"Bei Yamaha so nicht erlebt" - Folger-Teamchef lobt BMW-Unterstützung

Jonas Folger erlebt bisher eine durchwachsene WSBK-Debütsaison: Teamchef Michael Galinski lobt trotz der Probleme den werksseitigen Support von BMW

"Bei Yamaha so nicht erlebt" - Folger-Teamchef lobt BMW-Unterstützung

Den Start in die Superbike-WM-Saison 2021 hatte sich BMW-Pilot Jonas Folger sicher anders vorgestellt. Ein Platz in den Top 10 der WM-Wertung war das erklärte Ziel des Deutschen. Folger reist aber nur als WM-18. zum vierten WSBK-Event der laufenden Saison nach Donington. Doch die Hoffnungen sind groß. Folger darf mit dem überarbeiteten BMW-Chassis antreten, das bereits beim privaten Test in Navarra viel Lob erhielt (mehr Infos).

Beim Saisonauftakt in Aragon fuhr Folger im zweiten Hauptrennen bei Mischbedingungen immerhin in die Top 8. Doch bei den folgenden sechs Rennen in Estoril und Misano scheiterte der Bonovo-BMW-Pilot an den Punkterängen. Es folgte ein privater Test auf der neu zum Kalender gekommenen Piste im spanischen Navarra, bei dem BMW eine mit Spannung erwartete Neuerung im Gepäck hatte.

Ein steiferer Rahmen soll Folger helfen, ein besseres Gefühl für seine BMW aufzubauen. In Aragon kämpfte Folger mit dem Kurveneingang und konnte nicht wie gewohnt in die Kurven hineinbremsen. In Estoril klagte der Deutsche über das schlechte Gefühl für die Traktion. Diese Probleme wurden vom zu weichen Rahmen kreiert - so die Hoffnung im Lager von BMW.

BMW verspricht, die Satelliten-Teams nicht im Stich zu lassen

In Estoril sprachen wir BMW auf Folgers Probleme mit der neuen M1000RR an. "Es ist ein Problem, das von der Strecke und von der Abstimmung abhängig ist", erklärt BMW-Motorradsport-Direktor Marc Bongers gegenüber 'Motorsport.com'.

Jonas Folger

Jonas Folger überraschte beim Vorsaison-Test in Barcelona, kämpft seitdem aber mit Problemen

Foto: Motorsport Images

"Jonas war zum Beispiel beim Test in Barcelona weit vorne dabei und sehr zufrieden mit dem Fahrverhalten der Maschine. Andererseits hatte er bereits beim Test in Aragon zu kämpfen und dann später auch beim Renn-Wochenende", erkennt Bongers und bekräftigt, dass die BMW-Kundenteams nicht auf sich allein gestellt sind: "Wir unterstützen die Kollegen sehr stark. Aber natürlich hat jeder Fahrer seine eigenen Vorlieben."

Jonas Folgers Teamchef lobt die Unterstützung von BMW

Michael Galinski, Jonas Folgers Teamchef in der Bonovo-Mannschaft, zeigt sich mit dem Support aus München mehr als zufrieden. Nach vielen Jahren mit Yamaha entschied sich Galinski im Spätherbst 2020 dazu, 2021 mit BMW in der Superbike-WM anzutreten.

Jonas Folger

Starker Zusammenhalt: Das Team rund um Jonas Folger und Teamchef Michael Galinski

Foto: Bonovo Action BMW

"Das BMW-Angebot war das Beste", kommentiert Galinski und betont: "Ich lege Wert darauf, dass wir uns als richtiges Satelliten-Team fühlen. Wir sind kein Kundenteam. Wir haben nicht einfach die Sachen gekauft und sind damit auf uns selbst gestellt."

Volle Transparenz: Alle BMW-Fahrer können alle Daten einsehen

Folgers Team kann bei BMW alle Daten einsehen. "Auf dem Server sind alle Daten abrufbar. Wir können alles von Tom Sykes, Michael van der Mark oder Eugene Laverty sehen. Wir können uns austauschen. Die Leute kommen auch mal rüber zu uns, wenn wir Hilfe benötigen", berichtet Galinski.

"BMW versucht wirklich, Synergien entstehen zu lassen. Das habe ich bei Yamaha nicht ganz so erlebt", stellt Galinski fest. "Die BMW M1000RR war das perfekte Paket für uns, auch von den finanziellen Aspekten her."

Tom Sykes, Jonas Folger

Die Daten von Werkspilot Tom Sykes (66) sind jederzeit abrufbar

Foto: Motorsport Images

Und auch der Sponsor war von der Idee überzeugt, mit Material von BMW in die WSBK-Saison 2021 zu starten. "Bei Jürgen Röder von Bonovo stehen sehr viele historische BMWs im Museum, also richtig alte Maschinen. Das muss man mal gesehen haben. Das ist eine schöne Sammlung. Durch die Vergangenheit ist er BMW-affin", so Folger-Teamchef Galinski.

Jonas Folger: "Es geht nicht von heute auf morgen"

Jonas Folger lobt die Arbeit der BMW-Ingenieure und den Willen der Münchner: "BMW beschäftigt sich intensiv. Sie haben viele Leute und Techniker und Ingenieure vor Ort, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Diese Leute gehen den ganzen Tag die Daten durch und werten sie aus und analysieren sie. Da steckt viel Manpower dahinter."

"Es geht aber natürlich nicht von heute auf morgen. Es kann eine halbe oder sogar eine ganze Saison dauern, bis man große Schritte macht", bremst Folger vor zu großen Erwartungen in der ersten Saison mit der neuen M1000RR.

Jonas Folger

Jonas Folger bittet um Verständnis und zeigt sich geduldig

Foto: Motorsport Images

Bei Yamaha war Folger bereits Testfahrer für das MotoGP-Projekt. Wie lassen sich die beiden Hersteller hinsichtlich der Entwicklung vergleichen? "Meine Testfahrer-Erfahrung war nicht besonders intensiv", gesteht Folger. "Ich habe nicht komplett mitbekommen, was da gemacht wurde."

"Ich musste meine Runden drehen, die Traktionskontrolle einstellen und solche Sachen erledigen. Richtig intensive Testfahrer-Arbeit, wie es bei Honda, Ducati oder KTM der Fall ist, habe ich nie erfahren. Deshalb kann man das nicht vergleichen", stellt Folger klar und fügt hinzu: "Ich konnte ganz wenig davon mitnehmen."

Mit Bildmaterial von BMW Motorrad.

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