MotoGP Aragon
Zarco vor Comeback: "Großartig, den Adrenalinschub wieder zu erleben"
LCR-Pilot Johann Zarco feiert beim Grand Prix von Aragon ein vorgezogenes MotoGP-Comeback - Warum es aus seiner Sicht genau der richtige Zeitpunkt dafür ist
Juliane Ziegengeist Vincent Lalanne-Sicaud
Veröffentlicht: 25.08.2026, 14:06
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Johann Zarco will in Aragon nach langer Verletzung wieder ins Geschehen eingreifen
Foto: AFP
Johann Zarco steht vor seinem Comeback in der MotoGP. Beim Grand Prix von Aragon am kommenden Wochenende kehrt der Franzose vorbehaltlich der medizinischen Freigabe vor Ort auf seine Honda zurück, und das nach mehr als drei Monaten verletzungsbedingter Zwangspause.
Dass es so schnell gehen würde, hatte selbst Zarco nicht erwartet. "Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich so bald wieder MotoGP fahren beziehungsweise mein MotoGP-Comeback geben würde", sagt er im Gespräch mit dem französischen Sender Canal+.
Seit seinem Sturz in Barcelona sind inzwischen drei Monate und etwas mehr als eine Woche vergangen. Ursprünglich war sogar eine Operation am verletzten Knie im Raum gestanden.
Zarco vermeidet OP und steigert das Training
Anfang Juli erhielt Zarco dann jedoch die Nachricht, dass er auf einen Eingriff verzichten und auf eine konservative Reha setzen kann. Anfang August nahm der Franzose das Training wieder auf. Zunächst ging er vorsichtig auf einer Supermoto zu Werke, anschließend steigerte er die Belastung auf einer Honda CBR.
Das Serienmotorrad eignet sich besonders gut für die Vorbereitung, weil die Sitzposition der auf einer MotoGP-Maschine sehr ähnlich ist und Zarco sein Knie dadurch in einer vergleichbaren Position halten kann. Die Trainingsfortschritte waren so positiv, dass nun bereits die Rückkehr in Aragon möglich ist.
"Nach mehreren Trainingseinheiten auf einer Supermoto und der CBR habe ich gemerkt, dass es gut läuft. Die CBR hat eine ähnliche Sitzposition wie ein MotoGP-Bike, bei der man deutlich stärker nach vorne gebeugt ist", erklärt Zarco.
Von seinem Comeback ist er überzeugt: "Es lohnt sich, nach Aragon zurückzukehren und wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, mit mehr als 300 km/h zu fahren."
Cal Crutchlow bleibt als Absicherung vor Ort
Trotz der positiven Entwicklung geht LCR kein unnötiges Risiko ein. Cal Crutchlow, der Zarco während dessen Verletzungspause vertreten hat, wird in Aragon vor Ort sein und steht bereit, sollte Zarco nicht über das gesamte Wochenende einsatzfähig sein.
Ursprünglich hatte LCR ohnehin geplant, Crutchlow in Aragon einzusetzen. Zarcos schnelle Genesung machte die Rückkehr des Franzosen jedoch früher möglich als erwartet.
Zarco hat wieder Vertrauen in seinen Körper
Dass er nach dem Unfall erneut mit mehr als 300 km/h unterwegs sein wird, löst bei Zarco keine übermäßige Nervosität aus. Zwar steigt er in Aragon erstmals seit dem Unfall in Barcelona wieder auf seine MotoGP-Honda, doch die vergangenen Trainingswochen haben ihm das notwendige Vertrauen zurückgegeben.
"Wieder fit zu werden und Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen, hilft dabei, alle Zweifel an dem Unfall zu zerstreuen", erklärt der 36-Jährige. Der Franzose befindet sich zwar weiterhin in der Rehabilitationsphase, sieht sich aber inzwischen wieder auf dem Weg zurück, langsam wieder rennfit zu werden.
"Ich bin glücklich. Allerdings befinde ich mich noch mitten in meiner Reha und arbeite daran, wieder fit zu werden oder besser gesagt, wieder meine Rennform zu erreichen. Eigentlich kommt Aragon genau zum richtigen Zeitpunkt", so Zarco.
Nicht nur das Rennfahren hat Zarco gefehlt
Bei seiner Rückkehr geht es für ihn nicht ausschließlich um die körperliche Belastung. Auch der gewohnte Alltag eines MotoGP-Fahrers habe ihm während der Zwangspause gefehlt: "Es ist einfach schön, wieder ein Stück weit in meine Welt zurückzukehren."
Bei 22 Grands Prix pro Jahr seien nun einmal sehr viele Wochenenden und Wochen davon geprägt. Zum gewohnten Rennsportleben gehören für Zarco deshalb neben seinem Team auch das Fahrerlager und die besondere Grand-Prix-Atmosphäre.
"Wir sind diese Welt, unser Team und die Stimmung im Fahrerlager gewohnt und auch den Wunsch, am Freitag, Samstag und Sonntag jedes Wochenende alles zu geben."
Die vergangenen Wochen seien zwar deutlich ruhiger gewesen und hätten mehr Zeit für die Vorbereitung gelassen, "was sehr angenehm ist". Trotzdem betont Zarco: "Ich freue mich sehr, wieder zu diesem Lebensrhythmus zurückzukehren. Man gewöhnt sich an den Adrenalinschub. Es ist großartig, ihn wieder zu erleben."
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