Valentino Rossis sechster Monza-Sieg: "Maximale Attacke!"

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Valentino Rossis sechster Monza-Sieg:
Autor: Gerald Dirnbeck
04.12.2017, 07:10

Valentino Rossi spricht über seinen Rekordsieg bei der Monza-Rallye-Show: Warum er die zweite Zeitstrafe bekommen hat, welche Bedeutung der Erfolg hat und wie viel Spaß er im Auto hat.

Valentino Rossi, Carlo Cassina, Ford Fiesta WRC
Winners Valentino Rossi, Carlo Cassina, Ford Fiesta WRC
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Valentino Rossi, Carlo Cassina, Ford Fiesta WRC
Valentino Rossi
Valentino Rossi, Carlo Cassina, Ford Fiesta WRC
Valentino Rossi, Carlo Cassina, Ford Fiesta WRC
Valentino Rossi, Carlo Cassina, Ford Fiesta WRC
Valentino Rossi
Valentino Rossi, Carlo Cassina, Ford Fiesta WRC
Valentino Rossi, Carlo Cassina, Ford Fiesta WRC
Valentino Rossi, Carlo Cassina, Ford Fiesta WRC

Nach 2006, 2007, 2012, 2015 und 2016 gewann Valentino Rossi zum sechsten Mal die Monza-Rallye-Show in Italien. Damit ist der Motorrad-Superstar der Rekordsieger dieser Veranstaltung. Bisher hielt er gemeinsam mit Dindo Capello bei fünf Triumphen. "Dieser Sieg war ein großer Kampf, denn vier Autos hatten Chancen auf den Sieg", zieht Rossi ein erstes Fazit. "Bis zum Schluss waren wir alle eng beisammen. Ich habe es sehr genossen, weil es am Ende eine Überraschung war."

Bildergalerie: Monza-Rallye-Show 2017

Dabei begann die zweite Etappe für Rossi eigentlich nach Plan. In der 45 Kilometer langen Prüfung stellte er die Bestzeit auf und führte mit einigen Sekunden Vorsprung die Gesamtwertung an. Doch dann kassierte er eine Zeitstrafe von zehn Sekunden, weil sein Ford Fiesta RS WRC um sieben Kilogramm zu leicht war. "Wir haben einen Fehler gemacht", ärgert sich der Italiener, "weil wir das Gewicht der Zusatzscheinwerfer nicht mitberechnet haben. Es war ein dummer Fehler. Deswegen haben wir zehn Strafsekunden bekommen."

Samstagabend wurden die letzten Prüfungen bei Dunkelheit gefahren. Dafür wurden Zusatzscheinwerfer an den Autos angebracht, die für die Prüfungen bei Tageslicht abgebaut wurden. "Es wäre schade gewesen, wenn wir die Rallye wegen dieses Fehlers verloren hätten. Wir hatten am Ende Glück, aber wir verdienen uns den Sieg auch, weil ich sehr schnell war", verweist Rossi auf seinen Speed und seine weitestgehend fehlerfreie Fahrt.

Nach der Zeitstrafe stand er mit dem Rücken zur Wand. Der Sieg schien kaum noch möglich zu sein. Aufgeben wollte der neunmalige Motorrad-Weltmeister aber nicht. "Die vorletzte Prüfung war extrem aufregend, weil wir gesagt haben, dass wir unser Maximum geben. Maximale Attacke! Wir haben alles riskiert und 1,2 Sekunden auf Bonanomi aufgeholt. Wir setzten ihn unter Druck und er machte in der letzten Prüfung einen Fehler. Es war ein großartiger Sieg."

In der anschließenden Masters-Show glückte Bonanomi die Revanche und besiegte Rossi im Halbfinale. Dieser nimmt die knappe Niederlage aber locker: "Es ist schade, dass ich es im Masters nicht ins Finale geschafft habe. Ich war nicht sehr stark, aber es ist okay. Für mich ist die Rallye ohnehin wichtiger. In den vergangenen Jahren kommen immer viele Fans, es ist ein großes Vergnügen für mich. Es ist das Saisonende und eine gute Möglichkeit, mich von allen Fans zu verabschieden."

Der Spaß stand bei dieser Veranstaltung im Vordergrund, aber Racer sind immer Racer. "Wenn du so kämpfen musst", lacht Rossi, "dann gibst du alles und versuchst alle Details hinzubekommen." Vor allem in den drei langen Stages mit mehr als 30 Kilometern war er der schnellste Fahrer. "Es ist für mich nicht einfach, wenn ich von 0 auf 100 in zehn Kilometern starten muss", lautet seine Erklärung dafür. "Ich fühle mich besser, wenn ich mehr Zeit habe. In jeder Runde kann man auch mehr probieren, um jeden Zentimeter der Strecke zu nutzen. Mir gefallen die Grands Prix sehr gut."

Einmal mehr zeigte Rossi, dass er auch auf vier Rädern Talent besitzt. "Aber ich bevorzuge Motorräder", hält er fest. "Das ist meine große Liebe. Aber auch Autorennen machen Spaß. Gewisse Punkte sind recht ähnlich. Im Auto fühlt man sich komfortabel. Ich möchte nicht sagen, dass es einfacher ist, aber man hat ein sichereres Gefühl. Auf dem Motorrad setzt man seinen Körper mehr ein, während man im Auto relaxter ist." Das Feedback von den Reifen und den Grip findet er vergleichbar. "Es ist etwas anders, aber wenn man am Limit fährt, ist das Gefühl sehr ähnlich."

Bei seinem Fiesta WRC handelte es sich um ein Auto Jahrgang 2016. Ein Fahrzeug der neuen, stärkeren und schnelleren WRC-Generation 2017 würde Rossi ebenfalls sehr reizen. "Ich wollte schon in diesem Jahr mit dem 2017er-Auto fahren, aber leider konnten wir das nicht organisieren. Ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr mit dem 2017er-Auto fahren können und vier, fünf gute Autos dabei sind, damit wir einen guten Kampf haben." Das klingt danach, dass Rossi auch im kommenden Jahr bei der Monza-Rallye-Show antreten will.

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