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Zarco am Freitag schnellste Ducati, Dovizioso trotz Rückstand gelassen

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Zarco am Freitag schnellste Ducati, Dovizioso trotz Rückstand gelassen
Autor:
Co-Autor: Lewis Duncan

Johann Zarco beweist als Vierter am Freitag in Brünn seine Stärke auf einer schnellen Runde - Andrea Dovizioso sieht trotz Platz 15 Fortschritte, vor allem auf der Bremse

Für Ducati begann das Rennwochenende in Brünn mit einer Hiobsbotschaft: Nach einem Sturz im ersten Freien Training musste Francesco Bagnaia aus dem Pramac-Kundenteam ins Krankenhaus. Dort wurde ein Bruch des rechten Schienbreins festgestellt, weshalb der Italiener für dieses und das nächste Rennen ausfällt.

Nach seinem starken Auftritt in Jerez, der nur durch einen technischen Defekt getrübt wurde, ist das natürlich eine große Enttäuschung für Bagnaia. Am Freitag sorgte dafür ein anderer Ducati-Kundenpilot für Furore, denn Johann Zarco fuhr mit der Vorjahresducati in beiden Trainings in die Top 5 und war damit schnellster Ducati-Mann.

Im Gesamtklassement hielt der Franzose Platz vier und hatte nur 0,081 Sekunden Rückstand auf die Tagesbestzeit von Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha). "Wir haben ein paar Anpassungen am Motorrad vorgenommen, die mir dabei helfen, das Potenzial des Bikes besser zu nutzen. Es entwickelt sich in die richtige Richtung", so Zarco.

Dovizioso erklärt Rückstand am Freitag

Allerdings stellte der Avintia-Pilot seine persönlichen Bestzeiten stets mit brandneuen Reifen auf. Im Renntrimm, sprich auf gebrauchten Reifen, fehlt ihm dafür noch etwas mehr auf die Konkurrenz. Er weiß: "Wenn ich in den Top 5 bleiben könnte, wäre das natürlich fantastisch. Aber zuallererst müssen wir das auch über die Distanz umsetzen."

Mehr oder minder umgekehrt stellt sich die Lage bei Andrea Dovizioso dar. Der Ducati-Werkspilot beendete den Trainingsfreitag in Brünn zwar nur auf Platz 15 mit 1,130 Sekunden Rückstand, sagt aber: "Es war nicht so schlecht. Mein Tempo sah recht gut aus, als ich auf denselben Reifen unterwegs war wie die Konkurrenz."

Weil der Italiener keine Zeitattacke auf frischen weichen Reifen startete, landete er im Klassement so weit hinten: "Meine beste Rundenzeit am Nachmittag fuhr ich mit dem harten Reifen", erklärt "Dovi". Im Vergleich zu Jerez sieht er deutliche Fortschritte.

Starker Reifenabbau ein Problem in Brünn?

"Insbesondere auf der Bremse fühle ich mich viel besser. Ich bin in der Lage, härter zu bremsen und aggressiver zu sein. Was mir etwas Sorgen bereitet, ist der Reifenabbau. Am Kurvenausgang bewegt er sich wie verrückt. Ich weiß nur nicht, wie sehr das mit dem Asphalt oder den Reifen zusammenhängt", fragt sich der Ducati-Pilot.

Für ihn liege es mehr am Reifen: "Wegen der langgezogenen Kurven verbringen wir hier viel Zeit auf der Flanke, und vielleicht liegt es an der neuen Karkasse, dass sich der Hinterreifen Reifen unruhiger als normal verhält. Das ist bei jedem zu beobachten und wird mit jeder Runde, die der Reifen mehr abbaut, schwieriger zu managen."

Andrea Dovizioso

Andrea Dovizioso ist wegen Platz 15 nicht bange: Er zog keine weichen Reifen auf

Foto: Motorsport Images

Auf das Qualifying angesprochen, dass in Jerez 2 mit Startplatz 14 desaströs ausfiel, gesteht Dovizioso: "Das Qualifying ist immer sehr schwierig, denn jeder ist auf einer Runde sehr schnell. Aber mit dem Gefühl, das ich heute hatte, erwarte ich eine bessere Situation. Denn ich konnte härter bremsen, und wenn das der Fall ist, bin ich schneller."

