NASCAR Richmond: Harvick legt direkt nach - Zehn Fahrer sicher in den Playoffs

Nur eine Woche, nachdem er erstmals seit knapp zwei Jahren wieder gewonnen hatte, feiert Kevin Harvick sofort den nächsten Sieg und fixiert sein Playoff-Ticket

NASCAR Richmond: Harvick legt direkt nach - Zehn Fahrer sicher in den Playoffs
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Knapp zwei Jahre lang hatte es in der NASCAR Cup Series relativ wenig Zählbares für Kevin Harvick gegeben. Nun aber, kurz vor Beginn der Playoffs 2022, dreht der Routinier in Diensten von Stewart-Haas Racing plötzlich richtig auf.

Beim Federated Auto Parts 400 auf dem Richmond Raceway feierte Harvick am Sonntag seinen zweiten Sieg innerhalb einer Woche, nachdem sieben Tage zuvor auf dem Michigan International Speedway eine Durststrecke von 65 sieglosen Rennen beendet hatte. Der Richmond-Sieg ist für Harvick der 60. seiner Cup-Karriere. Damit hat er jetzt wieder mit Kyle Busch gleichgezogen.

FOTOS: NASCAR in Richmond

Das Rennen auf dem 0,75-Meilen-Oval in Richmond stand über weite Strecken im Zeichen von Joey Logano (Penske-Ford). In der absoluten Schlussphase aber hatte er gegen Harvick, der sich wieder einmal erst spät ganz vorne zeigte, nichts mehr auszurichten. Letzten Endes verpasste Logano nach 222 Führungsrunden sogar die Top 5. Dank zweier Saisonsiege steht aber auch er schon sicher in den Playoffs.

ERGEBNIS: NASCAR in Richmond

 

Kyle Larson (Hendrick-Chevrolet) startete zum dritten Mal in dieser Saison von der Pole, konnte diese aber nicht in eine Führung am Ende der ersten Runde ummünzen. Denn der von P2 gestartete Ross Chastain (Trackhouse-Chevrolet) übernahm direkt auf den ersten Metern die Spitze.

Indes sorgte der Tyler Reddick (Childress-Chevrolet) - genau wie Chastain zweimaliger Saisonsieger und damit sicher in den Playoffs - für eine frühe Gelbphase. Schon in der dritten Runde legte Reddick einen Dreher hin, aber der war harmlos ohne Einschlag.

Stage-Siege für Ross Chastain und Joey Logano

Chastain fuhr im ersten Rennsegment, das gerade mal 70 Runden umfasste, zunächst auf und davon. In der Schlussphase kam Denny Hamlin (Gibbs-Toyota) noch nah heran, aber nicht mehr vorbei. Der Stage-1-Sieg ging an Chastain vor Hamlin und vor dem von der Pole gestarteten Larson.

Stage 2 begann nach dem ersten Boxenstopp-Durchgang mit Chastain an der Spitze. In der ersten Kurve nach dem Restart gab es direkt hinter ihm eine leichte Berührung zwischen Hamlin und Larson. Joey Logano kassierte beide auf einmal. Und nur eine Runde später zog Logano auch an Chastain vorbei und übernahm die Führung.

 

Eine Gelbphase gab es im zweiten Rennsegment nicht. Der gelbe Penske-Ford von Logano war abgesehen von zwei Boxenstopp-Durchgängen durchweg das führende Auto. Logano holte sich den Stage-2-Sieg vor Larson und vor Hamlin.

Logano führt lange - Kevin Harvick gewinnt

Beim Boxenstopp unter Gelb, der das letzte Rennsegment einläutete, verlor Logano die Führung an Larson. Derweil drehte Chastain im Mittelfeld Kyle Busch (Gibbs-Toyota) um, wobei auch Erik Jones (Petty/GMS-Chevrolet) verwickelt wurde. So gab es direkt wieder Gelb. Busch und Chastain setzten das Rennen fort. Für Jones aber war Feierabend.

 

Beim Restart holte sich Logano die Führung von Larson zurück. Nach einer weiteren kurzen Gelbphase (Dreher von Christopher Bell) verteidigte der Penske-Pilot die Spitze. Als stärkster Gegner kristallisierte sich Kevin Harvick heraus.

