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NASCAR-Kommentar: Es ist Zeit für Abschaffung der Overtime-Regel

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kommentare
NASCAR-Kommentar: Es ist Zeit für Abschaffung der Overtime-Regel
Autor:
Übersetzung: Mario Fritzsche
25.07.2017, 13:03

Ein Experiment, das sich als kompletter Schuss in den Ofen erwiesen hat, muss endlich beendet werden: die Idee, Rennen zu verlängern, um ein instrumentiertes Ergebnis zu erreichen.

Start: Kyle Busch, Joe Gibbs Racing Toyota, Kevin Harvick, Stewart-Haas Racing Ford
Start: Kyle Busch, Joe Gibbs Racing Toyota, Kevin Harvick, Stewart-Haas Racing Ford
Renn-Action in Indianapolis
Rote Flagge: Kyle Busch, Joe Gibbs Racing Toyota, und Co. in der Boxengasse
Restart: Kasey Kahne, Hendrick Motorsports Chevrolet, führt
Jimmie Johnson, Hendrick Motorsports Chevrolet; Kasey Kahne, Hendrick Motorsports Chevrolet; Brad Ke
Crash: Trevor Bayne, Roush Fenway Racing Ford, Austin Dillon, Richard Childress Racing Chevrolet
Crash: Trevor Bayne, Roush Fenway Racing Ford, Austin Dillon, Richard Childress Racing Chevrolet, Gr
Restart: Kasey Kahne, Hendrick Motorsports Chevrolet, Brad Keselowski, Team Penske Ford
Kasey Kahne, Hendrick Motorsports Chevrolet, Trevor Bayne, Roush Fenway Racing Ford
Sieg für Kasey Kahne, Hendrick Motorsports Chevrolet
Steve O'Donnell
1. Kasey Kahne, Hendrick Motorsports Chevrolet
1. Kasey Kahne, Hendrick Motorsports Chevrolet
1. Kasey Kahne, Hendrick Motorsports Chevrolet
1. Kasey Kahne, Hendrick Motorsports Chevrolet
1. Kasey Kahne, Hendrick Motorsports Chevrolet
1. Kasey Kahne, Hendrick Motorsports Chevrolet
1. Kasey Kahne, Hendrick Motorsports Chevrolet
1. Kasey Kahne, Hendrick Motorsports Chevrolet

Wenn wir vom Ergebnis nach Verlängerung (Overtime) eines NASCAR-Rennens reden, dann möchte ich herausstellen, dass ich in der Einleitung dieses Kommentars ganz bewusst das Wort "instrumentiert" und nicht "vorherbestimmt" verwendet habe.

Denn genau um das Instrumentieren des Ergebnisses geht es bei künstlichen Gebilden wie der Overtime-Linie oder einem Green-White-Checkered-Finish oder einer beliebigen anderen Methode, die ein Rennen künstlich verlängern.

Der in diesem Zusammenhang von NASCAR vorgegebene Sinn und Zweck ist durchaus löblich, nämlich "sicherzustellen, dass das Rennen unter Grün zu Ende geht". Dieses Statement gibt aber vor, dass jedes Rennen so zu Ende geht. Dabei weiß jeder, der den US-amerikanischen Motorsport seit geraumer Zeit verfolgt, dass dies nun mal nicht der Fall ist.

Damit ist klar: Jede Methode, die nur zum Zweck hat, ein "Rennende unter Grün sicherzustellen", ist eine, die das Rennende und damit das Ergebnis instrumentiert, anstatt das Rennen auf natürliche Weise enden zu lassen.

Zweierlei Maß in Indianapolis

Das Brickyard 400 in Indianapolis am vergangenen Sonntag war für mich der Schlusspunkt unter dieses Kapitel. Als es in den letzten Runden einen Crash gab, ging es in die Verlängerung. Die Gelbe Flagge wurde gezeigt, bevor der Spitzenreiter die Overtime-Linie auf der Gegengerade erreicht hatte.

