifen kann. Pirro steht am Australien-Wochenende nicht zur Verfügung, weil er in Valencia Testfahrten mit der Desmosedici GP19 für die kommende Saison absolvieren soll. Und parallel zum Australien-Wochenende der Motorrad-WM steigt in Katar das Saisonfinale der Superbike-WM (WSBK).

Weil somit kein naheliegender Ersatzfahrer für Lorenzo greifbar ist, hat sich Bautista als Favorit für diese Rolle herauskristallisiert. "Es ist schade, dass sich Jorge in dieser Situation befindet und ich hoffe, dass er sich schnell erholt", sagt der Ducati-Kundenpilot aus dem Angel Nieto Team, der 2019 dann Ducati-Werkspilot in der Superbike-WM sein wird.

Einen einmaligen Ersatz für Lorenzo auf Phillip Island kann sich Bautista selbst sehr gut vorstellen, betont aber auch, dass dies nicht in seiner Hand liegt: "Ehrlich gesagt bin ich bereit. Wenn sie mich wollen, dann springe ich liebend gerne auf das Werksmotorrad. In Wahrheit weiß ich aber nicht, wie die Chancen stehen."

In der Teamwertung liegt das Ducati Team nur noch 34 Punkte vor dem Repsol Honda Team

In der Teamwertung liegt das Ducati Team nur noch 34 Punkte vor dem Repsol Honda Team

Foto: Gold and Goose / LAT Images

Hauptgrund dafür, dass man im Ducati-Werksteam nicht zum dritten Mal in Folge mit nur einem Fahrer antreten möchte, ist die MotoGP-Teamwertung. In dieser hat man gegenwärtig noch 34 Punkte Vorsprung auf das Repsol Honda Team, sieht den Vorsprung aber schwinden, sollte Andrea Dovizioso nach Buriram und Motegi auch auf Phillip Island Einzelkämpfer für das italienische Werksteam sein. In der Herstellerwertung liegt Ducati schon jetzt 33 Punkte hinter Honda zurück.

Sollte Bautista als Lorenzo-Vertretung zum Zuge kommen, müsste man sich im Ducati-Lager "nur" mit der Frage beschäftigen, wer Bautista im Angel Nieto Team kurzfristig vertritt.

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