Und der Stewart/Haas-Pilot, der vor einer Woche erstmals seit knapp zwei Jahren wieder einen Sieg eingefahren hatte, fand mit nachlassendem Grip der Reifen im vorletzten Stint tatsächlich einen Weg an Logano vorbei.

 

Beim letzten Boxenstopp, der unter Grün eingelegt wurde, behielt Harvick die Führung, aber gewonnen war das Rennen für ihn noch lange nicht. Denn zu Beginn des letzten Stints drehte zunächst Chris Buescher (RFK-Ford) mächtig auf. Er jagte Harvick, schien dabei aber seine Reifen zu überfahren und fiel schließlich doch wieder etwas ab.

Fünf Runden vor Schluss verlor Buescher die zweite Position an den Fahrer, der sich einige Runden zuvor gedreht hatte: Christopher Bell (Gibbs-Toyota). Fortan war Bell derjenige, der Spitzenreiter Harvick jagte. An ihm vorbei kam aber auch er nicht mehr. Im Ziel fehlten ihm 0,441 Sekunden und vielleicht nur eine weitere Runde.

So aber brachte Kevin Harvick seinen zweiten Sieg innerhalb von sieben Tagen unter Dach und Fach. Christopher Bell wurde knapp geschlagener Zweiter, Chris Buescher Dritter. Die Top 5 machten Denny Hamlin und der von P23 ins Rennen gegangene Chase Elliott (Hendrick-Chevrolet) komplett.

Langzeitspitzenreiter Joey Logano blieb "nur" der sechste Platz, nachdem er im letzten Stint nicht mehr nach vorne gekommen war. Martin Truex Jr. (Gibbs-Toyota) belegte P7, was für seine Playoff-Aussichten aber aktuell zu wenig wäre. Aric Almirola (Stewart/Haas-Ford) wurde Achter.

Dahinter fuhr Kyle Busch als Neunter erstmals seit neun Rennen (St. Louis) wieder in die Top 10 und hat damit die diesbezüglich längste Durststrecke seiner gesamten Cup-Karriere beendet. Ryan Blaney rundete die Top 10 ab.

 

Ricky Stenhouse (JTG-Chevrolet) probierte es mit abweichender Strategie, indem er in Stage 2 nur einen statt zwei Boxenstopps unter Grün einlegte. Bei diesem aber verpasste er im ersten Anlauf die Einfahrt zur Boxengasse und kollidierte dabei leicht mit Martin Truex Jr. Im zweiten Anlauf kam Stenhouse zwar herein, war dabei aber zu schnell und kassierte eine Durchfahrtsstrafe. Am Ende steht Platz 22 als Was-Wäre-Wenn-Ergebnis.

Kampf um die Playoffs: Zehn Fahrer haben ihr Ticket schon sicher

Im Kampf um die 16 Playoff-Plätze haben zwei Rennen vor Schluss der Regular-Season nicht nur die nun sieben mehrmaligen Saisonsieger (Chase Elliott, William Byron, Ross Chastain, Denny Hamlin, Joey Logano, Tyler Reddick, Kevin Harvick) ihr Playoff-Ticket sicher. In Reihen der einmaligen Saisonsieger sind über die eingefahrenen Punkte auch Kyle Larson, Kyle Busch und Christopher Bell schon sicher für den Titelkampf qualifiziert.

Am Ende der virtuellen Playoff-Tabelle ist weiterhin Ryan Blaney derjenige, der sich Stand heute ohne Saisonsieg qualifizieren würde. Zwei Gelegenheiten haben seine Konkurrenten, die nach Punkten von Martin Truex Jr. angeführt werden, aber noch. Und: Sollte es einen 16. Saisonsieger geben, der nicht Ryan Blaney heißt, dann wäre Blaney raus.

Das vorletzte Rennen der Regular-Season steigt am kommenden Sonntag (21. August) auf der Naturrennstrecke Watkins Glen. Neben den üblichen Verdächtigen gibt es dort zwei prominente Debütanten: Kimi Räikkönen im dritten Trackhouse-Chevrolet (Startnummer 91) und Mike Rockenfeller im Spire-Chevrolet mit der Startnummer 77.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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