Yamaha in Japan in den Top 5: Rossi warnt Vinales vor zu viel Euphorie

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Yamaha in Japan in den Top 5: Rossi warnt Vinales vor zu viel Euphorie
Autor: Maria Reyer
Co-Autor: Jamie Klein
19.10.2018, 11:02

Johann Zarco und Maverick Vinales stellen ihre Yamahas am verregneten Freitag in Motegi in die Top 5, Valentino Rossi experminetiert und wird am Ende Neunter

Hält der Aufschwung im Yamaha-Lager nach dem überraschend guten Ergebnis in Thailand auch in Japan an? Diese Frage sollten Maverick Vinales, Valentino Rossi und Johann Zarco am Freitag in Motegi noch nicht restlos aufklären können. Die Wetterbedingungen ließen eine lückenlose Evaluierung nicht zu. Vor allem der Nachmittag war verregnet, dennoch sammelten die drei Piloten wertvolle Trainingsrunden auf Trocken- und Regenreifen. Im Trockenen schafften es Zarco und Vinales in die Top 5. Rossi liegt mit Rang neun ebenso auf Q2-Kurs, wenngleich der "Doktor" weniger euphorisch wirkt als seine jungen Mitstreiter.

"Es war schwierig, heute ein klares Bild zu bekommen. Zum Glück war es am Vormittag trocken, deshalb konnten wir ein wenig am Bike arbeiten. Meine Pace war nicht fantastisch, aber immerhin waren Zarco und Vinales ziemlich gut dabei", freut er sich für seine Markenkollegen. Rossi konnte eine 1:46.329 Minuten als persönliche Bestzeit verbuchen. Damit blieb er fast sieben Zehntelsekunden hinter Teamkollege Vinales. Mit insgesamt 33 Runden war er am Freitag einer der fleißigsten Piloten.

Insgesamt arbeitete Rossi vor allem an der Abstimmung und der Balance der Yamaha. "Wir müssen etwas anderes ausprobieren", meinte er zunächst. Am Nachmittag hatten sich die Bedingungen allerdings verschlechtert. "Es war schwierig, weil es halb trocken und halb nass war. Ich wollte etwas für morgen und Sonntag ausprobieren und bin deshalb auf der Strecke geblieben auf dem Regenreifen." Rossi konnte wichtige Informationen sammeln, er konzentrierte sich vor allem auf die Pace auf dem gebrauchten Hinterreifen. "Das ist immer eine Schwachstelle von uns."

Rossi: "Wir wissen noch nicht, wo wir stehen"

"Ich glaube, wir können uns verbessern. Diese Strecke ist sehr schwierig, was die Balance betrifft. Es ist sehr wichtig, auch nach zehn Runden noch guten Grip zu haben", weiß der "Doktor". Er möchte sich noch nicht zu euphorisch zeigen und lieber abwarten, was er im Qualifying schaffen kann. "Im Moment wissen wir noch nicht wirklich, wo wir stehen."

Teamkollege Maverick Vinales wirkte im Vergleich deutlich zuversichtlicher. Der Spanier schaffte im Trockenen eine persönliche Bestzeit von 1:45.640 Minuten und war damit nur knapp drei Zehntelsekunden langsamer als die Freitagsbestzeit von Andrea Dovizioso. "Das war ein guter Tag, sehr positiv. Wir konnten beweisen, dass wir in Thailand aufgrund der Abstimmung Fortschritte gemacht haben und nicht nur aufgrund der Reifen. Der Reifen, der hier verwendet wird, funktioniert komplett anders, aber dennoch sind wir an der Spitze mit dabei", strahlt er. Während in Thailand ein Reifen mit spezieller Karkasse verwendet wurde, kommen in Japan die üblichen 2018er-Pneus zum Einsatz.

Aber auch der 23-Jährige weiß, dass Yamaha noch viel Spielraum für Verbesserungen hat. Sein Plan am Samstag? "Wir müssen an der heutigen Abstimmung weiterarbeiten und noch mehr herausholen. In Thailand haben wir die Veränderung hauptsächlich durch die Gewichtsverteilung geschafft", verrät er. Auch in Japan habe er sich auf die Abstimmung, weniger auf die Elektronik, konzentriert. "Es war auch wichtig, im Nassen zu testen. Ich wollte viele Runden fahren, um an meinem Gefühl zu arbeiten." Insgesamt konnte Vinales 34 Runden abspulen.

"Es kann sich am Rennwochenende alles schnell drehen"

Und auch Johann Zarco konnte sich an der Spitze halten. Der Franzose verlor nur im vierten Sektor wenige Zehntelsekunden auf Dovizioso und musste sich mit Gesamtrang drei zufriedengeben, er spulte eine 1:45.483 Minuten ab. "Ich bin ziemlich glücklich. Ich war schon auf meiner ersten Runde schnell. Ich konnte schnell eine gute Pace gehen, das hilft natürlich, weil ich mich dann auf Details konzentrieren kann. Wir sind am Ende des ersten Trainings mit dem weichen Hinterreifen gefahren, sollte es am Nachmittag regnen. Und diese Strategie ist aufgegangen", ist der Tech-3-Pilot zufrieden.

Rossi scheint sich nicht ganz an die Euphorie anschließen zu können. "Ich freue mich, wenn sie recht haben und ich mag Mavericks Optimismus, aber ich ziehe es vor, abzuwarten", hält er klar fest. "FT2 ist immer eine wichtige Session, wir sind aber nicht wirklich viel gefahren, daher ist es schwierig zu verstehen." Denn kein Pilot konnte am Nachmittag aussagekräftige Longruns auf auftrocknender Strecke drehen.

Geht Vinales mit zu hohen Erwartungen in das restliche Wochenende? "Er ist ein ganz anderer Charakter als ich, und noch sehr jung. Mit meiner Erfahrung sehe ich viele Dinge anders. Es kann sich an nur einem Rennwochenende alles schnell drehen", weiß Rossi. "Es ist besser, konzentriert zu bleiben. Aber jeder hat seine eigene Art."

Mit zusätzlichen Informationen von Oriol Puigdemont

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