Yamaha in Assen trotz Top 10 frustiert: Punkte ja, Fortschritt nein
Yamaha sammelt in Assen zwar Punkte, doch die Fahrer bleiben ernüchtert - Quartararo, Rins und Razgatlioglu klagen über altbekannte Probleme
Fabio Quartararo zieht trotz Platz acht ein ernüchterndes Fazit
Foto: Getty Getty
Nach einem enttäuschenden Sprint ohne WM-Punkte gelang Yamaha beim Grand Prix der Niederlande zumindest ein kleiner Schritt nach vorn. Fabio Quartararo fuhr in Assen auf Rang acht, Alex Rins wurde Neunter. Für Toprak Razgatlioglu endete ein stark begonnenes Rennen nach technischen Problemen vorzeitig, während Jack Miller als Zwölfter außerhalb der Top 10 blieb.
Trotz der stärksten Punkteausbeute seit Le Mans überwiegt im Yamaha-Lager erneut die Ernüchterung. Die Fahrer beschreiben nahezu übereinstimmend dieselben Schwächen, die den M1-Prototyp bereits seit Monaten begleiten: mangelnder Grip, fehlende Leistung und ein Motorrad, das sich nur schwer einlenken lässt.
Quartararo: Das war das absolute Maximum
Fabio Quartararo hatte bereits am Freitag wenig Hoffnung auf eine deutliche Verbesserung. Zwar versuchte Yamaha, das Motorrad für Assen besser abzustimmen, doch der Franzose machte deutlich, dass die Probleme deutlich tiefer liegen.
"Wir müssen überall besser werden, weil wir keinen Grip, kein Einlenkverhalten und keine Motorleistung haben", erklärte der Weltmeister von 2021 unmissverständlich. Lediglich beim harten Anbremsen könne er noch etwas Zeit herausschlagen: "Das Einzige, was ich noch wirklich gut machen kann, ist hart geradeaus zu bremsen. Aber ich kann das Motorrad nicht einlenken und anschließend das Gas öffnen."
Hinzu komme die körperliche Belastung. Quartararo beklagte erneut das hohe Gewicht der Yamaha: "Das Bike ist wirklich, wirklich schwer. Körperlich ist das extrem anstrengend."
Nach 26 Rennrunden in der Hitze Assens bestätigte sich dieser Eindruck. Mit Platz acht schöpfte Quartararo nach eigener Einschätzung das Maximum aus. "Es war lang, körperlich sehr anstrengend und nicht wirklich angenehm. Aber ich denke, wir haben mit diesem Ergebnis das Maximum herausgeholt", resümiert er.
Besonders in der Schlussphase machten ihm erneut Armpump-Probleme zu schaffen, diesmal am rechten Arm, obwohl er dort bereits drei Operationen hinter sich hat. Doch die Kombination aus fehlendem Grip und dem hohen Gewicht der Maschine habe die körperliche Belastung zusätzlich noch verschärft.
Trotzdem glaubt Quartararo nicht, dass wesentlich mehr möglich gewesen wäre. Selbst ohne die Beschwerden hätte er nach eigener Einschätzung nur wenige Sekunden gewinnen können. Der Rückstand auf Platz sieben betrug im Ziel acht Sekunden.
Rins wartet weiter auf technische Updates
Auch Rins erlebte ein Rennen, das ihm nur wenig Spielraum ließ. Wie schon in den vergangenen Rennen seien die bekannten Schwierigkeiten erneut aufgetreten. Insbesondere auf den Geraden sei er chancenlos gewesen. "Ich konnte nicht einmal einen Überholversuch starten", berichtet der Yamaha-Pilot.
Besonders frustrierend ist für den sechsmaligen MotoGP-Sieger die ungewisse Aussicht auf technische Verbesserungen. Yamaha habe zwar Updates bis zum Saisonende angekündigt, konkrete Termine gebe es für deren Einführung jedoch nicht.
"Sie sagen, dass vor Saisonende etwas kommen soll", so Rins. Das sei "schon etwas frustrierend". Doch er vertraue darauf, dass Yamaha die Situation erkannt habe: "Ich hoffe und glaube, dass sie mit voller Kraft daran arbeiten. Mal sehen, ob sie noch etwas mehr Druck machen können, um die neuen Teile schneller zu bringen."
Razgatlioglu: Stark aufgeholt, dann ausgebremst
Für Razgatlioglu schien sich zunächst eines seiner bislang besten MotoGP-Rennen anzubahnen. Nach dem Start von Platz 22 arbeitete sich der Türke innerhalb weniger Runden bis an die Top 10 heran und lag in der ersten Rennhälfte auf Rang elf.
"Der Start war schwierig, aber in Kurve 5 habe ich eine gute Linie gefunden und viele Fahrer überholt. Danach lief alles richtig gut", blickt er auf sein starke Fahrt zurück.
Doch plötzlich trat ein massives Chattering auf der linken Seite auf, ein Problem, das zuvor noch überhaupt nicht aufgetreten sei. Besonders in den schnellen Linkskurven begann das Motorrad stark zu springen. "Ich habe vieles ausprobiert, um das Problem zu lösen, aber ich spürte immer noch das Chattering, also bin ich an die Box gekommen, denn so kann man unmöglich fahren", erklärt der Pramac-Pilot.
Besonders bitter: Nach eigener Einschätzung wäre sogar noch mehr möglich gewesen. "Ich bin von Platz 22 fast bis in die Top 10 gefahren. Als ich Fabio erreicht hatte, hatte ich das Gefühl, dass ich sogar das höhere Tempo hatte. Aber dann kam das Chattering, und damit war das Rennen praktisch vorbei", so der Türke.
Sein Pramac-Teamkollege Miller schaffte es als Zwölfter in die Punkte. "Das war ganz schön hart erkämpft. Ich hatte nie so richtig das Gefühl, das ich mir gewünscht hatte, aber wir haben einfach weitergemacht und das Beste daraus gemacht."
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.