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Rennbericht
NASCAR Cup Chicago

NASCAR Chicago: Alex Bowman gewinnt vorzeitig beendetes Stadtrennen

Mit Regenreifen im Wetterchaos in Chicago: Erster Sieg für Alex Bowman seit über zwei Jahren - Bitteres Aus für Vorjahressieger Shane van Gisbergen

1. Alex Bowman, Hendrick Motorsports, Ally Chevrolet Camaro

Alex Bowman (Hendrick-Chevrolet) ist der Sieger der zweiten Auflage eines Stadtrennens der höchsten NASCAR-Liga. Beim Grant Park 165 in Chicago - ausgetragen auf dem 3,5 Kilometer langen Stadtkurs, der in Chicagos Grant Park abgesteckt ist - wurde wetterbedingt bei weitem nicht die volle Distanz zurückgelegt.

FOTOS: NASCAR in Chicago

Für Bowman ist es der erste Sieg seit 80 Rennen. Zuletzt hatte er im März 2022 in Las Vegas triumphiert. Später in jenem Jahr musste er mit Rückenverletzung mehrere Rennen aussetzen. Die Playoffs verpasste er daraufhin 2022, und auch 2023 war er keiner der 16 Titelkandidaten. Jetzt hat sich Bowman mit seinem ersten Saisonsieg 2024 das Ticket für die diesjährigen Playoffs so gut wie gesichert.

ERGEBNIS: NASCAR in Chicago

Startverzögerung aufgrund von Regen

Verglichen mit dem Vorjahr hatte man schon vor Monaten die angesetzte Renndistanz des einzigen Stadtrennens im NASCAR Cup-Kalender deutlich verkürzt, nämlich von 100 auf 75 Runden. Allerdings wurden die 100 Runden im vergangenen Jahr ohnehin nicht erreicht. Nach einer langen Unterbrechung aufgrund von Regen ging das Rennen damals bei einbrechender Dunkelheit nach 78 gefahrenen Runden zu Ende.

Und auch in diesem Jahr spielte der Regen eine ganz entscheidende Rolle. Letzten Endes wurden von den 75 geplanten Runden lediglich 58 zurückgelegt. Der Rennstart erfolgte "nur" 20 Minuten später als angekündigt, weil es quasi auf den Punkt mit dem Kommando zum Starten der Motoren anfing zu tröpfeln. Die Fahrer wurden vor die Wahl gestellt, ob sie für die erste grüne Flagge des Tages Slicks oder Regenreifen aufgezogen haben wollten.

 

Wer sich direkt nach einer gemeinsamen Erkundungsrunde zum Reifenwechsel entschied, der durfte seinen im Qualifying herausgefahrenen Platz im Feld einnehmen. Wer sich aber erst nach weiteren Runden dazu entschied, der musste von dort starten, wo er nach dem Reifenwechsel auf die Strecke zurückkam. Denn direkt nach der ersten Erkundungsrunde wurde mit dem Zählen der Rennrunden begonnen, wenngleich die grüne Flagge noch auf sich warten ließ.

Im komplett trockenen Qualifying am Samstag hatte sich Kyle Larson (Hendrick-Chevrolet) knapp gegenüber Ty Gibbs (Gibbs-Toyota) durchgesetzt und die Pole erobert. Vorjahressieger Shane van Gisbergen hatte im #16 Kaulig-Chevrolet den fünften Startplatz herausgefahren.

Nach der Erkundungsrunde setzten Larson, Gibbs, van Gisbergen und Co. allesamt auf Slicks. Weiter hinten im Feld aber gab es ein sieben Fahrer, die auf Regenreifen setzen. Es handelte sich um die drei Penske-Piloten Austin Cindric, Ryan Blaney, Joey Logano, um die Spire-Teamkollegen Corey LaJoie und Zane Smith sowie um Martin Truex Jr. (Gibbs-Toyota) und Austin Dillon (Childress-Chevrolet).

Ty Gibbs übernimmt Kommando von Polesetter Kyle Larson

Als der Fahrbetrieb im Renntempo offiziell mit Grün eröffnet wurde, da kam nicht Polesetter Kyle Larson am besten in die Gänge, sondern Ty Gibbs. Er riss die Führung direkt beim Beschleunigen an sich. Und aus der zweiten Reihe zog auch noch Tyler Reddick (23XI-Toyota) sofort an Larson vorbei.

 

Die ersten Runden unter Renntempo liefen erstaunlich reibungslos ab. Die Strecke trocknete schneller ab als man es etwa im Lager des Penske-Teams erwartet hatte. Allerdings war weiterer Regen im Anmarsch. Während Ty Gibbs seine Führung zunächst hielt, arbeitete sich Shane van Gisbergen zügig bis auf die zweite Position nach vorn.

