Denny Hamlin gewinnt turbulentes Sprint Unlimited in Daytona

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Denny Hamlin gewinnt turbulentes Sprint Unlimited in Daytona
Autor: Mario Fritzsche
14.02.2016, 07:30

Sieben Gelbphasen und die erste Anwendung der neuen Overtime-Regel gleich beim Debüt können Denny Hamlin nicht stoppen: Sieg beim Auftakt ins NASCAR-Jahr 2016.

Alle Fahrer bei der Fahrerpräsentation
Alle Fahrer bei der Fahrerpräsentation
Start: Jimmie Johnson, Hendrick Motorsports Chevrolet ist der Führende
Start zum Rennen
Renn-Action in Daytona
Austin Dillon, Richard Childress Racing Chevrolet, Carl Edwards, Joe Gibbs Racing Toyota; Danica Pat
Kyle Larson, Chip Ganassi Racing Chevrolet; Jamie McMurray, Chip Ganassi Racing Chevrolet; Casey Mea
Rennaction
Jamie McMurray, Chip Ganassi Racing Chevrolet; Ryan Newman, Richard Childress Racing Chevrolet, Carl
Chrash Kyle Busch, Joe Gibbs Racing Toyota; Martin Truex Jr., Furniture Row Racing Toyota; Carl Edwa
Greg Biffle, Roush Fenway Racing Ford, Kevin Harvick, Stewart-Haas Racing Chevrolet, Martin Truex Jr
Kyle Busch, Joe Gibbs Racing Toyota
Carl Edwards, Joe Gibbs Racing Toyota
Rennaction
Denny Hamlin, Joe Gibbs Racing Toyota; Joey Logano, Team Penske Ford
Sieger Denny Hamlin, Joe Gibbs Racing Toyota
Sieger Denny Hamlin, Joe Gibbs Racing Toyota
Sieger Denny Hamlin, Joe Gibbs Racing Toyota

Denny Hamlin ist der erste Rennsieger des NASCAR-Jahres 2016. Der Gibbs-Pilot gewann in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf dem Daytona International Speedway das unter Flutlicht ausgetragene Einladungsrennen Sprint Unlimited.

Es war eine turbulente 2016er Ausgabe des traditionellen Saisonbeginns, bei dem die Piloten losgelöst von jeglicher Punktesituation der Show, der Ehre und des Preisgeldes wegen antreten. Für Hamlin ist es nach 2006 und 2014 der dritte Triumph bei diesem Event. Für Joe Gibbs Racing ist es nach Kyle Busch (2012), Hamlin (2014) und Matt Kenseth (2015) der vierte Sieg in fünf Jahren beim Show-Event ohne Meisterschaftsstatus.

Die erste Führungsrunde des neuen NASCAR-Jahres holte sich der von Position zwei neben Polesetter Jimmie Johnson (Hendrick-Chevrolet) losgefahrene Brad Keselowski (Penske-Ford). Für Aufsehen aber sorgte ein anderer: Der von Startplatz 24 losgefahrene Jamie McMurray (Ganassi-Chevrolet) benötigte genau sechs Runden, um sich im Windschatten von Spitzenreiter Keselowski wiederzufinden.

Fotogalerie: Sprint Unlimited in Daytona

In Runde 12 wurde es erstmals turbulent. McMurray hatte gerade die Führung von Keselowski übernommen. An dessen Penske-Ford hatte sich eine Plastiktüte im Kühlergrill festgesetzt. Während die Motortemperatur nach oben ging, musste Keselowski Gegner um Gegner ziehen lassen, bis nur noch Ricky Stenhouse (Roush-Ford) und Denny Hamlin hinter ihm lagen. Bevor auch sie am langsamer werdenden Ford Fusion mit der Startnummer 2 vorbeikamen, kollidierten sie in Turn 2 und mussten die Box aufsuchen. Die Ironie an der Sache: Beide hatten sich bewusst zurückfallen lassen, um einem möglichen Chaos im Mittelfeld zu entgehen...

