Italienischer Verband stellt sich gegen Road Racing: Aus für Polita und Bonetti bei der TT

Der Italienische Verband gibt keine Lizenzen für Straßenrennen mehr aus. Damit stehen vor allem Alex Polita und Stefano Bonetti vor dem Aus.

Schwere Zeiten für italienische Road-Racer: Der italienische Motorradsport-Verband FMI (Federazione Motociclistica Italiania) vergibt 2018 keine Lizenzen für den Straßenrennsport. Damit ist Leuten wie Alessandro "Alex" Polita und Stefano Bonetti der Start zum Beispiel bei der Isle of Man TT verwehrt.

Bonetti lag letztes Jahr in der Lightweight TT auf seiner Paton auf Podestkurs, als er im Rennen ausfiel. Er gehörte zu den Hoffnungsträgern auf das erste italienische TT-Podest seit Giacomo Agostinis Siegen in der Junior- und Senior-TT 1972.

Polita gab 2016 sein TT-Debüt. Er gewann 2006 den FIM Superstock 1000 Cup im Rahmen der Superbike-Weltmeisterschaft, stand in dieser Klasse in vier vollen Saisons insgesamt 16 Mal auf dem Podest und holte fünf Siege. Auch in der Superbike-Weltmeisterschaft war er unterwegs. Im September 2017 fuhr er beim Bol d'Or sein erstes 24-Stunden-Rennen für das Penz-BMW-Team und stand in Le Castellet auf Anhieb als Zweiter auf dem Podest.

Dieses Jahr wollte Polita nicht nur die Isle of Man TT fahren, sondern auch die International Road Racing Championship (IRRC). Doch Straßenrennen sind für den 33-Jährigen nun dank des italienischen Verbandes vorerst Geschichte.

"Mein Verband hat dieses Jahr eine sehr fragwürdige Entscheidung getroffen – ich bekomme keine Lizenz für keines der Road Racings!" - Alex Polita

"Mein Verband hat dieses Jahr eine sehr fragwürdige Entscheidung getroffen – ich bekomme keine Lizenz für keines der Road Racings", so Polita im Gespräch mit Motorsport.com.

"Ich hoffe aber, dass das nur für dieses Jahr gilt", sagt der Italiener weiter, der auch 2018 im deutschen Penz13-BMW-Team an den Start gehen wollte. "Ich habe letzte Woche mit dem Verband gesprochen. Die haben mir gesagt, dass das dieses Jahr einfach so ist." Er hoffe aber, dass sich für das kommende Jahr 2019 daran etwas ändert.

"Im Moment kann ich aber auch nicht einfach vergessen, was mein Verband 2006, 7, 8 und 9 für mich getan hat", ist der Italiener loyal. "Da haben sie mich in die Superstock-1000- und Superbike-Weltmeisterschaft gebracht und mich gesponsert. Das kann ich nicht einfach vergessen."

"Mir tut es wirklich leid, dass ich dieses Jahr für Penz keine Road-Racings fahren kann", unterstreicht er noch einmal. "Ich hoffe aber, wie gesagt, dass sich etwas ändert und ich nächstes Jahr wieder dabei sein kann. Wir müssen jetzt einfach abwarten und Tee trinken."

Polita, der zusammen mit seiner Freundin Eva stolzer Vater der Tochter Ida ist, will trotzdem 2018 nicht gänzlich vor dem Fernseher sitzen. Derzeit prüft er alle möglichen Schritte und Angebote. Eine Lizenz in einer anderen Nation zu lösen kommt für ihn aber nicht in Frage, da er sich seinem italienischen Verband zu sehr zu dank verpflichtet fühlt.

"Ich werde schauen, was sich jetzt für dieses Jahr so ergibt. Ich würde gern die ganze Endurance-Saison in der EWC-Klasse für Penz fahren, aber das ist noch nicht entschieden."

"Mich haben auch schon viele andere Teams angefragt, was ich dieses Jahr mache, aber ich möchte gern bei Penz bleiben."

Polita wird aber in der italienischen Meisterschaft auf BMW die National Trophy für das Team SB Corse bestreiten.

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Rennserien Straßenrennen
Fahrer Alessandro Polita
Artikelsorte News
Tags isle of man tt, real road racing, road racing, straßenrennen