Stage 1: Shane van Gisbergen unter Gelb bei Regen vorn

In der zwölften Runde kam es zum Führungswechsel, als van Gisbergen in Kurve 12 einen Weg an Gibbs vorbeifand und damit nachdrücklich Ansprüche anmeldete, seinen Vorjahressieg zu wiederholen. Aber auch andere waren bestens aufgelegt, wie etwa Christopher Bell (Gibbs-Toyota), der van Gisbergen kurzzeitig als Spitzenreiter ablöste.

Das erste Rennsegment (Stage 1) umfasste 20 Runden. Bevor die erste Stage-Flagge gezeigt wurde, gab es die erste Gelbphase aufgrund eines Zwischenfalls. Es war ein Dreher mit Mauerkontakt von Corey LaJoie im Bereich der Kurven 4 und 5. Unter Gelb wurde der Regen stärker und seitens NASCAR wurden zwei Entscheidungen getroffen.

Erstens wurde entschieden: Würde das Rennen um 20:20 Uhr Ortszeit (sieben Minuten vor Sonnenuntergang) noch laufen, dann würde man als nächstes die weiße Flagge für die letzte Runde zeigen. Zum Zeitpunkt der Entscheidung lag das noch satte dreieinhalb Stunden in der Zukunft. Zweitens wurde entschieden, das erste Rennsegment unter Gelb zu beenden. So kam Shane van Gisbergen im Schneckentempo hinter dem Pace-Car zum Stage-1-Sieg, gefolgt von Christopher Bell und Ty Gibbs.

Weil der Regen mittlerweile zu stark für Slicks war, setzten beim Boxenstopp in der Stage-Caution alle auf Regenreifen. Einer aber kam nicht an die Box, weil er seit dem Start des Rennens auf Regenreifen unterwegs war und trotz abgetrockneter Strecke nicht auf Slicks gewechselt hatte: Zane Smith (Spire-Chevrolet).

Als diejenigen, die unter Gelb an der Box waren, auf die Strecke zurück wollten, da gab es kurzzeitig einen Stau. Tyler Reddick fuhr auf 23XI-Teamkollege Bubba Wallace auf. Dahinter mussten alle anderen bis zum Stillstand abbremsen. Letzten Endes aber fanden doch alle ihren Weg zurück auf die Strecke.

 

Als der Rennbetrieb in Stage 2 eröffnet wurde, führte also Zane Smith das Feld an. Als Zweiter war Christopher Bell der erste derer, die in der Stage-Caution an der Box waren. Ty Gibbs, Kyle Larson und Shane van Gisbergen (der an der Box drei Positionen verloren hatte) folgten.

Bitteres Aus für van Gisbergen und lange Pause

Unmittelbar nachdem Grün gezeigt wurde, war Zane Smith die Führung schon wieder los. Und nun war die Strecke derart nass, dass es Chaos gab. Bubba Wallace wurde in Kurve 2 von Alex Bowman angeschoben und gedreht. In Kurve 6 am Ende der Gegengerade rauschte dann Chase Briscoe (Stewart/Haas-Ford) auf dem glatten Asphalt in die Reifenstapel.

Damit nicht genug: Während Briscoe ausrutschte, erwischte er das Heck des #16 Kaulig-Chevrolet von Shane van Gisbergen. Für den dreimaligen Supercars-Champion ging es aufgrund des Schlags geradewegs in die Mauer. Von dort kam er mit kaputter rechter Vorderradaufhängung nicht mehr vom Fleck. Das Rennen war für ihn zu Ende und der Traum von einer Wiederholung des Vorjahressieges war geplatzt.

 

Bevor es weiterging, wurde das verbliebene Feld vom Pace-Car eingesammelt und in die Boxengasse geleitet und angehalten. Weil sich an mehreren Stellen des Stadtkurses Pfützen gebildet hatten, gab es um 17:22 Uhr Ortszeit eine Rennunterbrechung mit der roten Flagge. Diese Unterbrechung dauerte insgesamt eine Stunde und 45 Minuten, weil stetig neuer Regen runterkam.

Erst um 19:07 Uhr Ortszeit wurde von Rot zurück auf Gelb geschaltet. Zu diesem Zeitpunkt war absehbar, dass das zuvor verkündete Zeitlimit (letzte Runde spätestens direkt nach 20:20 Uhr Ortszeit) eintreten würde, wenn man es überhaupt bis dahin schaffen würde.

Dass das Rennen über die volle Distanz von 75 Runden gehen würde, das war beim Restart mit bis dahin gerade mal 30 zurückgelegten Runden schon auszuschließen. Entsprechend wurden die Strategien angepasst.

Stage 2: Joey Hand auf Regenreifen vorn - Kyle Larson out

Als es mit Grün weiterging, führte Ty Gibbs vor Christopher Bell und Kyle Larson. Aber noch im Verlauf der ersten Runde unter Renntempo seit rund zwei Stunden holte sich Bell die Führung von Gibbs.

