Kurt Buschs Ideen für den NASCAR-Kalender der Zukunft

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Kurt Buschs Ideen für den NASCAR-Kalender der Zukunft
Mario Fritzsche
Autor: Mario Fritzsche , Redakteur
24.02.2018, 13:01

Rotierendes Finale und mehr: Beim Blick auf den aktuellen NASCAR-Rennkalender erkennt Kurt Busch Spielraum für Verbesserungen und hat Vorschläge.

In den vergangenen Jahren hat sich die Bezeichnung der NASCAR-Topliga mehrfach geändert. Von NASCAR Winston Cup Series über NASCAR Nextel Cup Series und NASCAR Sprint Cup Series bis hin zur aktuellen Bezeichnung Monster Energy NASCAR Cup Series ist man bereits beim vierten Titelsponsor im Zeitraum seit 2003 angekommen.

Wesentlich mehr Konstanz gibt es im Rennkalender. Seit 2001 umfasst dieser 36 Rennen. Nachdem man in eben jener Saison 2001 erstmals auf dem Chicagoland Speedway und auch erstmals auf dem Kansas Speedway gastierte, hat es seither nur noch eine weitere neue Strecke in den Kalender geschafft: der Kentucky Speedway, auf dem seit 2011 gefahren wird.

Kalender 2018: Ansatz für Veränderungen

Im NASCAR-Kalender 2018 gibt es aber genau genommen eine weitere neue Strecke, denn das Herbstrennen (Playoff-Rennen) auf dem Charlotte Motor Speedway findet am 30. September erstmals auf dem sogenannten "Roval", der Kombination aus dem Oval und dem Rundkurs im Infield statt. Bislang wurde in Charlotte ausschließlich das 1,5-Meilen-Oval genutzt.

Rundkurs in Charlotte
"Roval" in Charlotte: Kombination aus Oval und Rundkurs im Infield

Illustration: Charlotte Motor Speedway

Zudem finden 2018 das letzte Rennen der Regular-Season und auch das Auftaktrennen der Playoffs auf anderen Strecken als in den vergangenen Jahren statt. Als Austragungsort für das letzte Rennen vor Beginn der Playoffs löst der Indianapolis Motor Speedway den Richmond Raceway ab. Als Austragungsort für den Playoff-Auftakt tritt der Las Vegas Motor Speedway an die Stelle des Chicagoland Speedway.

Idee 1: Rotierendes Saisonfinale

Einigen NASCAR-Piloten gehen die Neuerungen für 2018 aber noch nicht weit genug. Kurt Busch, hat mit Blick auf den Kalender gleich zwei Ideen. "Mir gefällt es, dass die Playoffs im September dieses Jahres in Las Vegas beginnen", sagt der aus Las Vegas stammende NASCAR-Champion von 2004 und Daytona-500-Sieger von 2017 wenig überraschend, um seine erste Idee anzubringen: "Ich finde, unser Saisonfinale und damit das entscheidende Rennen im Titelkampf, sollte rotieren."

Homestead-Miami Speedway
Homestead-Miami Speedway: Seit 2002 Austragungsort für das NASCAR-Saisonfinale

Foto: Rainier Ehrhardt

Seit 2002 findet das NASCAR-Saisonfinale alljährlich auf dem Homestead-Miami Speedway statt. Busch plädiert für einen regelmäßigen Wechsel auf andere Strecken, weiß aber um die Schwierigkeit der Umsetzung dieser Idee: "Das Finale sollte von Strecke zu Strecke herumgereicht werden, um auch dem Las Vegas Motor Speedway oder dem Texas Motor Speedway die Chance für die Ausrichtung des titelentscheidenden Rennens zu geben. Das wird aber nicht passieren, weil Homestead eine ISC-Strecke ist."

Aufgrund der angesprochenen Zugehörigkeit des Homestead-Miami Speedways zum NASCAR-Mutterkonzern ISC (International Speedway Corporation) fallen zumindest die von Busch vorgeschlagenen Strecken in Las Vegas und Fort Worth nicht ins Raster, weil diese beide zu SMI (Speedway Motorsports Incorporated) gehören. Von den 23 Strecken im aktuellen Kalender der NASCAR-Topliga gehören 20 entweder ISC oder SMI, wobei ISC mit 12:8 die Mehrheit dieser 20 Strecken für sich beansprucht. Die einzigen drei Ausnahmen - weil noch von ISC und SMI unabhängig - sind Dover, Indianapolis und Pocono.

Idee 2: Weniger Strecken mit zwei Rennen pro Saison

Das bringt Kurt Busch auf seine zweite Idee. Seiner Ansicht nach ist es an der Zeit, die Anzahl der mehrmaligen Besuche pro Saison auf einer jeweiligen Rennstrecke einzuschränken. "36 Rennen ist eine gute Anzahl, aber ein Rennwochenende als solches sollte mehr Bedeutung haben. Das ist immer dann der Fall, wenn wir etwa nach Kentucky oder Indianapolis kommen, wo wir nur einmal pro Jahren fahren. Diese Rennen fühlen sich für mich besonderer an als andere."

Kurt Busch, Stewart-Haas Racing Ford Fusion
Kurt Busch weiß, dass es für seine Ideen (noch) Hürden gibt

Foto: Barry Cantrell / LAT Images

Neben den von Busch bereits erwähnten Kentucky Speedway und Indianapolis Motor Speedway richten lediglich Atlanta, Fontana, Chicago, Loudon, Darlington, die beiden Rundkurse in Sonoma und Watkins Glen sowie Homestead nur ein Rennen 2018 aus. An allen anderen Austragungsorten im Cup-Kalender gibt es 2018 zwei Rennen: Daytona, Las Vegas, Phoenix, Martinsville, Fort Worth, Bristol, Richmond, Talladega, Dover, Kansas City, Charlotte, Pocono und Brooklyn, wobei in Charlotte zumindest auf unterschiedlichen Layouts gefahren wird.

Die Krux an der Sache: Alle 23 Strecken im aktuellen Cup-Kalender haben mit der NASCAR einen Vertrag bis einschließlich der Saison 2020. Das heißt, dass es bis dahin keine der aktuellen Strecken aus dem Kalender genommen werden kann, um Platz für eine neue zu schaffen. Es kann maximal Verschiebungen innerhalb der gewohnten Verteilung bei ISC oder SMI geben. Dies hat SMI für 2018 vorgemacht, indem das zweite Loudon-Rennen für ein zweites Las-Vegas-Rennen geopfert wurde.

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Artikel-Info

Rennserie NASCAR Cup
Fahrer Kurt Busch
Urheber Mario Fritzsche
Artikelsorte News