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MotoGP Aragon

Zarco rast beim MotoGP-Comeback in die Top 10: "Mein Ego ist heute gut gefüllt"

Zwei MotoGP-Stars melden sich nach langer Verletzungspause eindrucksvoll zurück - Johann Zarco und Fermin Aldeguer überzeugen in Aragon mit Top-10-Zeiten

Gerald Dirnbeck Ruben Carballo Rosa

Veröffentlicht: 28.08.2026, 18:17

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Zarco rast beim MotoGP-Comeback in die Top 10: "Mein Ego ist heute gut gefüllt"

Johann Zarco fuhr im Freitagstraining der schnellste Honda-Fahrer

Foto: Getty Getty

103 Tage nach seiner schweren Beinverletzung beim Neustart in Barcelona stieg Johann Zarco im MotorLand Aragon im Freitagstraining zum ersten Mal wieder auf seine LCR-Honda. Nach dem Vormittagstraining musste der Franzose sich einer weiteren Untersuchung der MotoGP-Ärzte unterziehen, die er problemlos bestand.

Im Nachmittagstraining zeigte der 36-Jährige, dass er nichts von seinem Speed eingebüßt hat. Als Zehnter schaffte Zarco die direkte Q2-Qualifikation und war zudem schnellster Honda-Fahrer.

Ist er nach dieser Leistung stolz auf sich? "Stolz nicht, aber sehr glücklich, wieder da zu sein", sagt Zarco. "In den Top 10 zu sein, ist auch eines der Ziele. Es ist gut, zurückzukommen und zu sagen, okay, ich bin hier. Mein Ego ist heute gut gefüllt."

"Ein guter Tag. Schon von der ersten Runde an war der Start gut. Ich war heute Morgen der Erste auf der Strecke. Ich war überrascht. Ich hatte nicht erwartet, als Erster rauszufahren."

"Vielleicht wollte ich so sehr fahren, dass ich die Box früh verlassen habe. Aber sofort war der Speed da, und das war sehr cool." Auch körperlich kam Zarco relativ gut klar. Vor Aragon trainierte er mit einer Honda CBR.

"Was das Bein betrifft, keine Schmerzen, aber die Muskeln brauchen etwas Zeit, um sich an die Position zu gewöhnen. Denn ich hatte sofort einen kleinen Krampf, um den ich mich nach der Session gekümmert habe."

"Und auch heute Abend werde ich mir eine gute Massage an den Beinen gönnen, um sie etwas zu entspannen, denn die Krämpfe können ein Problem sein", sagt Zarco im Hinblick auf den weiteren Verlauf des Rennwochenendes.

Auch Aldeguer zeigt starkes Comeback

Der Routinier war aber nicht der einzige, der ein starkes Comeback feierte. Auch Fermin Aldeguer, der sich vor 63 Tagen in Assen einen Wirbel verletzt hatte, setzte sich mit der fünftschnellsten Runde in Szene.

"Ich habe dieses Ergebnis wirklich nicht erwartet", sagt der Gresini-Ducati-Fahrer. "Ich habe mich wirklich sehr stark gefühlt, mit viel Kraft für das Comeback. Aber das Gefühl von der ersten Runde an war super gut. Als wäre nichts passiert."

Fermin Aldeguer

Fermin Aldeguer fuhr bei seiner Rückkehr gleich auf Platz fünf

Foto: Getty Images Europe

"Ich bin wirklich überrascht von meiner körperlichen Verfassung. Ich werde morgen früh merken, wie es mir geht. Aber ich habe sechs bis sieben Runden gepusht und habe mich wirklich gut gefühlt. Keine Schmerzen, das ist super wichtig."

"Es sind vielleicht eher die kleinen Muskeln, die man nur auf einem MotoGP-Motorrad beansprucht. Aber ehrlich gesagt bin ich überrascht von meiner körperlichen Verfassung."

Kann eine Pause sogar hilfreich sein?

Dass sowohl Zarco als auch Aldeguer nach einer längeren Verletzungspause sofort in die Top 10 fahren konnten, brachte ihnen von den Fahrerkollegen viel Lob und Anerkennung ein.

Aber zeigt das auch, dass eine Pause im vollen Rennkalender auch gut sein kann? "Vielleicht, ja", meint Zarco. "Es hilft sicherlich mit all den Kilometern, die wir gefahren sind."

"Wir müssen dieses Vertrauen bewahren, dass wir die Fähigkeit haben, schnell zu sein. Wir haben ja auch keine Winterpause mehr. Denn die drei Monate, die ich pausiert habe, sind länger als eine Winterpause."

"Aber es stimmt schon. Wir müssen etwas trainieren, denn wenn ich nichts getan hätte und dann aufs Motorrad zurückkomme, hätte ich Schwierigkeiten gehabt. Aber die Art, wie ich meine Reha gestaltet habe, hatte ich das Gefühl, dass ich bereit war."

Trotzdem glaubt Zarco: "Es ist möglich, dass eine Pause, vor allem für den Körper, aber auch für den Kopf, für die Seele, etwas Gutes sein kann." Mit dieser Einschätzung ist er unter den Fahrern nicht alleine.

Auch Marc Marquez, der in den vergangenen Jahren mehrmals wegen Verletzungen und Operationen pausieren musste, kann einer Pause etwas abgewinnen: "Es sieht so aus, dass wir manchmal, wenn wir immer mehr fahren, immer langsamer werden."

"Und wenn wir eine Pause haben, wenn man sich heute Zarco und auch Aldeguer ansieht, beide sind super schnell gefahren. Aber ich freue mich besonders für Zarco, denn zu einem Zeitpunkt sah es so aus, als würde er die ganze Saison fehlen."

"Und jetzt ist er hier in Q2, als beste Honda. Die einzige Honda in Q2, oder? Also, ich meine, old school funktioniert noch", sagt Marquez mit einem Lächeln. Zarcos Teamkollege Diogo Moreira war als Elfter aber nur um 0,010 Sekunden langsamer.

"Ich habe mich für ihn und sein Team gefreut", sagt der Brasilianer. "Denn letztendlich war er viele Tage zu Hause, also war es auch für ihn schwierig. Ich habe in dieser Runde einen Fehler gemacht und im letzten Sektor etwas verloren."

Auch Luca Marini war als Zwölfter weniger als eine Zehntelsekunde hinter Zarco. Der Italiener freut sich ebenfalls über das starke Comeback: "Ich bin wirklich froh, dass Johann zurück ist, und hoffe, dass er sich gut fühlt und körperlich zurechtkommt."

Im Grand Prix am Sonntag muss Zarco zwei Long-Lap-Strafen absolvieren. Es ist eine Sanktion des Startunfalls in Barcelona, bei dem er sich am linken Bein verletzt hat.

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