NASCAR: Michigan-Fotofinish geht an Ryan Blaney

Ryan Blaney setzt sich beim vorletzten Rennen der Regular-Season knapp durch - Kevin Harvick fixiert Playoff-Ticket - Kampf um letztes Ticket vor Entscheidung

NASCAR: Michigan-Fotofinish geht an Ryan Blaney

Das vorletzte Rennen der Regular-Season in der NASCAR Cup Series 2021 ist am Sonntag mit einem Fotofinish zu Ende gegangen.

Beim FireKeepers Casino 400 auf dem Michigan International Speedway setzte sich Ryan Blaney (Penske-Ford) nach turbulenter Schlussphase mit knappem Vorsprung von 0,077 Sekunden gegenüber William Byron (Hendrick-Chevrolet) durch. Auch der drittplatzierte Kyle Larson (Hendrick-Chevrolet) hatte mit nur 0,132 Sekunden Rückstand das Auto von Sieger Blaney bei der Zieldurchfahrt direkt in Sichtweite.

FOTOS: FireKeepers Casino 400 auf Michigan Int'l. Speedway in Brooklyn

ERGEBNIS: FireKeepers Casino 400 auf Michigan Int'l. Speedway in Brooklyn

Die 200 Runden auf dem Zwei-Meilen-Oval in Brooklyn (Michigan) standen im Zeichen von sechs Gelbphasen, wobei vor allem die Schlussphase turbulent verlief. In dieser hat Kevin Harvick (Stewart/Haas-Ford), obwohl er nur P14 belegte und damit weiter auf seinen ersten Saisonsieg 2021 wartet, als 15. von 16 Piloten den Einzug in die diesjährigen Playoffs geschafft. Ein letztes Playoff-Ticket ist am kommenden Wochenende noch zu vergeben.

Stage-Siege für Chase Elliott und Kyle Busch

Kyle Larson führte das Feld anhand berechneter Startaufstellung ins Rennen. Es handelte sich um das einzige Rennen in der laufenden Cup-Saison 2021 auf dem Michigan International Speedway.

 

Abgesehen von Larson verbuchten im ersten Rennsegment (Stage 1) auch Denny Hamlin (Gibbs-Toyota), Chase Elliott (Hendrick-Chevrolet). Elliott holte sich den Stage-Sieg, während Verfolger Austin Dillon (Childress-Chevrolet) auf der Linie in letzter Sekunde noch von Larson abgefangen wurde. Larson kämpft gegen Hamlin um den Titel des Regular-Season-Champions. Dillon kämpft um eines der letzten Playoff-Tickets.

In Stage 2 führte anfangs Larson, weil er von seiner Hendrick-Crew beim Boxenstopp in der Stage-Caution in Front gebracht wurde. Die meiste Führungsarbeit verrichtete dann Elliott. In den letzten zehn Runden dieses zweiten Rennsegments ging es aber noch unter Grün an die Box, weil anderenfalls der Sprit nicht gereicht hätte.

Larson war eine Runde vor Elliott an der Box und kam so mit mehr Schwung kurz nach dessen Stopp vorbei. Der Stage-Sieg aber ging an keinen der beiden. Denn Kyle Busch (Gibbs-Toyota) bekam beim Boxenstopp nur zwei statt vier frischer Reifen und wurde daher entsprechend schneller abgefertigt. Busch holte sich den Stage-2-Sieg vor Gibbs-Teamkollege Christopher Bell und Larson.

Wilder Crash von Austin Dillon auf der Ziellinie von Stage 2

Die spektakulärste Szene spielte sich im Kampf um die sechste Position in Stage 2 ab. Austin Dillon ging auf den letzten Metern vor der Sage-Flagge innen an Brad Keselowski (Penske-Ford) vorbei. Beide waren gerade über die Linie als es zur Berührung kam. Dillons Childress-Chevy geriet aus der Kontrolle und schlug heftig in die äußere Streckenbegrenzung ein.

 

Es war ein Missverständnis zwischen den beiden. Keselowski, der ungeschoren davonkam, entschuldigte sich über Funk: "Oh Mann, das wollte ich nicht. Tut mir leid für ihn. Ich wollte ihn nicht abschießen." Der in der Mauer gelandete und auf der Stelle ausgeschiedene Dillon bezahlte die Szene in seiner ohnehin wackeligen Playoff-Situation teuer.

Im TV-Interview bestätigte Dillon, dass es ein Missverständnis war. Er machte Keselowski nur indirekt einen Vorwurf: "Ich wollte einfach so viele Stage-Punkte wie möglich mitnehmen. Als ich vom relativen unebenen Randstreifen wieder weg wollte, dachte ich, er würde mir ein bisschen mehr Raum lassen. Ich dachte einfach, da wäre mehr Platz, aber er hat mich wohl ein bisschen zu lange da unten gehalten."

Larson und Kyle Busch mit nicht perfektem letzten Boxenstopp

Im letzten Rennsegment führte eingangs wieder Kyle Larson, nachdem er von seiner Hendrick-Crew beim Boxenstopp in der Stage-Caution abermals am schnellsten abgefertigt wurde. Larson führte lange, bis es ab 47 Runden vor Schluss zum letzten Routinestopp unter Grün an die Box ging. Larson kam eine Runde später als es perfekt gewesen wäre. Er legte die letzten Meter Richtung Boxencrew stotternd zurück. Man hatte sich beim Spritverbrauch um eine Runde verrechnet.