Heftiger Crash von Brian Vickers beim NASCAR-Comeback

Die erste Gelbphase war die logische Konsequenz der Kollision Hamlin/Stenhouse. Beim Restart hielt McMurray die Führung, während sich dessen Ganassi-Teamkollege Kyle Larson mit Jimmie Johnson um Rang zwei duellierte. Der anfangs führende Brad Keselowski hatte Glück, dass die erste Gelbphase seiner Crew die Chance gab, den Kühlergrill zu reinigen. Nach dem Stopp arbeitete er sich zügig wieder in Richtung Spitze, bevor in Runde 23 das Chaos ausbrach: Ein Crash im Mittelfeld, in den sieben Piloten verwickelt wurden.

Was war passiert? Brian Vickers, der bei Stewart/Haas Racing für den verletzten Tony Stewart im Einsatz ist, erlitt eingangs Turn 3 mitten im Pulk einen Reifenschaden hinten links. Einer unvermeidlichen Kollision mit Dale Earnhardt Jr. (Hendrick-Chevrolet) folgte ein brutaler Einschlag von Vickers' Auto. Mit der Fahrerseite voran krachte der weiße Stewart/Haas-Chevy mit der Startnummer 14 in die äußere SAFER-Barrier. Nach bangen Sekunden die Entwarnung: Vickers, der sein erstes Rennen seit März 2015 bestritt, stieg aus eigener Kraft aus.

Den Stewart/Haas-Chevy von Vickers erwischte es mit Abstand am heftigsten. Darüber hinaus trugen neben dem Hendrick-Chevy von Dale Earnhardt Jr. auch die Autos von Kevin Harvick, Kurt Busch (beide Stewart/Haas-Chevrolet), Clint Bowyer (HScott-Chevrolet), Greg Biffle (Roush-Ford) und A.J. Allmendinger (JTG-Chevrolet) Beschädigungen davon. Lediglich Busch, Biffle und Allmendinger gelang es, im Zuge der Reparaturarbeiten nicht aus der Führungsrunde zu fallen.

Wieder kein Unlimited-Glück für Jimmie Johnson

Beim Restart führte der einige Runden zuvor am Ende des Feldes mit Ricky Stenhouse kollidierte Denny Hamlin. Er hatte die Gelbphase nach dem Vickers-Crash nicht zum Boxenstopp genutzt. Im Rücken von Hamlin führten Keselowski und Carl Edwards (Gibbs-Toyota) die Verfolgermeute an. Wenige Runden später hatte sich Keselowski seine anfängliche Führung zurückgeholt. Doch genau wie in der Anfangsphase fuhr er plötzlich auch diesmal eine Plastiktüte am Kühlergrill spazieren – und wieder hatte er das Glück, dass es kurz darauf eine Gelbphase gab.

Diesmal war es Jimmie Johnson, der vom rechten Weg abkam, nachdem er auf der Gegengerade von Paul Menard (Childress-Chevrolet) angeschoben wurde. Johnson drehte sich nach links ins Infield-Gras und beschädigte sich dabei die Front seines Hendrick-Chevy nachhaltig: Das Aus für den sechsmaligen NASCAR-Champion, der beim Sprint Unlimited bislang selten Glück hatte. Zum fünften Mal in Folge ist Johnson nun bei diesem Event ausgefallen. Gewonnen hat er es nur einmal, im Jahr 2005 (damals Budweiser Shootout).

Beim folgenden Restart führte Hamlin vor Gibbs-Teamkollege Matt Kenseth, bis in Runde 56 erneut Gelb geschwenkt wurde. Kasey Kahnes Hendrick-Chevy wurde vor Turn 3 von Jamie McMurray in den JTG-Chevy von A.J. Allmendinger geschoben. Während McMurray ungeschoren davonkam, mussten Allmendinger (zum zweiten Mal) und Kahne zwecks Reparatur die Box aufsuchen. Aus der Spitzengruppe bogen einige Fahrer zum Tanken ab, Spitzenreiter Denny Hamlin aber blieb wie seine direkten Verfolger auf der Bahn. Weil Hamlin seit dem frühen Reparaturstopp nicht mehr an der Box war, lag es auf der Hand, dass sein neuer Crewchief Mike Wheeler auf die Verbrauchskarte setzen würde.

