NASCAR Loudon: Aric Almirola beendet sieglose Serie von fast drei Jahren

Stewart/Haas-Pilot Aric Almirola gewinnt verkürztes New-Hampshire-Rennen und macht Riesenschritt in Richtung Playoffs - Regen sorgt für chaotischen Beginn

NASCAR Loudon: Aric Almirola beendet sieglose Serie von fast drei Jahren

Das letzte Rennens vor einer ungewohnt langen NASCAR-Sommerpause 2021 ging am Sonntag nicht ganz über die volle Distanz. Es wurde acht Runden vor dem geplanten Ende aufgrund einbrechender Dunkelheit abgebrochen.

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Den Sieg beim Foxwoods Resort Casino 301 auf dem New Hampshire Motor Speedway in Loudon hat nach einer starken Schlussphase Aric Almirola (Stewart/Haas-Ford) eingefahren. Für das gesamte Vier-Wagen-Team von Stewart/Haas Racing ist es der erste Sieg 2021. Dieser kam am Tag nachdem Teammitbesitzer Tony Stewart den Titel in seiner eigenen Short-Track-Serie Superstar Racing Experience (SRX) eingefahren hat.

Almirola hat mit seinem ersten Saisonsieg kräftig Schwung in den Kampf um die NASCAR-Playoffs 2021 gebracht. Denn in der Punktewertung rangierte er beim Start des Loudon-Rennens nur auf P27 und hätte ohne Saisonsieg keine Chance mehr auf den Playoff-Einzug gehabt.

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Weil er aber beim fünftletzten Rennen der Regular-Season tatsächlich seine seit Oktober 2018 (Talladega) bestandene sieglose Serie von 98 Rennen beendet hat, darf sich Almirola ganz große Chancen ausrechnen, Anfang September zum Kreis der 16 Playoff-Teilnehmer zu zählen.

Regen sorgt für chaotischen Beginn - und Verkürzung

Der Beginn des eigentlich auf 301 Runden angesetzten, letztlich aber nach 293 Runden abgebrochenen Rennens verlief chaotisch.

 

Beim Start führte Kyle Busch (Gibbs-Toyota) erstmals seit Einführung der Rechenformel für die Startaufstellung eine ebensolche Startaufstellung an. Von P1 kam er am besten in die Gänge. Lange Freude an der Führung hatte er aber nicht. Denn nach nur fünf Runden setzte Nieselregen ein.

Allen voran drei Gibbs-Toyota gerieten auf der feuchten Strecke ins Schleudern. Spitzenreiter Kyle Busch, der direkt hinter ihm an zweiter Stelle fahrende Martin Truex Jr. und der um die Top 5 kämpfende Denny Hamlin legten alle drei einen Dreher hin, wobei Busch heftig an die Mauer rumpelte, Truex Jr. leicht und Hamlin gar nicht.

 

Kyle Busch, für den das Rennen direkt beendet war, äußerte im TV-Interview Unverständnis darüber, dass überhaupt gestartet wurde. Genau für solche Verhältnisse wie am Sonntag in Loudon wurden kürzlich erste Tests mit Regenreifen für kurze Ovale unternommen. Diese Reifen aber, die sich von Regenreifen für Rundkurse unterscheiden, befinden sich noch in der Entwicklung und liegen noch nicht in ausreichender Stückzahl für mögliche Renneinsätze vor.

Im Anschluss an den chaotischen Beginn gab es eine Rotphase. Die dauerte gut eineinhalb Stunden, denn aus dem anfänglichen Nieselregen wurde stärkerer Regen. Und als der aufgehört hatte, dauerte es noch, bis die Strecke mittels Air-Titans und Jet-Dryers wieder getrocknet war.

Stage-Siege für Ryan Blaney und Brad Keselowski

Als es weiterging führte Chase Elliott (Hendrick-Chevrolet) das Feld an, machte in Turn 1 aber vorsichtig und wurde außen herum von Kurt Busch (Ganassi-Chevrolet) überholt. Wenig später kam der Konter von Elliott, womit er sich die Führung zurückholte.

Kurz vor Ende von Stage 1 geriet Elliott unter Druck von Ryan Blaney. Einen Rutscher von Elliott in Turn 2 nutzte der Penske-Pilot zur Übernahme der Spitze. Auch Blaneys Teamkollege Brad Keselowski kam noch an Elliott vorbei. So ging der Stage-1-Sieg an Blaney vor Keselowski und vor Elliott, der am Samstagabend das SRX-Finale auf dem Nashville Fairgrounds Speedway gewonnen hatte.

Dank eines schnellen Boxenstopps seiner Stewart/Haas-Crew war es Kevin Harvick, der das Feld zu Beginn von Stage 2 anführte. Im Zuge seines stärksten Auftritts im bisherigen Saisonverlauf führte Harvick den Großteil der Runden in diesem zweiten Rennsegment an.