Miller beklagt Bodenwellen: "Wie Motocross"

Jack Miller wurde als Gesamtzehnter am Freitag bester Ducati-Fahrer mit der aktuellen Maschine. Sein Rückstand auf die Spitze betrug sechs Zehntel. Er hatte, wie die Mehrheit der Piloten, mit dem niedrigen Griplevel und den vielen Bodenwellen zu kämpfen.

"Wenn ich zum Beispiel aus Kurve 12 komme, muss ich fast aufstehen wie auf einem Motocross-Bike, um die Schläge irgendwie zu absorbieren", erklärt der Pramac-Pilot. "Aber damit müssen wir alle umgehen. (...) Es ist trotzdem eine magische Strecke, ich denke, sie zählt noch immer zu den Favoriten der meisten Fahrer."

Was die eigene Performance angeht, sieht er vor allem in der Beschleunigung noch Luft nach oben. Hier fehle es an Traktion. "Ich habe zwar am Ende eine passable Rundenzeit zusammengebracht", sagt Miller, "aber auch nur weil ich die Augen geschlossen, das Motorrad früh eingelenkt und so schnell wie möglich wieder aufgestellt habe."

Auch Petrucci fehlt Traktion am Hinterrad

Was seine Arbeit am Freitag zusätzlich beeinträchtige, war ein verschleppter Schaden aus Jerez, wie er verrät: "Am Morgen hatten wir mit der Gabel in ein paar Kurven Probleme. Die Federelemente waren bei meinem Sturz in Jerez leicht beschädigt worden, das warf uns in den ersten beiden Runs hier zurück." Im FT1 war Miller nur 14.

Über mangelnde Traktion in der Beschleunigung klagte neben ihm am Freitag auch Markenkollege Danilo Petrucci. Er rangierte in Summe der ersten beiden Trainings auf Platz 14, nachdem er am Morgen noch gemeinsam mit Dovizioso in den Top 10 lag.

"Heute Morgen war ich sehr zufrieden mit dem Gefühl auf dem Motorrad", bekundet Petrucci. "Sicherlich war mir schon am ersten Kurvenausgang klar, dass es es insbesondere am Hinterrad an Traktion fehlt. Aber das Gefühl war okay und ich war vorne dabei. Am Nachmittag wurde es schwieriger, vor allem auf gebrauchten Reifen."

Höhenverstellbares Heck in Brünn hilfreich?

Auf die Frage, ob das Ducati-Device, mit dem das Heck während der Fahrt abgesenkt werden kann, bei den Traktionsproblemen helfen kann, antwortet Petrucci: "Auf dieser Strecke nutzen wir es sicherlich mehr. Es kommt normalerweise zum Einsatz, wenn es lange Gerade und lange Bremszonen gibt. Und die haben wir hier."

Drei Mal pro Runde setze er es in Brünn ein. Zum Vergleich: In Jerez sei das zwei Mal pro Runde der Fall gewesen, verrät der Ducati-Pilot. "Ich denke, es kann uns hier helfen, auch wenn es nicht immer so einfach ist, es zu aktivieren und wieder abzuschalten."

Bei der Konkurrenz sorgte die Ducati-Performance am Freitag für gemischte Gefühle. Der Tagesschnellste Quartararo gesteht: "Einerseits bin ich überrascht. Andererseits sagt es noch nicht viel aus, weil es gerade mal Freitag ist und sich der Zustand der Strecke im Verlauf des Wochenendes noch stark verändern wird."

Miller verspricht: Ducati im Rennen stärker

Während auch der Petronas-Pilot in den ersten Trainings trotz Bestzeit zu kämpfen hatte, mutmaßt er: "Ducati und vor allem 'Dovi' probieren ja gerne viele Dinge aus. Ich bin mir sicher, dass sie morgen im FT3 und FT4 vorne dabei sein werden, im Rennen sowieso. Petrucci wird sicherlich auch noch zulegen können."

Umgekehrt analysiert Miller in Bezug auf Yamaha: "In den langgezogenen Kurven können sie, wenn sie alleine sind, ihre Linien fahren, um schnell zu sein. Insofern überrascht mich ihr Tempo an diesem Freitag nicht. Aber ich glaube, dass es die Ducati im Verlauf eines Rennens hier vielleicht etwas leichter hat zu überholen."

Weiterer Co-Autor: Matteo Nugnes, Lena Hemery. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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