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Zwischen Frust und Lernprozess: Toprak Razgatlioglu sucht noch das Limit

Toprak Razgatlioglu hadert nach Platz 21 in Buriram mit sich und dem fehlenden Vertrauen ins Vorderrad - Doch seine Markenkollegen machen ihm Mut

Zwischen Frust und Lernprozess: Toprak Razgatlioglu sucht noch das Limit

Toprak Razgatlioglu hat mit der Umstellung auf die MotoGP weiter zu kämpfen

Foto: Getty Getty

Beim finalen MotoGP-Vorsaisontest in Buriram erlebte Toprak Razgatlioglu ein schwieriges Wochenende. Der Yamaha-Neuzugang beendete die Zeitenjagd nur auf Rang 21, sein Rückstand auf die Spitze betrug 2,1 Sekunden.

Damit war er als zweiter Rookie im diesjährigen Feld der Stammfahrer mit dem zweitgrößten Rückstand - ein ernüchterndes Zwischenfazit für den mehrfachen Superbike-Weltmeister bei seinem Umstieg in die Königsklasse.

"Ich vertraue dem Vorderreifen noch nicht"

Am Sonntag arbeitete Razgatlioglu intensiv an einer Rennsimulation. "Ja, wir haben eine Race-Simulation probiert, und ich bin auch mit Jack gefahren", erklärt er.

Allerdings sei er mit dem gewählten Set-up nicht zufrieden gewesen. Yamaha hatte zwei Motorräder mit unterschiedlichen Abstimmungen vorbereitet, doch keine davon entsprach seinem Gefühl. "Das andere Bike hatte ein anderes Set-up, und das zweite auch, aber ich mochte es nicht", so der Türke offen.

Nach zehn Runden zog er die Reißleine. Die Rundenzeiten seien zu langsam gewesen, "also habe ich gesagt, es ist besser, zurück an die Box zu kommen, weil nicht alles gut läuft". In der Garage stoppte er das Programm und absolvierte stattdessen Startübungen. Am Nachmittag ging es mit gebrauchten Reifen weiter.

"Die Reifen hatten schon 14 Runden drauf, wir sind noch sechs, sieben Runden gefahren und haben trotzdem eine richtig gute Zeit geschafft", berichtet er überrascht.

Je mehr Runden er drehe, desto besser beginne er sich anzupassen, erklärte Razgatlioglu. Er versuche zu verstehen, wie er mit diesem Bike fahren müsse und wie die Reifen zu managen seien. Doch vor allem im direkten Vergleich mit Teamkollege Jack Miller wurde ihm der Unterschied deutlich vor Augen geführt.

"Als ich Jack bei der Zeitenjagd gefolgt bin, war ich sehr überrascht. Ich verliere viel in Kurve 1, im ersten Sektor generell", gesteht er. Während Miller das Motorrad am Kurveneingang sofort stark umlege, bleibe er selbst vorsichtiger.

"Ich fahre dort etwas ruhiger, weil ich dem Vorderreifen nicht vertraue." Beim Anbremsen fühle er sich noch wohl, "aber wenn ich in Schräglage gehe, kenne ich das Limit nicht".

Mit sichtlichem Staunen schildert er die Szenen hinter Miller: "Als ich Jack in der ersten Kurve gesehen habe, wie er sofort viel Schräglage fährt, habe ich zuerst auf seinen Sturz gewartet. Und dann, als ich gesehen habe, wie das Bike weiter einlenkt, war ich überrascht." Nun sei er gespannt auf die Datenauswertung.

Denn der Unterschied liege nicht nur am Material, sondern auch am Vertrauen: Die anderen Fahrer würden "komplett in Schräglage gehen und das Bike lenkt trotzdem weiter ein". Er hingegen lehne sich hinein und warte, "weil ich schon darauf warte, dass mir das Vorderrad wegrutscht", so der MotoGP-Neuling.

Noch sei er nicht gestürzt, das Motorrad "ist noch in einem Stück". Fast schon selbstkritisch meint er: "Aber vielleicht muss ich stürzen, um das Limit zu verstehen."

Unterstützung aus dem eigenen Lager

Trotz der sportlich schwierigen Situation bekommt Razgatlioglu Rückhalt von seinen Markenkollegen. Fabio Quartararo suchte am Sonntag bewusst das Gespräch. Der Franzose weiß, wie hart ein schwieriger Einstieg sein kann.

Mental sei die Situation für den Türken nicht einfach. Er habe ihn "wirklich verzweifelt" erlebt, verrät Quartararo. Razgatlioglu komme aus der Superbike-WM, wo er stets um Siege und Podien kämpfte und drei Titel gewann. Nun treffe er "im schwierigsten Moment von Yamaha" in der MotoGP ein.

Hinzu komme ein für ihn neuer Reifenhersteller - eine zusätzliche Umstellung. Quartararo betont deshalb, dass es völlig normal sei, sich in dieser Lage zu befinden. Man brauche Zeit, um sich schneller und wohler zu fühlen.

Toprak Razgatlioglu

Daten studieren und sich weiter anpassen: Das ist der Plan der MotoGP-Rookies

Foto: Getty Images AsiaPac

Auch Razgatlioglu bestätigt das Gespräch. Quartararo habe ihm geraten, ruhig zu bleiben und nichts zu überstürzen. Er verbessere sich stetig und müsse sich weiter an die Reifen anpassen. "Er hat gesagt, bleib ruhig, du musst nichts erzwingen."

Für ihn selbst sei das neue Bike ebenfalls schwierig, ergänzt der Franzose und gesteht, er hätte sich in seinem ersten MotoGP-Jahr, als er beim Malaysia-Test ebenfalls zu kämpfen hatte, ähnliche Unterstützung gewünscht. "Ich will nur das Beste für ihn. Kleine Worte können helfen", weiß der Weltmeister von 2021.

"Am Ende des Tages ist er ein Rookie"

Auch Miller nimmt seinen neuen Teamkollegen in Schutz. Razgatlioglu arbeite hart, betont der Australier. Er sei mehrfacher Weltmeister, "aber am Ende des Tages ist er ein Rookie". Die Reifen und das Motorrad seien komplett anders als alles, was der dreifache Superbike-Weltmeister zuvor gefahren sei.

Wäre er auf einem Bike eingestiegen, das regelmäßig an der Spitze fährt, wären die Erwartungen andere. "Aber er kommt in ein Projekt, das wir gerade aufbauen", so Miller.

Er selbst versuche, Razgatlioglu so gut wie möglich zu helfen - mit Windschatten auf Longruns und bei der Zeitenjagd, wie schon in Sepang. "Ich gebe mein Bestes, ein guter Teamkollege zu sein und ihm den Übergang zu erleichtern."

Razgatlioglu weiß, dass der Anpassungsprozess Zeit braucht. Der Wechsel in die MotoGP bedeute komplett andere Motorräder und Reifen, betont er. Dennoch hadert er mit sich selbst. Er denke von "Kurve für Kurve" und versuche stets sein Bestes, "aber die Rundenzeit kommt nicht, und dann werde ich traurig".

Die nackten Zahlen sind ernüchternd. Doch innerhalb des Yamaha-Lagers herrscht Einigkeit: Geduld ist gefragt. Razgatlioglu steht erst am Anfang eines Lernprozesses.

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