Yamaha in Silverstone: Fabio Quartararo hadert mit "ganz schlechtem Gefühl"
Fabio Quartararo am Großbritannien-Wochenende langsamer als Jack Miller auf der Pramac-Yamaha - Was den Ex-Champion im Werksteam verzweifeln ließ
Fabio Quartararo kam in Silverstone 2026, anders als 2025, gar nicht zurecht
Foto: Glyn Kirk / AFP via Getty Images
Jack Miller aus dem Pramac-Team schaffte in Silverstone überraschend direkt im Training am Freitag den Einzug ins Q2-Segment des Qualifyings. Von da an war der am gesamten MotoGP-Wochenende des Großbritannien-Grand-Prix die Speerspitze im Yamaha-Lager.
Nach dem starken Freitagsauftritt von Miller in Form von P9 im Training, waren die besten Yamaha-Ergebnisse anschließend: P11 für Miller im Qualifying, P13 für Miller im Sprint, P12 für Miller im Grand Prix. Der Pramac-Pilot aus Australien war in allen wichtigen Sessions der bestplatzierte Fahrer auf einer der insgesamt fünf M1-Bikes mit V4-Motor. Neben den Stammfahrern trat Augusto Fernandez als Wildcard-Pilot an.
Insbesondere Fabio Quartararo, im Yamaha-Aufgebot meistens die Speerspitze, tat sich in Silverstone schwer. Direkt am Freitag monierte der MotoGP-Weltmeister von 2021 ein "ganz schlechtes Gefühl", das er wie folgt erklärte: "Ich habe große Schwierigkeiten, das Motorrad so zu fahren wie ich es mir vorstelle. Ich bin auf diesem Bike total verkrampft."

Während Jack Miller in Silverstone die Yamaha-Speerspitze war, ...
Foto: Gold and Goose Photography / Getty Images
"Jack war schnell", so Quartararos Anspielung auf Miller am Freitag, "aber ich selber war nicht in der Lage, ans Limit zu gehen. Ich habe einfach nur versucht, einen Weg zu finden, wie man dieses Motorrad fahren muss". Nachgefragt, wo das Limit der 2026er-Yamaha liege, antwortete der Ex-Weltmeister: "Das weiß ich nicht. Hier sah es jetzt fast schon so aus als würde ich zum ersten Mal überhaupt auf diesem Motorrad sitzen."
"Ich konnte keine Schräglagen fahren und war somit in den Kurven sehr langsam. Genau das aber, nämlich ein gutes Tempo in den Kurven, braucht es auf einer Strecke wie dieser. Ich konnte es nicht finden und war deshalb extrem langsam", so Quartararo am Freitag sichtlich frustriert.
Eine von ihm angekündigte "große Veränderung" über Nacht brachte beginnend mit Samstag keine entscheidende Verbesserung. Im Q1-Segment des Qualifyings verpasste Quartararo als Drittschnellster hinter Franco Morbidelli (VR46-Ducati) und Ersatzfahrer Iker Lecuona (Gresini-Ducati) um gerade mal 0,050 Sekunden den nachträglichen Q2-Einzug. Vom 13. Startplatz belegte Quartararo im Sprint P14 direkt hinter Miller.
Im Grand Prix kam Quartararo als 13. abermals direkt hinter Miller ins Ziel. Allerdings erhielt der Yamaha-Werkspilot aus Frankreich nachträglich eine 16-Sekunden-Zeitstrafe im Zusammenhang mit der Reifendruck-Regel. Die Strafe hat Quartararo im offiziellen Rennergebnis auf P16 und somit auf eine Platzierung außerhalb der Punkteränge zurückgeworfen.

