Bristol: Kevin Harvick gewinnt NASCAR-Marathon über zwei Tage

Samstagabend gestartet, Sonntagabend beendet: Erstmals seit über acht Jahren wurde ein NASCAR-Rennen auf zwei Tage verteilt gefahren: Sieg für Kevin Harvick.

Das als Bass Pro Shops NRA Night Race betitelte August-Rennen der NASCAR-Topliga Sprint-Cup auf dem Bristol Motor Speedway war letzten Endes doch kein echtes Nachtrennen. Am Samstagabend konnten inklusive zwischenzeitlicher Unterbrechung lediglich 48 der 500 Runden zurückgelegt werden. Dann übernahm der Regen endgültig die Führung.

Am Sonntag bei Tageslicht war von allen Beteiligten zunächst erneut Geduld gefragt. Der Restart in der Reihenfolge nach 48 Runden erfolgte aufgrund von neuerlichen Regenfällen erst mit dreieinhalb Stunden Verspätung. Endlich wieder im Renntempo unterwegs, waren die 40 Sprint-Cup-Piloten dann doch in der Lage, die volle Distanz zurückzulegen.

NASCAR-Marathon über zwei Tage

Dies gelang freilich erst nach einem weiteren Regenschauer, der sich jedoch nach wenigen Minuten wieder verzogen hatte. Während der letzten Runden des Rennens war die Flutlichtanlage aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit dann doch eingeschaltet. Das bisher letzte Mal, dass es im Sprint-Cup ein auf zwei Tage verteiltes Rennen gab, war im Februar 2008 in Fontana. Damals siegte Carl Edwards am Montag, nachdem am Sonntag nur 87 der 250 Runden zurückgelegt werden konnten.

Als nach den auf zwei Tage verteilten 500 Rennrunden in Bristol endlich die Karierte Flagge fiel, war es Kevin Harvick im Stewart/Haas-Chevrolet, der sich vor spärlich besetzten Tribünen als Sieger feiern ließ. Obwohl er die Punktewertung 2016 monatelang angeführt hat, ist es für den Champion von 2014 erst der zweite Saisonsieg nach Phoenix im März. In Bristol ist es für Harvick ebenfalls der zweite Sieg. Der erste gelang ihm im Frühjahr 2005 für Richard Childress Racing. Nun hat Stewart/Haas Racing zum ersten Mal überhaupt im "Thunder Valley" triumphiert.

Den Sieg feierte Harvick nicht allein, sondern zusammen mit Teamkollege und Boss Tony Stewart. "Smoke" beendete sein letztes Bristol-Rennen nach einem Defekt an der Hinterachse und notwendiger Reparatur nur auf Platz 30. Dies hielt ihn aber nicht davon ab, auf das Angebot von Harvick einzugehen, gemeinsam Donuts auf den Bristol-Beton zu zeichnen.

 

"Eigentlich wollte ich mit ihm gemeinsam eine Ehrenrunde drehen, aber die gemeinsamen Burnouts waren auch echt cool", so Sieger Harvick. Stewart stimmt zu: "Das war cool." Eine andere Idee seines siegreichen Fahrers konnte der Boss dann aber doch nicht annehmen. "Er schlug mir vor, ich sollte mit ihm zusammen in seinem Auto in die Victory Lane fahren. Ich sagte, ich kann doch nicht einfach mein Auto hier stehen lassen", so "Smoke" bestens gelaunt.

Chris Buescher macht großen Schritt in Richtung Chase

Platz zwei ging an Bristol-Spezialist Ricky Stenhouse. Dessen Roush-Ford fuhr im Design, mit dem der vor wenigen Tagen tödlich verunglückte Bryan Clauson die Nationwide-Saison 2008 bestritten hatte. Platz drei holte sich Denny Hamlin, der im Rennverlauf wie so oft in dieser Saison durch eine Speeding-Penalty zurückgeworfen wurde. Ein später schneller Boxenstopp mit nur zwei frischen Reifen brachte Hamlin aber die nötige Track-Position zurück.

Bildergalerie: Bass Pro Shops NRA Night Race in Bristol

Im Kampf um Platz vier setzte sich Austin Dillon (Childress-Chevrolet) knapp gegenüber Chris Buescher (Front-Row-Ford) durch. Dieser fünfte Platz reicht Buescher locker, um die Top 30 der Punktewertung zu knacken. Damit steht der Pocono-Sieger nun virtuell im Chase. Im Gegenzug wäre Kyle Larson (Ganassi-Chevrolet) nach aktuellem Stand der Dinge keiner der 16 Chase-Piloten.

Larson kam auf der Außenbahn wieder einmal bestens zurecht und lag auf Kurs zu einer Top-10-Platzierung. Doch dann wurde der Ganassi-Youngster binnen weniger Runden gleich in zwei Crashs verwickelt. Zunächst drehte sich Kyle Busch (Gibbs-Toyota) nach 256 Führungsrunden aufgrund eines defekten hinteren Stoßdämpfers. Justin Allgaier, der im HScott-Chevrolet mit der Startnummer 46 den kurzfristig an Grippe erkrankten Stammfahrer Michael Annett ersetzte, konnte nicht ausweichen. Infolge der Kettenreaktion wurden auch Martin Truex Jr. (Furniture-Row-Toyota) und eben Larson mitgerissen.

Kaum dass der Restart im Anschluss zu der von Kyle Busch ausgelösten Gelbphase über die Bühne gegangen war, krachte es erneut. In diesem Fall war der Auslöser Kurt Busch. Er verlor seinen Stewart/Haas-Chevrolet in Führung liegend übersteuernd aus der Kontrolle. Dabei riss der ältere Busch-Bruder einige andere Piloten mit ins Verderben: Brad Keselowski, Matt Kenseth, Ryan Blaney, Chase Elliott und erneut Kyle Larson. Während es für Kurt Busch beim 23. Saisonrennen das erste Mal war, dass er nicht in der Führungsrunde ins Ziel gekommen ist, fehlen Kyle Larson nach diesem zweiten Crash nun bereits 39 Punkte auf einen Chase-Platz.

 

Nach insgesamt neun Gelbphasen, verteilt auf zwei Tage, wurden die Top 10 schließlich abgerundet von Polesitter Carl Edwards (Gibbs-Toyota; 6.), Jimmie Johnson (Hendrick-Chevrolet; 7.), Jamie McMurray (Ganassi-Chevrolet; 8.), A.J. Allmendinger (JTG/Daugherty-Chevrolet; 9.) und Joey Logano (Penske-Ford; 10.).

Rennergebnis: Bass Pro Shops NRA Night Race in Bristol

Jeff Gordon lag in seinem möglicherweise letzten Rennen als Ersatz für Hendrick-Stammfahrer Dale Earnhardt Jr. zwischenzeitlich an zweiter Stelle. Dann aber driftete er in die Mauer, fiel aus den Top 15 heraus und kam schließlich knapp außerhalb der Top 10 auf Platz elf ins Ziel.

Das drittletzte Rennen der Regular-Season steht am kommenden Sonntag auf dem Michigan International Speedway an und wird mit dem Low-Downforce-Package 2.0 gefahren.

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Über diesen Artikel
Rennserien NASCAR Cup
Veranstaltung Bristol 2
Rennstrecke Bristol Motor Speedway
Fahrer Kevin Harvick
Teams Stewart-Haas Racing
Artikelsorte Rennbericht
Tags bristol, harvick, nascar, neustart, restart, short-track, stewart, stewart-haas