MotoGP Aragon

Zarco vor MotoGP-Comeback: Rückkehr in Aragon nach 100 Tagen Pause

Johann Zarco steht nach seinem schweren Unfall in Barcelona vor einem MotoGP-Comeback - Der LCR-Honda-Pilot hat das Go de Ärzte und will in Aragon antreten

Juliane Ziegengeist Germán Garcia Casanova

Veröffentlicht: 20.08.2026, 12:36

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Zarco vor MotoGP-Comeback: Rückkehr in Aragon nach 100 Tagen Pause

Johann Zarco verpasste seit Barcelona sechs Rennwochenenden

Foto: Getty Getty

Johann Zarco steht vor seinem Comeback in der MotoGP. Mehr als drei Monate nach seinem schweren Unfall beim Grand Prix von Katalonien soll der LCR-Honda-Pilot am Aragon-Wochenende wieder auf seine RC213V steigen.

Der Franzose hat von seinem Ärzteteam die Freigabe für eine Rückkehr in den Rennsport erhalten. Endgültig grünes Licht gibt es allerdings erst nach der obligatorischen medizinischen Untersuchung in MotorLand Aragon am kommenden Donnerstag.

Besteht der Franzose diese Untersuchung unter der Aufsicht MotoGP-Arzt Dr. Angel Charte, steht seinem Comeback auf der Rennstrecke nichts mehr im Weg.

Schwerer Unfall beim Rennen in Barcelona

Zarco hatte sich am 17. Mai beim Grand Prix von Katalonien in Barcelona schwer verletzt. Nach einem ersten Rennabbruch mit roter Flagge kam es beim zweiten Start bereits in der ersten Kurve erneut zu einem folgenschweren Unfall, an dem neben Zarco auch Luca Marini und Francesco Bagnaia beteiligt waren.

Dabei geriet Zarcos linkes Bein in das Hinterrad von Bagnaias Ducati. Der Honda-Pilot zog sich eine schwere Bänderverletzung am Knie zu. Zusätzlich erlitt er auch Verbrennungen.

Ursprünglich hatten die Ärzte eine OP in Betracht gezogen. Zunächst sollte jedoch die Entzündung im Knie zurückgehen und die Verbrennung abheilen. Im weiteren Verlauf änderte sich die ärztliche Einschätzung jedoch. Statt eines operativen Eingriffs entschieden sich die Mediziner für eine konservative Behandlung.

Zarco konnte damit auf eine Operation verzichten. LCR hatte zunächst eine Rückkehr des 34-Jährigen im September beim Grand Prix von San Marino in Misano ins Auge gefasst. Die Genesung verlief nun aber doch schneller als erwartet.

Zarco verkürzt Reha und trainiert bereits wieder

LCR erklärte: "Johanns Genesung hat in den vergangenen Wochen erfreuliche Fortschritte gemacht, sodass er seine Rückkehr auf die Rennstrecke vorziehen konnte."

Im Rahmen seiner Reha steigerte Zarco seine Belastung Schritt für Schritt. Dazu gehörten auch Fahrten auf einer Supermoto sowie auf einer Honda CBR1000RR. Damit konnte er bereits wieder praktische Erfahrungen auf zwei Rädern sammeln und seine körperliche Belastbarkeit unter realistischeren Bedingungen testen.

Nun hat Zarco auch von seinem medizinischen Team die Freigabe erhalten. LCR teilte dazu mit: "Nachdem er kontinuierlich Fortschritte gemacht und von seinem Ärzteteam die Freigabe für eine Rückkehr in den Rennsport erhalten hat, wird Zarco nach Aragon reisen, mit dem Ziel, wieder am Wettbewerb teilzunehmen - vorbehaltlich der obligatorischen medizinischen Untersuchung auf der Rennstrecke."

Zarco selbst meldete sich auf Social Media zu Wort. "Ich bin ziemlich zufrieden damit, wie sich mein Knie entwickelt und wie die Genesung voranschreitet", sagt er dort.

"Ich fühle mich gut genug, um wieder auf das MotoGP-Motorrad zu steigen, und freue mich schon sehr darauf, wieder Rennen zu fahren. Das Training mit der Supermoto und der CBR war ideal, um die Intensität zu steigern und lange Fahrten zu absolvieren. Ich habe mein Team, die Rennen und das Fahrerlager wirklich vermisst."

Mehr als 100 Tage ohne MotoGP-Einsatz

Zwischen seinem Unfall am 17. Mai und dem möglichen Comeback am Freitag, dem 28. August, liegen mehr als 100 Tage. Stand heute kommt Zarco bereits auf 96 Tage Rennpause.

Während seiner Verletzungspause verpasste der LCR-Pilot insgesamt sechs Grands Prix. Nicht am Start war der Franzose bei den Rennen in Italien, Ungarn, Tschechien, den Niederlanden und Deutschland sowie nach der Sommerpause beim Grand Prix von Großbritannien in Silverstone vor knapp zwei Wochen.

Crutchlow bleibt als Absicherung im Hintergrund

Während Zarcos Ausfall setzte LCR auf einen prominenten Ersatzfahrer. Der mittlerweile 40-jährige Cal Crutchlow, der seine aktive MotoGP-Karriere bereits 2020 beendet hatte, sprang bei allen sechs verpassten Rennwochenenden ein.

Der Brite konnte dabei allerdings keine WM-Punkte sammeln. Besonders knapp war es bei den Rennen in Ungarn und den Niederlanden, bei denen er jeweils den 16. Platz belegte.

Trotz der positiven Entwicklung bei Zarco plant LCR offenbar weiterhin mit Crutchlow als Absicherung. Nach aktuellem Stand soll der Brite ebenfalls nach Aragon reisen. Sollte Zarco die medizinische Untersuchung auf der Rennstrecke wider Erwarten also nicht bestehen, könnte Crutchlow erneut einspringen.

Darüber hinaus soll Crutchlow für den weiteren Saisonverlauf bereitstehen, falls LCR-Honda seine Dienste noch einmal benötigt. Nach dem Aragon-Grand-Prix stehen immer noch zehn Grand-Prix-Wochenenden in der MotoGP auf dem Programm.

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