... beschreibt Quartararo sein eigenes Fahren am Wochenende als "verkrampft"
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Zur Erinnerung: In Silverstone 2025 führte Quartararo, damals auf der M1 mit Reihenmotor, von der Pole gestartet den Großteil des Grand Prix an, bis ihn ein Defekt am hinteren Ride-Height-Device den schon sicher geglaubten ersten Sieg seit Sachsenring 2022 kostete. In diesem Jahr nun war er auf der M1 mit V-Motor sowohl von einem Pole-verdächtigen Speed im Qualifying als auch von Führungsrunden im Rennen meilenweit entfernt.
"Wenn ich mein Gefühl aus dem vergangenen Jahr mit meinem Gefühl in diesem Jahr vergleiche, dann stelle ich fest, dass ich total verkrampft fahre", unterstrich Quartararo nach dem Qualifying und dem Sprint am Samstag das, was er schon nach dem Training am Freitag gesagt hatte. Nachsatz: "Ich habe einfach kein gutes Gefühl. Ehrlich gesagt kommt das aber nicht ganz unerwartet."
"Ich brauche einfach etwas, was wir nicht haben. Ich will aber auch nicht jedes Mal die Abstimmung komplett umbauen lassen, denn immer dann, wenn wir das tun, sind wir anschließend auch nicht schneller. Ich kann nicht mehr tun als zu versuchen, unter den gegebenen Voraussetzungen das Bestmögliche herauszuholen", so der Franzose, der Yamaha am Jahresende in Richtung Honda verlassen wird.
Die nachträgliche 16-Sekunden-Strafe wegen Verstoß gegen die Reifendruck-Regel, die war für Quartararo die "Krönung" eines rundum frustrierenden Silverstone-Wochenendes 2026. Laut Erklärung der MotoGP-Rennkommissare war es eine technische Ungereimtheit, keine Schuld des Fahrers. Nachfolgend die Erklärung der Kommissare zur Strafe gegen Quartararo:
"Am 9. August 2026 wurde während des MotoGP-Rennens anlässlich des Grand Prix von Großbritannien festgestellt, dass die Reifendruckdaten des genannten Fahrers nicht korrekt übertragen wurden. Nach Ende des Rennens wurde das Motorrad zur Technischen Kontrolle übergeben."
"Bei der Überprüfung wurde festgestellt, dass der Empfänger am Motorrad nicht korrekt konfiguriert war, um die Reifendruckdaten vom vorderen Reifensensor zu empfangen. Die Sensor-ID war nicht in der Empfängerdatenbank erfasst worden, was dazu führte, dass während des Rennens keine tatsächlichen Daten vom Vorderreifen aufgezeichnet wurden."
"Der Einsatz von Reifendrucksensoren (TAPS) an allen Rädern, vorne und hinten, ist in der MotoGP-Klasse obligatorisch, einschließlich der lückenlosen Aufzeichnung der TAPS-Daten. Gemäß dem an die Teams ausgegebenen Strafprotokoll MotoGP-Reifendruck beträgt die entsprechende Strafe in diesem Fall 16 Sekunden. Sie wird auf das Rennergebnis addiert."

Kein Speed und am Sonntag noch bestraft: Für Quartararo war Silverstone Frust pur
Foto: Qian Jun / MB Media via Getty Images
Alex Rins, im Yamaha-Werksteam der Teamkollege von Quartararo, kam schon im Sprint nicht über P16 hinaus. Im Grand Prix war er in der ersten Runde in einen Zwischenfall mit Joan Mir verwickelt. Der Honda-Pilot stürze und musste direkt aufgeben. Rins stürzte ebenfalls, fuhr anschließend zwar noch weiter, gab wenig später aber ebenfalls auf.
Im Pramac-Team stand MotoGP-Rookie Toprak Razgatlioglu am gesamten Wochenende klar im Schatten von Teamkollege Jack Miller. Während der Australier diesmal die Yamaha-Speerspitze war, sprang für Razgatlioglu im Qualifying nur P22 heraus. Einzig Wildcard-Starter Augusto Fernandez war langsamer.
Im Sprint belegte Razgatlioglu nur P20 noch hinter Fernandez, im Grand Prix immerhin P14. Das Ergebnis vom Sonntag aber kam für den Rookie nicht zuletzt deshalb zustande, weil sieben der 23 gestarteten Piloten gestürzt sind und Quartararo bestraft wurde.
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