 

Zwar schaffte es Larson bis zu seiner Crew und ging anschließend mit vollem Tank problemlos wieder auf die Strecke. Dort aber wurde er sofort von Hendrick-Teamkollege William Byron kassiert, der vier Runden früher an der Box gewesen war. Denny Hamlin blieb sogar noch länger als Larson auf der Bahn. Der Gibbs-Pilot hatte keine Probleme mit dem Spritverbrauch und reihte sich knapp hinter Larson für den letzten Stint ein.

Hingegen klappte der letzte Boxenstopp bei Hamlins Gibbs-Teamkollege Kyle Busch nicht optimal. Nach seiner abweichenden Strategie gegen Ende von Stage 2 war Busch auf einem etwas anderen Boxenstopp-Rhythmus unterwegs. Als er 33 Runden vor Schluss zum letzten Mal bei seiner Gibbs-Crew vorfuhr, rutschte er mit seinem Auto zu weit und musste zurückgeschoben werden. Kostbare Sekunden gingen verloren.

Turbulente Schlussphase mit Fotofinish

25 Runden vor Schluss tobte an der Spitze des Feldes ein Vierkampf um den Sieg. Byron führte vor Larson, Hamlin und Kurt Busch (Ganassi-Chevrolet), der in Stage 2 in einen unglücklichen Zwischenfall mit Matt DiBenedetto (Wood-Ford) verwickelt gewesen war und sich von der 20. Position wieder nach vorne hatte kämpfen müssen.

21 Runden vor Schluss wurde Gelb gezeigt. Grund war kein Zwischenfall, sondern leichter Regen. Der verzog sich schnell wieder und so ging es mit noch 14 Runden auf der Uhr in die Schlussphase. Byron entschied sich als Spitzenreiter für die Außenbahn.

Byron kam am besten in die Gänge. Dahinter zog Hamlin an Larson vorbei. Im Mittelfeld aber ging es schief. Ausgangs Turn 4 drehte wurde Joey Logano (Penske-Ford) im dichten Pulk von Martin Truex Jr. (Gibbs-Toyota) umgedreht. Zeitgleich drehten sich auch Christoper Bell sowie Ryan Newman (Roush-Ford).

 

So gab es acht Runden vor dem Ende einen weiteren Anlauf eines Restarts. Byron, der sich abermals für die Außenbahn entschied, führte nun vor Ryan Blaney (Penske-Ford), der aufgrund der Choose-Rule in die erste Reihe nach vorne kam. Und von der eigentlichen schlechteren Innenbahn gelang es Blaney dank eines kräftigen Pushs seines Hintermanns Kyle Busch tatsächlich, Byron die Führung abzunehmen.

Drei Runden vor Schluss lag Blaney weiterhin in Führung. Als Verfolger hatte er nun aber Larson, der an Teamkollege Byron vorbeigekommen war. Byron aber war noch nicht geschlagen. Am Ende der drittletzten Runde ging er in Turn 3 an Larson vorbei und damit wieder auf die zweite Position nach vorn.

Während sich die beiden Hendrick-Teamkollegen gegenseitig aufrieben gelang es Blaney eine kleine Lücke aufzumachen. Die reichte ihm gerade so, um das Rennen mit 0,077 Sekunden vor Byron und 0,132 Sekunden vor Larson zu gewinnen.

 

Hinter den Top 3 kam Kurt Busch als Vierter ins Ziel, gefolgt von Denny Hamlin. Letztgenannter hat damit im Kampf um den Titel des Regular-Season-Champions in allen drei Segmenten Punkte auf Larson eingebüßt. Entschieden ist der Kampf aber trotz 28 Punkten Differenz noch nicht. Und auch der Kampf um das letzte Playoff-Ticket ist noch nicht entschieden.

Wer holt sich in Daytona das letzte Playoff-Ticket?

Das Finale der Regular-Season und damit die Entscheidung um das letzte Playoff-Ticket fällt am kommenden Samstagabend. Auf dem Daytona International Speedway steht das nächtliche Sommerrennen auf dem Plan.

Nachdem Kevin Harvick als unauffälliger 14. im Michigan-Rennen sein Playoff-Ticket fixiert hat, weil es für Ryan Blaney der zweite Saisonsieg (nach Atlanta im Frühjahr) war, hat Tyler Reddick (Childress-Chevrolet) trotz eines späten Drehers und Platz 29 nun von den Punkten her die besten Chancen auf das letzte Playoff-Ticket.

Im teaminternen Childress-Duell geht Reddick mit 25 Punkten Vorsprung auf Austin Dillon nach Daytona, nachdem Dillon infolge des wilden Crashs mit Brad Keselowski (9.) nur auf P36 gewertet wurde. Sicher aber ist es noch lange nicht, dass einer der beiden Childress-Piloten in die Playoffs einziehen wird.

Denn sollte es Samstagnacht in Daytona einen neuen Saisonsieger geben, dann würde derjenige sich im letzten Moment in die Playoffs fahren und nicht nur einer, sondern beide Childress-Piloten würden in die Röhre schauen.

Im Anschluss an das Regular-Season-Finale in Daytona beginnen die Playoffs am darauffolgenden Wochenende (5. September) in Darlington und dauern bis zum 7. November in Phoenix.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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