BMW enttäuscht in Misano: Die M1000RR gibt den Verantwortlichen Rätsel auf

Die BMW-Piloten landen im Mittelfeld, anstatt ums Podium zu kämpfen: Auch beim dritten WSBK-Event der Saison hat BMW mit der neuen M1000RR zu kämpfen

BMW enttäuscht in Misano: Die M1000RR gibt den Verantwortlichen Rätsel auf

Die M1000RR sollte BMW in diesem Jahr an die Spitze der Superbike-WM bringen. Doch bei den zurückliegenden Wochenenden war BMW nur die vierte Kraft. Kawasaki, Yamaha und Ducati sind für BMW und auch für Honda momentan außer Reichweite.

Für Misano hatte man sich bei BMW einiges ausgerechnet. Vor zwei Jahren fuhr Tom Sykes mit der damals neuen S1000RR erstmals aufs Podium. Mit der M1000RR wollte BMW in diesem Jahr den Anschluss an die WM-Spitze herstellen, doch bisher blieb das neue Superbike der Münchner hinter den Erwartungen zurück. Michael van der Mark wurde im zweiten Rennen Zehnter, Tom Sykes wurde als Zwölfter gewertet.

"Wir waren eindeutig nicht da, wo wir zu sein erwartet hatten", kommentiert BMW-Motorradsport-Direktor Marc Bongers nach dem Wochenende in Italien. "Damit lautet unser Fazit: enttäuschend. Es gelingt uns weder bei Tom noch bei Michael, das Set-up von der einen auf die nächste Strecke zu übertragen. Das können unsere Mitbewerber im Moment klar besser."

Abstimmung der BMW M1000RR bereitet dem Team Probleme

"Es ist uns das ganze Wochenende über nicht gelungen, unseren Fahrern ein Motorrad hinzustellen, mit dem sie konkurrenzfähig sind. Bei Tom hatten wir damit gerechnet, dass er Platz acht holen kann. Wir müssen nun herausfinden, warum er so weit zurückgefallen ist. Michael hatte aufgrund seiner schlechten Startposition erneut keine guten Karten", kommentiert Marc Bongers.

Michael van der Mark, Tom Sykes

Das BMW-Werksduo erlebte ein durchwachsenes Wochenende

Foto: Motorsport Images

"In der Schlussphase des Rennens ist er die Pace der Siebt- oder Achtplatzierten gegangen. Letztlich hat er den zehnten Platz geholt, aber insgesamt war es enttäuschend, weil wir sicherlich mit höheren Erwartungen hierher gekommen sind", bemerkt der BMW-Verantwortliche. "Wir müssen daran arbeiten, dass wir ein Basis-Set-up von der einen auf die andere Strecke übertragen können."

"Vor den nächsten Rennen in Donington Park werden wir noch in Navarra testen und dort intensiv an unseren Hausaufgaben arbeiten", erklärt Marc Bongers, der das Geschehen bei den 24 Stunden mitverfolgte und sich über den dritten Platz seiner BMW-Mannschaft freut: "Glückwunsch an dieser Stelle an das BMW-Langstrecken-Team zu Platz drei in Le Mans - alle Achtung vor den Jungs. Ihr Erfolg hat auch uns hier in Misano ein bisschen den Sonntag gerettet."

Michael van der Mark: "Wir sind einfach zu langsam"

Michael van der Mark hatte für Misano große Pläne, nachdem es zuletzt in Estoril bergauf ging. "Ich denke, dass wir mit diesem Ergebnis nicht wirklich zufrieden sein können", bilanziert der Holländer. "Im Superpole-Rennen am Vormittag habe ich selbst einen Fehler gemacht. Ich bin Kurve eins viel zu schnell angegangen und habe das Bike verloren. Es war schade, denn wir hatten etwas am Motorrad ausprobiert und wussten dann nicht, ob es besser war oder nicht."

Michael van der Mark

BMW-Neuzugang Michael van der Mark erlebt bisher eine schwierige Saison

Foto: Motorsport Images

"Mein Start ins zweite Rennen war nicht so gut. Ich hatte Probleme beim Start und habe dann zwar einige Positionen gutgemacht. Doch leider ist es so, dass wir zwar sehr konstant sein können, aber wir sind einfach zu langsam. Es ist schwierig, aber so ist es momentan eben. Wir werden bald testen und dabei hoffentlich ein paar Lösungen finden", so Van der Mark.

Tom Sykes verpasst im zweiten Lauf die Top 10

Und auch Teamkollege Tom Sykes war in Misano nicht konkurrenzfähig. "Ehrlich gesagt war es ein schwieriger Tag, obwohl wir nach dem Superpole-Rennen eigentlich ein ganz gutes Gefühl hatten. Aber wir haben in einigen Bereichen Defizite und konnten nur unter den Top 7 landen, was für mich nicht akzeptabel ist. Also haben wir für das Hauptrennen etwas mit dem Bike ausprobiert, aber das hat leider nicht geklappt. Zumindest haben wir viele Informationen daraus gewonnen."

Tom Sykes, Alvaro Bautista

Weit weg vom Podium: Tom Sykes kämpfte nur im Mittelfeld

Foto: Motorsport Images

"Es war ein schwieriges Rennen für mich, und wir haben jetzt viel gelernt, also arbeiten wir jetzt weiter. Nach einem weiteren Test geht es zur nächsten Runde nach Donington. Ich glaube, dass wir dort das Paket zusammen haben, um im Rennen kämpfen zu können", schaut Sykes auf sein Heimrennen.

"Wir müssen die kleinen Probleme, die wir haben, in den Griff bekommen. Also hoffen wir auf einen weiteren Schritt nach vorne mit der BMW M1000RR. Vorerst klingt das Wochenende hier in Misano enttäuschend aus, aber wir geben nicht auf und machen weiter", so der Ex-Weltmeister.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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