Zahlen zeigen: Marc Marquez erlebt seine drittlängste sieglose Serie
Seit neun Rennen ohne Sieg, angeschlagen und mit starker Konkurrenz konfrontiert: Aktuell steckt Marc Marquez in einer der längsten Durststrecken seiner Karriere
Seit Misano 2025 hat Marc Marquez kein Grand-Prix-Rennen mehr gewonnen
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Die aktuelle Durststrecke von Marc Marquez nimmt immer deutlichere Ausmaße an. Seit seinem letzten Triumph beim Grand Prix von San Marino 2025 wartet der Spanier auf einen weiteren Sieg in der MotoGP, und steckt damit bereits in seiner drittlängsten sieglosen Phase in der Königsklasse.
Damals, Mitte September in Misano, feierte Marquez nicht nur seinen bislang letzten Erfolg, sondern legte auch den Grundstein für den späteren Titelgewinn.
Zwei Wochen danach wurde er in Japan Weltmeister, obwohl er das Rennen als Zweiter beendete. Doch nur wenige Tage später folgte der Rückschlag: In Indonesien kam es zu einer Kollision mit Marco Bezzecchi, bei der sich der Ducati-Pilot eine Verletzung an der rechten Schulter zuzog, die ihn bis heute beeinträchtigt.
Die Folgen sind deutlich sichtbar. Seit dem 14. September 2025 konnte Marquez kein einziges Rennen mehr gewinnen. Nach Platz zwei in Motegi folgte der verletzungsbedingte Ausfall in Mandalika sowie weitere Abwesenheiten in Phillip Island, Sepang, Portimao und Valencia zum Saisonfinale 2025.
MotoGP 2026 dominieren (noch) andere
Auch der Start in die Saison 2026 verlief ernüchternd: Gegen die aktuell dominierende Konkurrenz um Aprilia und Marco Bezzecchi blieb Marquez bislang chancenlos.
Ein Blick auf die letzten neun Grands Prix unterstreicht: kein Sieg für Marquez. Stattdessen teilten sich die Erfolge Francesco Bagnaia (Japan), Fermin Aldeguer (Indonesien), Raul Fernandez (Australien) und Alex Marquez (Malaysia).
Fünf weiteren Siege gingen an Bezzecchi, der sowohl in Portimao und Valencia 2025 als auch in den darauffolgenden Grands Prix von Thailand, Brasilien und Amerika 2026 dominierte - inklusive Führung sämtlicher 121 Runden in diesen Rennen.
Zwar relativiert sich die Statistik auf den ersten Blick, da Marquez verletzungsbedingt fünf dieser neun Rennen verpasste. Rein sportlich betrachtet blieb er also in vier bestrittenen Rennen ohne Sieg. Doch im Kalender summieren sich trotzdem neun aufeinanderfolgende Grands Prix ohne einen einzigen Sieg.
Zwischen Comeback und Rückschlägen
Die jetzige Situation erinnert zwangsläufig an die schwierigste Phase seiner Karriere. Am 19. Juli 2020 stürzte Marquez beim Saisonauftakt in Jerez schwer und zog sich eine folgenschwere Armverletzung zu. Nach mehreren Operationen - insgesamt vier Eingriffe - verpasste er lange Zeit den Anschluss an die Spitze.
Zwischen 2021 und 2024 blieb er über 53 Rennen hinweg ohne Sieg - die längste Durststrecke seiner Laufbahn. Um diese Serie zu beenden, traf Marquez eine weitreichende Entscheidung: Er verließ Honda 2024 vorzeitig und wechselte zum Satellitenteam Gresini, um auf einer Ducati konkurrenzfähig zu sein.
Doch auch dort brauchte er Zeit: Erst nach elf Rennen gelang ihm in Aragon der erste Sieg mit der Desmosedici. Umso bemerkenswerter ist die aktuelle Durststrecke, die mit neun sieglosen Rennen, bereits die jetzt drittlängste seiner Karriere ist.
Marquez vor 2020 ein Ausnahmephänomen
Seit seinem MotoGP-Debüt 2013 dominierte Marquez die Szene nahezu nach Belieben. In sieben Jahren mit Honda gewann er sechs Titel und kannte kaum längere sieglose Phasen.
Die längste Durststrecke vor 2020 datiert auf das Jahr 2015 zurück, als er sechs Rennen in Folge nicht gewinnen konnte - zwischen Austin und dem Sachsenring. Selbst in anderen Jahren ohne Siegesserien blieb die Zahl der erfolglosen Rennen überschaubar.
Die Jagd nach Sieg Nummer 100 stockt
Mit seinem bislang letzten Erfolg in Misano 2025 erreichte Marquez seinen 73. MotoGP-Sieg und insgesamt 99 Grand-Prix-Erfolge über alle Klassen hinweg (10 in der 125ccm-Klasse, 16 in Moto2). Seitdem richtet sich der Fokus auf die magische Marke von 100 Siegen, doch genau diese scheint derzeit außer Reichweite.
Weder beim Titelgewinn in Japan noch bei den bisherigen Rennen der Saison 2026 konnte er diese Schallmauer durchbrechen. Die nächste Gelegenheit bietet sich in zwei Wochen beim Grand Prix in Jerez. Doch die Voraussetzungen sind alles andere als ideal.
Zum einen ist Marquez weiterhin nicht vollständig von seiner Schulterverletzung genesen. Zum anderen kämpft Ducati mit der Abstimmung der 2026er-Maschine. Hinzu kommt die starke Form der Konkurrenz: Neben Bezzecchi präsentiert sich auch sein Aprilia-Teamkollege Jorge Martin derzeit in Topverfassung.
Und auch die Strecke selbst spricht nicht unbedingt für Marquez: In Jerez gewann er seit seinem WM-Debüt 2008 lediglich drei Rennen (2014, 2018 und 2019). Selbst im Vorjahr, als er insgesamt dominierte, blieb ihm dort der Sieg verwehrt. Stattdessen triumphierte sein Bruder Alex und feierte seinen ersten Erfolg in der MotoGP.
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