Bildergalerie: Brickyard 400 in Indianapolis

Bei kaum noch vorhandenem Tageslicht – was nicht zuletzt auf eine späte Startzeit und eine knapp 2-stündige Unterbrechung aufgrund eines Gewitters zurückzuführen war – ging das Rennen ein 2. Mal in die Verlängerung. Wieder gab es einen Crash und wieder wurde die Gelbe Flagge gezeigt, bevor der Führende die Overtime-Linie erreicht hatte.

In der 2. Verlängerung, als Kasey Kahne es gerade geschafft hatte, Brad Keselowski die Führung abzunehmen, gab es weiter hinten im Feld abermals einen Crash. Dieser passierte deutlich bevor der Spitzenreiter die Overtime-Linie erreicht hatte. In diesem Fall aber hielt NASCAR die Gelbe Flagge solange zurück, bis Kahne die Overtime-Linie überquert hatte und das Rennen damit effektiv beendet war.

Die Erklärung seitens NASCAR

Nach dem Rennen bekam NASCAR-Renndirektor Steve O'Donnell die Frage gestellt, ob es nicht sinnvoll wäre, in einem solchen Fall die Gelbphase sofort auszurufen, wenn denn die Vorgabe lautet, dass es unter Grün ins Ziel gehen soll.

O'Donnells Antwort: "Nein, denn wie ich schon gesagt habe, wollen wir den Anlauf unternehmen (das Rennen unter Grün zu Ende gehen zu lassen; Anm. d. Red.). Das wollen wir aber unter den regulären Regularien, wie wir ein Rennen durchführen, erreichen. Also sahen wir diesen Anlauf als unseren letzten an, so wie wir jeden (Overtime-)Anlauf als unseren letzten ansehen. Wenn es klappt, klappt es."

Das Problem dabei ist aber: Wenn es das Ziel sein soll, ein Rennen auf natürliche Art und Weise zu beenden, warum gibt es die Overtime-Regel (oder eine ähnliche Regel mit demselben Zweck) dann überhaupt? Und warum gibt NASCAR vor, dass es "unzählige Verlängerungen" geben kann, wenn man doch jeden Anlauf als den letzten ansehen will?

Klar, die Dunkelheit hätte das Brickyard 400 beenden können, bevor eine 3. Verlängerung hätte in Angriff genommen werden können. Aber was ändert das? Wenn das Rennen aufgrund von Dunkelheit vorzeitig hätte abgebrochen werden müssen, wäre Kasey Kahne immer noch der Sieger gewesen.

Ich persönlich glaube nicht eine Minute daran, dass die NASCAR-Offiziellen im Tower der Rennleitung sitzen, um einen Weg zu finden, das Ergebnis eines Rennens aus einem bestimmten Grund zu manipulieren.

Die Entscheidung, wann eine Gelbphase ausgerufen wird, ist aber nun mal eine willkürliche. Indem man ein System geschaffen hat, das NASCAR dazu zwingt, mehrere solcher Entscheidungen zu treffen, wird die Willkürlichkeit des Rennendes und damit des Ergebnisses nur noch größer.

Eine einfache Lösung gibt es hier nicht, denn es gibt immer noch den Anspruch, eine bestimmte Vorgabe zu erfüllen, nämlich "ein Rennende unter Grün". Eine Lösung, die dem natürlichen Ende eines Rennens am nächsten kommt, gibt es aber doch: Nämlich das Rennen bei Erreichen der geplanten Distanz für beendet zu erklären.

Im Lexikon steht unter dem Begriff "Rennen" als Definition "ein Wettbewerb der Geschwindigkeit" und weiter "über eine festgelegte Strecke oder Zeit". Dieser Ansatz hat für NASCAR fast 60 Jahre lang funktioniert. Es ist offensichtlich, dass dies auf die Gegenwart nicht zutrifft.

Im nachfolgenden Video nimmt NASCAR-Rennchef Steve O'Donnell zum Finish des Brickyard 400 in Indianapolis Stellung:

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