Bei einem späten Restart aber kam Keselowski an Harvick vorbei. Er blieb vorne und so ging auch der zweite Stage-Sieg des Tages an einen Penske-Piloten. Harvick sah die zweite grün/weiß karierte Flagge als Zweiter vor Blaney.

Enges Penske-Duell um die Führung

Das letzte Rennsegment begann mit dem Penske-Duo Keselowski und Blaney in der ersten Reihe. Keselowski gewann den Restart, aber nach wenigen Umläufen zog Blaney innen vorbei in Führung. Es folgte ein enges Duell, denn Keselowski gab sich nicht geschlagen. Dabei kam es zu mehreren Berührungen. Bei der ersten - in Turn 1 - änderte sich an der Reihenfolge nichts, weil beide lupften.

 

Ein paar Umläufe später probierte es Keselowski wieder, kam vorbei, wurde aber nur eine halbe Runde später wieder von Blaney überholt. Kurz darauf gab es - in Turn 3 - eine zweite Berührung, wobei sich an der Reihenfolge abermals nichts änderte.

Je länger unter Grün gefahren wurde, desto mehr konnte sich Blaney lösten. Keselowski musste nicht nur abreißen lassen, sondern verlor die zweite Position an Aric Almirola. Und dem Stewart/Haas-Piloten gelang es tatsächlich, auch Spitzenreiter Blaney noch einzuholen.

Nach mehreren Versuchen fand Almirola einen Weg an Blaney vorbei und führte das Rennen 55 Runden vor dem geplanten Ende an. Kurz darauf ging es unter Grün zum letzten Boxenstopp. Dabei kam Keselowski an Blaney vorbei und lag direkt hinter Almirola. Weil er eine Runde früher drin war als der Stewart/Haas-Pilot nutzte Keselowski seine bereits angewärmten Reifen zum Überholen. Als aber auch Almirolas Reifen auf Temperatur waren, setzte der auf der Außenbahn den Konter.

 

Im Duell Almirola vs. Keselowski ging es 40 Runden vor dem geplanten Ende aber nicht um die echte Führung. Denn einer zögerte seinen Green-Flag-Stop lange hinaus: Matt DiBenedetto (Wood-Ford). Als auch er an die Box kam, gelangte Almirola wieder in Führung. Den Sieg aber hatte er noch nicht sicher. Denn von hinten drückte nun Christopher Bell im einzigen der vier Gibbs-Toyota, der sich in der chaotischen Startphase des Rennens nicht gedreht hatte.

Almirola gewinnt Abbruchrennen

Das Penske-Duo Blaney/Keselowski konnte Bell nichts entgegensetzen. Auf der Jagd nach Almirola aber gingen dem Gibbs-Youngster am Ende die Runden aus. Denn 19 Runden vor Schluss kam von NASCAR die Anweisung, dass das Rennen nur noch zehn Runden dauern würde. Grund war die einbrechende Dunkelheit. Aus dem Zeitplan geraten war man aufgrund der langen Rotphase kurz nach dem Start. Eine Flutlichtanlage gibt es am New Hampshire Motor Speedway nicht.

 

So brachte Almirola nach 293 Runden mit knapp 0,7 Sekunden Vorsprung auf Bell seinen ersten Saisonsieg ins Ziel. Das Team Penske belegte mit Keselowski, Joey Logano und Blaney die weiteren Top-5-Positionen. Harvick blieb P6 vor Kyle Larson (Hendrick-Chevrolet; 7.), Ross Chastain (Ganassi-Chevrolet; 8.) und Alex Bowman (Hendrick-Chevrolet; 9.).

Und während Kyle Busch bereits früh im Regen crashte, kam Denny Hamlin nach seinem frühen Dreher und einer späten Strafe (verklemmte Radmutter beim Boxenstopp) als Zehnter noch in den Top 10 ins Ziel. Martin Truex Jr., der sich ebenfalls früh gedreht und im Gegensatz zu Hamlin an der Mauer angeschlagen hatte, wurde nach Reparatur und Aufholjagd noch Zwölfter.

Nächste Station Watkins Glen, aber erst in drei Wochen

Weiter geht es im NASCAR Cup-Kalender 2021 auf dem Rundkurs in Watkins Glen mit dem viertletzten Rennen der Regular-Season. Dieses steigt allerdings erst am 8. August. Die beiden kommenden Wochenenden sind frei.

Grund für die ungewöhnlich lange Pause inmitten einer NASCAR-Saison sind nicht zuletzt die Olympischen Spiele. Die finden - mit einem Jahr Verspätung - vom 23. Juli bis 8. August in Tokio statt und werden genau wie die Rennen der zweiten NASCAR-Saisonhälfte von NBC übertragen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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