Carl Edwards räumt Brad Keselowski und Co. ab

Beim folgenden Restart waren es erneut Hamlin und Kenseth, die sich ganz vorn einnisteten. Die Konkurrenz scharrte bereits mit den Hufen, musste aber in Runde 66 erneut Tempo herausnehmen. Kasey Kahne erlitt in Turn 2 einen Motorschaden. Somit war die Hendrick-Truppe endgültig aufgerieben, denn Rookie Chase Elliott fuhr im Sprint Unlimited nicht mit.

Der letztlich vorletzte Restart wurde mit sechs verbleibenden Runden in Angriff genommen. Hamlin hatte unter Gelb erneut auf einen Boxenstopp verzichtet. Nun war endgültig klar, dass er und Crewchief Mike Wheeler keinen weiteren Stopp planten. Hatte er im Moment der Freigabe des Rennens noch seinen Gibbs-Teamkollegen Carl Edwards hinter sich, war es am Ende der Runde das Penske-Duo Joey Logano und Brad Keselowski, das Hamlin die Führung abzujagen versuchte.

Drei Runden vor Schluss der zweite „Big One“: Während Kurt Busch in Turn 2 mit Reifenschaden hinten links abflog, gab es wenige Meter später auf der Gegengerade richtig Kleinholz: Eine Berührung zwischen Edwards und Keselowski hatte zur Folge, dass auch Kyle Busch (Gibbs-Toyota), Casey Mears (Germain-Chevrolet) und Aric Almirola (Petty-Ford) ins Verderben gerissen wurden. Edwards nahm die Schuld im anschließenden Interview sofort auf sich.

Erste Anwendung der neuen Overtime-Regel

Für die im Rennen verbliebenen Piloten bedeutete die sechste Caution, dass zum ersten Mal die neue Overtime-Regel zum Einsatz kam. Seite an Seite schafften es Denny Hamlin und Joey Logano, die in Daytona auf der Gegengerade befindliche Overtime-Linie an der Spitze des Feldes zu überqueren. Somit war klar, dass der Restart als gültig zählt.

Als es eine halbe Runde, nachdem die Weiße Flagge für die letzte Runde bereits draußen war, erneut krachte – es erwischte unter anderem Martin Truex Jr. (Furniture-Row-Toyota) – war klar, dass das Rennen gemäß der neuen Regeln unter Gelb zu Ende geht. Hamlin hatte den Sieg sicher. Logano lief als Zweiter ein. Paul Menard, Kyle Larson und Casey Mears rundeten die Top 5 ab - letztgenannter mit beschädigtem Auto infolge der Verwicklung in den zweiten "Big One".

Hamlins erster Dank in der Victory Lane galt Crewchief Mike Wheeler für dessen richtiges Gespür, derart viele Gelbphasen zu erwarten, dass der Sprit nach dem frühen Boxenstopp bis ins Ziel reichen würde. Motorvision TV zeigt das Sprint Unlimited am kommenden Sonntag, den 21. Februar, in einer um 17:00 Uhr MEZ beginnenden Zusammenfassung. Direkt im Anschluss, um 18:00 Uhr, beginnt die Live-Übertragung vom Daytona 500.

Nun, da das Sprint Unlimited absolviert ist, geht es in Daytona am Sonntag mit dem Qualifying zum Daytona 500 weiter. In diesem wird die erste Startreihe für das „Great American Race“ ermittelt. Die Startplätze drei bis 40 für ergeben sich aus den Ergebnissen der beiden Can-Am-Duels am Donnerstag (Zeitplan zum Daytona 500) sowie den im morgigen Qualifying erzielten Rundenzeiten der Open-Teams (Qualifikationsmodus im Detail).

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