Yamaha-Fazit nach Sepang-Test: Potenzial ja, aber dem V4-Motorrad fehlt Tempo
Nach Tagen mit Problemen zieht Yamaha Bilanz - Der neue Motor sorgt in Sepang für Sorgen, aber es gibt auch Fortschritte - Trotzdem bleibt viel Arbeit für Thailand
Die neue V4-Yamaha ist derzeit das langsamste Motorrad im Feld
Foto: Icon Icon
Yamaha sorgte beim Sepang-Test für negative Schlagzeilen. Am Mittwoch musste man aussetzen, um ein Problem mit dem neuen V4-Motor zu identifizieren. Die Ursache für aufgetretene Schäden konnte schließlich eruiert werden und das Programm wurde am finalen Tag fortgesetzt.
"Ja, für uns war es eine Riesen-Erleichterung, als wir die Information aus Japan bekamen", sagt Teammanager Massimo Meregalli bei MotoGP.com. "Ich glaube, sie hatten eine richtig lange Nacht zwischen Japan und Italien."
"Aber zum Glück konnten die Ingenieure die Ursache des Problems genau nachvollziehen, und so haben wir grünes Licht bekommen, die Arbeit auf der Strecke wieder aufzunehmen. Also, es war ein Problem, das wir vorher noch nie hatten. Für sie war es sehr wichtig, es zu verstehen."
Nicht mehr dabei war Fabio Quartararo. Bei einem Sturz am ersten Tag brach sich der Ex-Weltmeister einen Finger an der rechten Hand und reiste für die weitere Behandlung von Malaysia zurück nach Europa.
Da Yamaha auch schon beim Shakedown-Test dabei war, wog der eine verlorene Testtag nicht so schwer. Man konnte Grundsatzentscheidungen bezüglich Chassis, Schwinge und Aerodynamik treffen. Das Paket für den Test in Thailand wurde zusammengestellt.
Mit dem neuen V4-Projekt ist Yamaha dennoch die langsamste Marke im Feld. Topspeed ist ein großes Thema, denn es ist das langsamste Motorrad auf der Geraden. Außerdem beklagten die Fahrer das schlechte Turning-Verhalten.
"Solche Dinge gehören einfach zum Prozess dazu", bewertet Routinier Jack Miller die Situation pragmatisch. "Wenn man erwartet, dass alles reibungslos läuft, wäre das naiv. Wir fahren hier die leistungsstärksten Maschinen der Welt am Limit."

Mit seiner Erfahrung ist Jack Miller sehr wichtig für das neue Projekt
Foto: Icon Sportswire
"Manchmal muss man eben kurz stoppen, neu einschätzen, was nötig ist, und dann wieder an die Arbeit gehen. Natürlich hätte ich mir von diesem Test etwas mehr erhofft, aber ich bin wirklich überzeugt, dass das Bike noch jede Menge Potenzial hat."
"Die letzten Tage waren intensiv", so Miller. "Es wurden viele Teile montiert und wieder abgebaut. Entscheidend ist dabei nicht nur, Dinge auszuprobieren, sondern genau zu analysieren, was funktioniert und was nicht, und wo man für die Zukunft den richtigen Kompromiss finden kann."
Auch Alex Rins bestätigte, dass man die wichtigen Aspekte schon beim Shakedown und am ersten Testtag aussortieren konnte. Durch den verlorenen Testtag arbeitete der Spanier am finalen Tag mehr an der Abstimmung und fuhr auch eine Sprint-Simulation.
Rins verrät zudem: "Für Thailand kommen außerdem neue Motoren, sodass wir dort mehr fahren können." Die Beschleunigung ist im Stop-and-Go-Abschnitt der Buriram-Strecke sehr entscheidend.
In Sepang fuhr Rins die beste Yamaha-Zeit. Sein Rückstand betrug 1,1 Sekunden. Miller fehlten 1,7 Sekunden auf die Spitze und Rookie Toprak Razgatlioglu lag knapp zwei Sekunden zurück.
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