Indes strandete Denny Hamlin - einer von zwei Gibbs-Teamkollegen der beiden - gemeinsam mit Ricky Stenhouse (JTG-Chevrolet) im Reifenstapel von Kurve 6. Anders als beim Abflug von Chase Briscoe gut zwei Stunden zuvor an dieser Stelle gab es in diesem Fall aber keine Gelbphase.

Der nächste, der sein Auto in den Reifenstapeln von Kurve 6 versenkte, war Kyle Larson. Hinter Ty Gibbs verbremste sich der NASCAR-Champion von 2021 kolossal, erwischte den #54 Gibbs-Toyota des Youngsters ganz leicht am Heck, bevor er geradeaus in die Reifen schoss. Während Gibbs weiterfuhr, schaffte es Larson mit beschädigtem Auto zwar noch bis zur Box, musste dort aber aufgeben.

 

Beim folgenden Restart gab Christopher Bell das Tempo vor. Während in Kurve 4 die Stewart/Haas-Teamkollegen Josh Berry und Chase Briscoe vom Kurs abkamen, lief das Rennen unter Grün weiter. Mittlerweile war mehr als die Hälfte der angesetzten Renndistanz von 75 Runden zurückgelegt. Und zu diesem Zeitpunkt ließen die Streckenverhältnisse zumindest auf der Ideallinie schon wieder Trockenreifen zu.

Und bevor nach 45 Runden planmäßig die zweite Stage-Flagge gezeigt wurde, kam der Großteil des Feldes tatsächlich noch eben unter Grün zum Reifenwechsel auf Slicks an die Box. So war das Ergebnis des zweiten Rennsegments eines, das den Verlauf des Rennens nur sehr bedingt widerspiegelte, weil es gleich ein Dutzend Fahrer auf Regenreifen in den Top 12 umfasste.

Gaststarter Joey Hand (RFK-Ford) holte sich auf Regenreifen den Stage-2-Sieg, gefolgt von Alex Bowman und seinem eigenen Boss Brad Keselowski. Das waren die Top 3 des zweiten Rennsegments. Bis zum angekündigten Zeitpunkt der letzten Rennrunde kurz vor Sonnenuntergang verblieben zum Zeitpunkt der Stage-2-Flagge noch 25 Minuten.

Alex Bowman gewinnt auf Regenreifen

Beim Restart, der den Rennbetrieb im letzten Segment eröffnete, waren es gar nur noch 15 Minuten bis zur angekündigten weißen Flagge. Joey Hand und Co. waren mit ihren Regenreifen auch in der Stage-Caution nicht an die Box gekommen. So führte Hand vor Bowman und Keselowski das Dutzend Autos auf profilierten Reifen an. Christopher Bell als 13. war der erste auf Slicks.

Zwar übte Hendrick-Stammfahrer Alex Bowman starken Druck auf Spitzenreiter Joey Hand aus, fand aber zunächst keinen Weg am RFK-Gaststarter vorbei. In der 51. Runde gelang Bowman dann doch das Manöver, und zwar in Kurve 4 am Ende des Lake Shore Drive. Der Führungswechsel kam gerade rechtzeitig, bevor Josh Berry seinen #4 Stewart/Haas-Ford zum zweiten Mal an diesem Tag in einem Reifenstapel versenkte.

 

Der nächste Restart erfolgte mit nur gut vier verbleibenden Minuten und es blieb der letzte. Alex Bowman führte vor Joey Hand und Brad Keselowski. Etwas weiter hinten in den Top 10 kam der slickbereifte Christopher Bell z war nach vorne, wurde aber in eine Rangelei mit mehreren Autos in Kurve 2 verwickelt und hatte Glück, überhaupt weiterfahren zu können.

In den letzten Runden gab es noch zahlreiche Dreher und Ausrutscher, aber keine Gelbphase mehr. Alex Bowman sah kurz nach 20:20 Uhr Ortszeit die weiße Flagge für die letzte Runde als Erster. Und auch diese letzte Runde brachte er mit seinen Regenreifen noch souverän hinter sich.

Im Kampf um den zweiten Platz kam Tyler Reddick auf Slicks in der absoluten Schlussphase noch an Joey Hand vorbei. Eine Schlussattacke, die ihn noch in die Nähe von Bowman hätte bringen können, wurde aber durch einen Mauerkontakt in Kurve 5 jäh gestoppt.

 

So gewann Alex Bowman das von 75 auf 58 Runden verkürzte Rennen vor Tyler Reddick und vor Ty Gibbs. Joey Hand wurde letztlich nicht Zweiter, nicht Dritter, sondern "nur" Vierter. Die Top 5 wurden abgerundet von Michael McDowell (Front-Row-Ford).

Am kommenden Sonntag (14. Juli) wird auf dem Pocono Raceway gefahren. Es wird das vorletzte Rennen vor der NASCAR-Sommerpause, die den Olympischen Spielen geschuldet ist. Das letzte Rennen vor der Pause findet am 21. Juli in Form des Brickyard 400 auf dem Indianapolis-Oval statt.

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