"Wollte weiter Rennen fahren": Miguel Oliveira begründet Wechsel zu BMW
Miguel Oliveira wechselt 2026 von der MotoGP in die Superbike-WM - Der Portugiese erklärt, warum er sich für BMW und gegen Yamaha entschieden hat
Miguel Oliveira greift im nächsten Jahr in der Superbike-WM an
Foto: Gold Gold
Nach sieben Jahren MotoGP und fünf Siegen verlässt Miguel Oliveira das Paddock und wechselt 2026 in die Superbike-WM. Im BMW-Werksteam wird der Portugiese im nächsten Jahr der Teamkollege von Danilo Petrucci sein. Er hat einen Einjahresvertrag unterschrieben.
Als im Sommer unklar war, ob Jack Miller oder Oliveira im Pramac-Yamaha-Team bleiben könnten, hatte auch Miller ein Angebot von BMW. Schließlich entschied sich Yamaha für Miller und das Angebot wanderte weiter zu Oliveira.
"Ja, es ist traurig, Miguel gehen zu sehen", kommentiert Miller die jüngste Entscheidung. "Er ist ein fantastischer Fahrer und hat nach wie vor ein fantastisches Niveau. Aber so läuft es hier manchmal. Ich glaube, dass er dort extrem konkurrenzfähig sein kann."
"Und ich werde seinen Wechsel in die Superbike-WM ganz genau verfolgen, das ist sicher. Ich werde sowohl ihn als auch BMW mit großem Interesse verfolgen. Ich freue mich darauf, diese Kombination zu sehen."
Im MotoGP-Paddock hätte Oliveira nur die Möglichkeit gehabt, als Testfahrer bei Aprilia zu bleiben. In der Superbike-WM hatte er Angebote von Yamaha als Nachfolger von Jonathan Rea und eben von BMW.
"Sobald mir klar wurde, dass es für mich schwierig sein würde, in der MotoGP als Vollzeitfahrer einen Platz zu haben, habe ich angefangen zu suchen. Mir wurde auch die Möglichkeit angeboten, Testfahrer zu sein."
"Der entscheidende Faktor für mich war jedoch der Wunsch, Rennen zu fahren", betont Oliveira. "Dieses Feuer brennt nach wie vor sehr stark, und der einzige Weg, das zu tun, war in der Superbike-WM."
"Also habe ich versucht, die bestmöglichen Wettbewerbswerkzeuge zu finden. BMW fühlte sich für mich wie die richtige Option an. Yamaha hat mir etwas angeboten. Sie haben versucht, mich zu bekommen."
"Ich würde sagen, ich konnte bei Yamaha nicht das Potenzial sehen, das ich bei BMW gesehen habe, was die Performance des Motorrads betrifft. Und das war es. Und Yamaha weiß das, weil ich mit ihnen gesprochen habe. Ich habe ihnen die Gründe genau erklärt."
Fragezeichen, wie sich der Wechsel gestalten wird
Privat hat Oliveira in den vergangenen Jahren viele Trackdays mit Superbikes als Training absolviert - vor allem in Portimao. Diese Streckenkenntnis sorgte Ende 2020 dafür, dass er das erste MotoGP-Rennen dort komplett dominierte.
Aber die Werksmotorräder in einer für ihn neuen Serie wie der Superbike-Weltmeisterschaft sind dann wieder eine andere Sache. "Genau. Das ist, glaube ich, das größte Fragezeichen - auch für BMW", meint der 30-Jährige.
"Von außen ist es schwer zu bewerten, weil man im Fernsehen Dinge sieht, aber nicht wirklich weiß, wie es sich auf dem Motorrad anfühlt, wie die Daten aussehen. Es ist also ein wenig wie ein Schuss ins Dunkle."

Toprak Razgatlioglu und Miguel Oliveira tauschen die Plätze
Foto: BMW
"Aber es ist ein konkurrenzfähiges Motorrad, weil es Rennen gewinnt. Und das kann man nicht auf einem Motorrad tun, das nicht konkurrenzfähig ist. Das ist, denke ich, die Überlegung, die ich habe."
Im Prinzip tauschen Oliveira und Toprak Razgatlioglu im nächsten Jahr die Plätze. Der Türke hat in eineinhalb Jahren mit BMW 37 Rennen und einen Weltmeistertitel gewonnen. Auch in dieser Saison hat er alle Chancen auf den Weltmeistertitel.
Für beide beginnt im nächsten Jahr mit dem jeweiligen Serienwechsel ein neues Kapitel in ihrer Karriere. Razgatlioglu wird sich in der Grand-Prix-Klasse mit Prototypen beweisen, während es für Oliveira ein Wechsel zu den seriennahen Motorrädern ist.
Oliveira spekuliert parallel auf Testmöglichkeit bei Aprilia
Schließt sich für den fünfmaligen MotoGP-Rennsieger damit die Türe ins Grand-Prix-Paddock? "Ich sage nicht, dass das ultimative Ziel die Rückkehr ist. Aber sicher lasse ich die Tür offen, denn MotoGP war in den vergangenen 15 Jahren meiner Rennkarriere mein Leben."
"Also schließt man diese Tür nicht vollständig und verriegelt sie", so Oliveira. "Es bleibt sicher eine Tür offen. Und wer weiß, was die Zukunft für mich bereithält, wenn es in der Superbike-WM gut läuft."
"Letztlich denke ich auch, dass es meine Entscheidung sein kann, was ich tue. Wir werden sehen. Ich denke, die Superbike-WM hat ebenfalls ein riesiges Potenzial, als Serie zu wachsen. Warum also im Moment nicht darauf schauen und gleichzeitig die Tür zur MotoGP offen lassen."

Der Portugiese hofft, dass es kein endgültiger Abschied aus der MotoGP ist
Foto: 2025 Yamaha Motor Racing Srl
Denn Oliveira spekuliert darauf, dass er parallel zur Superbike-Saison eventuell für Aprilia den neuen 850er-Prototyp für 2027 testen könnte: "Ja, genau. Deshalb will ich auch noch kein endgültiges Lebewohl sagen, weil es diese kleine, vielleicht minimale Chance gibt."
"Aber wer weiß, was kalendertechnisch möglich sein könnte. Ich denke, es ist für mich als Fahrer ein enormer Fortschritt, weiterhin mit dem MotoGP-Bike in Kontakt zu bleiben. Ich glaube, es kann mir auf jeden Fall helfen, auch für die Superbike-WM in Form zu bleiben."
"Es ist natürlich ein anderes Motorrad. Aber es gibt [in der MotoGP] viele Werkzeuge und Fähigkeiten, die man entwickeln und auf die aktuelle Saison übertragen kann, um davon zu profitieren. Also ja, wer weiß?"
Auch Somkiat Chantra wechselt in die Superbike-WM
Auch Somkiat Chantra muss die MotoGP verlassen. Nach nur einem Jahr bei LCR-Honda transferiert ihn der größte Motorradhersteller der Welt ins Werksteam in der Superbike-WM. Honda tritt im nächsten Jahr mit Chantra und Jake Dixon an, der aus der Moto2 wechselt.
"Ja, auf jeden Fall kann ich aus der MotoGP eine Menge in die Superbike-WM mitnehmen", sagt Chantra. Am Ende war hier alles neu für mich, wie eine neue Erfahrung, eine neue Herausforderung."
"Hier habe ich viele Erfahrungen gesammelt und viel von den erfahrene Fahrern gelernt. Auf jeden Fall kann ich aus der MotoGP eine Menge in die Superbike-WM mitnehmen. Ich hoffe, dass ich das auch in der Superbike-WM nutzen kann."
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