Erster Sieg für Bubba Wallace: So schrieb NASCAR in Talladega Geschichte!

Bubba Wallace hat in Talladega dank eines Regenabbruchs seinen ersten Cup-Sieg eingefahren - Auf dem Superspeedway in Alabama wurde Geschichte geschrieben

Erster Sieg für Bubba Wallace: So schrieb NASCAR in Talladega Geschichte!

In Runde 117 des NASCAR-Cup-Rennens auf dem Talladega Superspeedway in Alabama fing es, wie erwartet, an zu regnen. Der Lauf wurde bereits auf Montag verlegt, doch dieses Mal wurden die nötigen Runden absolviert, weshalb das Rennen mit offiziellem Ergebnis abgebrochen wurde. Der Sieger war Bubba Wallace, der seinen ersten Cup-Sieg eingefahren und ein historisches Rennwochenende in Talladega abgerundet hat.

Wallace ist erst der zweite Afroamerikaner, der es geschafft hat, ein Cup-Rennen zu gewinnen. Scott Wendell hat am 1. Dezember 1963 im Jacksonville Motorsport Park den ersten Sieg eingefahren. Außerdem war es in Talladega der erste Sieg für das neugeformete Team von Denny Hamlin und NBA-Legende Michael Jordan, das auf den Namen 23XI Racing hört.

Da Tate Fogleman und Brandon Brown in der Truck- und Xfinity-Serie siegreich waren, markierte das Talladega-Wochenende das erste in der NASCAR-Geschichte, an dem in allen drei nationalen Serien jeweils ein Debütant in der Victory-Lane stand. Noch nie vorher gab es ein Rennwochenende, an dem es drei Debütsieger gegeben hat.

Wallace war sein größter Kritiker

Wallace ist mit dem Sieg eine große Last von den Schultern gefallen, denn er habe sich "immer wieder eingeredet", dass er "bisher noch nicht gewonnen hat". "Es ist schwierig, aus dieser Mentalität auszubrechen", so der 23XI-Pilot aus Mobile in Alabama.

"Natürlich wird jetzt gesagt, dass ich wegen des Regens gewonnen habe, aber jeder wusste, dass die Schauer kommen würden. Wir mussten das richtige Manöver machen und dann kam die Gelbphase zum richtigen Zeitpunkt."

Wallace hat die Führung bereits in Runde 113 übernommen und sie dann bis Runde 117 verteidigt. Als es dann anfing, zu regnen, hatte NASCAR keine andere Wahl, außer das Rennen abzubrechen. Einen Superspeedway zu trocknen, dauert mehr als 2,5 Stunden und es waren weitere Regenschauer vorhergesagt. Auch am Folgetag wurde mit keiner Besserung des Wetters gerechnet. Da die zweite Stage in den Büchern war, konnte NASCAR das Rennen offiziell werten.

Bubba Wallace

Bubba Wallace kämpft sein 2020 mit seiner Motivation

Foto: Motorsport Images

Wallace bedankt sich bei seinem Team und seiner Familie, die ihn dabei unterstützen, "den täglichen Scheiß" zu überstehen. Er glaubt, dass er sich mit dem Sieg "glaubwürdiger" gemacht hat.

Seit Talladega 2020 wird Wallace auf den sozialen Medien oft angefeindet, da sich eine vermeintliche Schlinge später durch die Ermittlungen des FBI als Garagenöffner herausgestellt hat. Es gab also keinen rassistischen Akt, weshalb Wallace für seine kritische Aussagen ins Fadenkreuz geraten ist.

Seitdem habe Wallace "einige schlaflose Nächte" erlebt. Außerdem habe er mit "professioneller Hilfe" gesprochen, um sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Seine Familie und auch seine Verlobte Amanda Carter hätten ihn sehr geholfen, die negative Einstellung vor einigen Rennen abzuschütteln.

"Ich bin eine realistische und manchmal pessimistische Person. Sie haben für mich den Optimismus behalten und mir geholfen, mit guten Gedanken an die Strecke zu reisen."

Teamchef Hamlin überglücklich

Für 23XI Racing hat der Sieg von Wallace einen großen Stellenwert: Der neue NASCAR-Rennstall hat es in seiner ersten Saison gleich geschafft, in die Victory-Lane abzubiegen. Hamlin, der in seinem Gibbs-Toyota selbst Siebter wurde, spricht von einem "Hochgefühl", dass er so nach dem ersten Sieg seines Teams nicht erwartet habe.

"Ich verstehe den Prozess, den es braucht, um an diesen Punkt zu gelangen - den Sieg in der höchsten NASCAR-Stufe", so Hamlin am Montag in Talladega. "Ich bin bei jedem Meeting dabei, ich bin direkt mit dem Team verbunden. Ich weiß, wie hart es arbeitet. Ich bin sicherlich emotionaler und glücklicher über den Sieg eines anderen, als wenn ich heute gewonnen hätte."

Denny Hamlin

Denny Hamlin freut sich riesig über den Sieg seines 23XI-Fahrers

Foto: Motorsport Images

Außerdem nimmt Hamlin seinen 27-jährigen Fahrer in Schutz: "Es hat etwas mit Talladega zu tun, seinem Heimatstaat, mit allem, was vergangenes Jahr hier passiert ist, Dinge, die Bubba nicht gewollt hat, aber er musste sie durchmachen. Ich glaube, die Leute haben ihn nur unter dem Mikroskop, weil sie kritisch sein wollen. Sie sind einfach Hater."

Deshalb hilft auch Hamlin seinem Schützling regelmäßig, die Motivation nicht zu verlieren. Wallace müssen seinen "Hatern zeigen, dass sie falsch liegen", so der Teamchef. Außerdem solle der Rennfahrer aus Alabama die Motivation aus den Menschen ziehen, die ihn stolz unterstützen, denn das seien die Menschen, die "in guten sowie schlechten Zeiten" hinter ihm stehen würden. Wallace bekommt auch Rückendeckung von Jordan, der "stolz" auf Wallace sei und immer an sein "Talent" geglaubt habe.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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