Peter Hickman über die Gefahren der Isle of Man TT: "Ein kalkuliertes Risiko"

TT-Sieger Peter Hickman spricht über das Risiko auf der Isle of Man, den über 60 Kilometer langen Mountain Course und die neue BMW M1000RR

Peter Hickman über die Gefahren der Isle of Man TT: "Ein kalkuliertes Risiko"
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Nach zwei Jahren Pandemie-bedingter Pause kehrte die Isle of Man TT in diesem Jahr zurück. Peter Hickman wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann alle drei 1.000er-Rennen sowie das Supertwin-Rennen. Mit der neuen BMW M1000RR holte er den Sieg im Superbike-Rennen, dem Superstock-Rennen und der abschließenden Senior-TT. Überschattet wurde das Event durch fünf Todesfälle.

Wie geht Hickman mit dem Risiko um? "Vielleicht muss man ein bisschen verrückt sein, ich weiß es nicht. Ich denke nicht, dass ich verrückt bin, aber Leute sagen mir, ich sei es", grübelt der Brite. "Um ehrlich zu sein: Es ist ein kalkuliertes Risiko. Es ist einfach ein wunderbarer Ort. Es gibt nichts auf der Welt wie die Isle of Man TT."

"Der gesamte Kurs ist fantastisch", schwärmt Hickman vom über 60 Kilometer langen Mountain Course auf der Isle of Man. "Es gibt keinen Abschnitt, der mir nicht gefällt. Es gibt Teile, die technischer und schwieriger sind, und es gibt Abschnitte, die dir Respekt einflößen und dafür sorgen, dass du wirklich sichergehst, höchstkonzentriert zu sein."

Peter Hickman

Peter Hickman auf dem Weg zu einem der vier Siege in diesem Jahr

Foto: BMW Motorrad

"Doch insgesamt ist es einfach eine wunderbare Strecke. Sie bietet etwas von allem, überall. Sie ist lang, es gibt massive Höhenunterschiede, es gibt Bodenwellen, es gibt ebene Abschnitte. Es gibt wirklich alles. Es ist unglaublich, auf dieser Strecke zu fahren", erklärt der BMW-Pilot.

Keine Anpassungsprobleme nach fast drei Jahren Pause

Bereits bei der TT 2019 war Hickman der erfolgreichste Fahrer. In den beiden darauffolgenden Jahren wurde die TT auf Grund der Coronavirus-Pandemie gestrichen. "Es waren insgesamt drei Jahre, in denen keiner von uns hier gefahren ist. Das war eine lange Zeit", bemerkt Hickman.

Peter Hickman

Peter Hickman nutzt die BSB als Training für die Isle of Man TT

Foto: BMW Motorrad

Wie hat er sich für die diesjährige TT vorbereitet? "Ich bin mir nicht ganz sicher, ob man sich auf die Isle of Man TT überhaupt vorbereiten kann. Es ist etwas so Einzigartiges und anderes. Ich fahre ja bereits in der Britischen Superbike-Meisterschaft, also bin ich rennfit."

Doch mit den Sprintrennen in der BSB ist das Roadracing-Saisonhighlight nicht zu vergleichen. "Der Fahrstil hier ist anders als das, was ich normalerweise mache. Dennoch habe ich nicht das Gefühl, dass es notwendig wäre, mich direkt darauf vorzubereiten. Ich denke, das was ich mache, bereitet mich genug vor."

Peter Hickman sieht in der BMW M1000RR noch mehr Potenzial

Vor drei Jahren pilotierte Hickman die damals neue BMW S1000RR um den Mountain Course. In diesem Jahr saß der BMW-Pilot auf der nachgeschärften M1000RR. "Es ist anders, hier mit der BMW M1000RR zu fahren als mit den Bikes der Vorjahre. Es ist definitiv gut zu fahren, es hat mir riesigen Spaß gemacht", berichtet Hickman.

Peter Hickman

Isle of Man TT 2019: Peter Hickman auf der damals neuen BMW S1000RR

Foto: Dave Kneen

"Und ich denke, dass da auch noch mehr drin steckt. Ich bin mit dem Bike schon 2021 in der BSB gefahren. Wir haben die Meisterschaft als Fünfte beendet, haben ein paar Rennen gewonnen, und so verstehe ich das Bike schon sehr gut, was eine gute Ausgangslage für die Isle of Man war", schildert der BMW-Pilot.

"Ich musste jetzt nicht das Bike verstehen, sondern es auf dieser Strecke verstehen. Für mich ist die BMW M1000RR ein Bike, das einfach zu fahren ist. Ich denke, das ist eine ihrer großen Stärken. Denn wenn ein Bike einfach zu fahren ist, kannst du einfacher und schneller das Beste aus ihm herausholen", erklärt er.

BMW jubelt über den Erfolg der M1000RR auf der Isle of Man

Für BMW waren die drei Siege bei der Isle of Man TT eine Genugtuung. "Das ist ein großartiges Ergebnis für uns als Hersteller", kommentiert BMW-Motorradsport-Direktor Marc Bongers.

Marc Bongers

Marc Bongers freut sich über den Erfolg beim größten Roadracing-Event der Welt

Foto: BMW Motorrad

"Es ist schon länger her, dass uns das zuletzt gelungen ist. Es waren auch die ersten Siege für die BMW M1000RR auf der Isle of Man, nachdem die Veranstaltung in den letzten beiden Jahren aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte", so der BMW-Motorradsport-Direktor.

"Die zwei Wochen auf der Isle of Man sind nicht ganz reibungslos verlaufen, doch wir konnten die Probleme, mit Unterstützung aus München, vor Ort lösen und die BMW M1000RR zu ihrer Performance bringen. Peter hat das grandios umgesetzt mit drei Siegen für die Marke, im Superbike-, im Superstock-Rennen und in der Senior TT", lobt Marc Bongers.

Mit Bildmaterial von BMW Motorrad.

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