BMW M1000RR überzeugt beim WSBK-Test: Topspeed-Nachteil ist Geschichte

Mit der S1000RR waren die BMW-Piloten auf den Geraden leichte Beute, doch dieses Problem hat BMW mit der neuen M1000RR offensichtlich aus der Welt geschafft

BMW M1000RR überzeugt beim WSBK-Test: Topspeed-Nachteil ist Geschichte

Der WSBK-Test in Barcelona (zum Testbericht) war für BMW die erste Gelegenheit, um die neue M1000RR zusammen mit der Konkurrenz zu testen und aussagekräftige Erfahrungen zu sammeln. Bei der M1000RR handelt es sich um eine radikalere Version der S1000RR, die 2019 und 2020 in der Superbike-WM eingesetzt wurde. Die 2021er-BMW verfügt im direkten Vergleich über mehr Spitzenleistung und hat dank der Winglets mehr Abtrieb.

In der Praxis soll das dabei helfen, auf den Geraden und am Kurvenausgang Fortschritte zu erzielen. Der Barcelona-Test zeigte, dass dieser Plan offensichtlich aufging. Bei den Topspeeds befand sich BMW auf Augenhöhe zur Konkurrenz. Das war in den beiden vergangenen Jahren nicht der Fall.

"In Sachen Motorperformance und in einigen anderen Bereichen des Bikes haben wir einen großen Schritt nach vorn gemacht", lobt Werkspilot Tom Sykes, der aber auch noch Raum für Verbesserungen sieht: "Ich würde gern noch an der Traktion vom Chassis her arbeiten. Hier schauen wir uns bereits ein paar verschiedene Optionen an."

"Für mich war es gut, zwei weitere Testtage mit dem Bike zu haben. Es ist noch ganz neu, und hier, wo wir gegen unsere Mitbewerber angetreten sind, konnten wir sehen, wo genau wir uns noch verbessern müssen. Deshalb war es ein äußerst nützlicher Test, und ich freue mich, dass wir all die Informationen sammeln konnten, auf denen wir jetzt aufbauen", erklärt Sykes. "Das gesamte Team hat nun ein paar Wochen Zeit, um mit den Daten zu arbeiten, die wir an den vergangenen beiden Tagen zusammengetragen haben."

Michael van der Mark langsamer als Jonas Folger und Tom Sykes

In der Wertung war Jonas Folger mit seiner Kunden-M1000RR der schnellste BMW-Pilot. Knapp hinter dem Deutschen landete Tom Sykes. BMW-Neuzugang Michael van der Mark konnte die Rundenzeiten seiner Markenkollegen nicht mitgehen. Der Holländer sorgte am zweiten Tag für reichlich Schrott, als er mit seiner Werks-BMW abflog.

Michael van der Mark

Michael van der Mark verpasste die Top 10 an beiden Testtagen

Foto: BMW Motorrad

Van der Mark zieht dennoch ein positives Fazit: "Es war klasse, wieder auf die Strecke zu gehen, vor allem mit den anderen Mitbewerbern. Es gibt noch viele Dinge, die wir an diesem Bike ausprobieren und entdecken müssen, vor allem ich. Manchmal ist es nicht einfach, aber wir haben einige positive Dinge am Motorrad gefunden, und es gibt viele Daten."

"Insgesamt hatten wir zwei Testtage fast ohne Probleme, und das ist wirklich wichtig für uns. Denn so konnten wir eine Menge Runden abspulen, um das Bike für den nächsten Test weiter zu verbessern", erklärt der ehemalige Yamaha-Werkspilot.

Zuverlässigkeit der neuen M1000RR sorgt für reibungslosen Ablauf

BMW-Motorradsport-Direktor Marc Bongers zieht nach dem Test ebenfalls ein positives Fazit: "Wir konnten uns an diesen beiden Testtagen durch ein umfangreiches Programm arbeiten und viele verschiedene Dinge und Einstellungen durchprobieren. Das Feedback der Fahrer auf die Weiterentwicklungen, die wir in den vergangenen Wochen und hier beim Test vorgenommen haben, war positiv."

"Es ist immer spannend, mit einem neuen Bike erstmals zusammen mit den Mitbewerbern auf die Strecke zu gehen und zu sehen, wo man im Vergleich steht. Unser Fazit lautet, dass wir mit unserer neuen BMW M1000RR die richtige Richtung eingeschlagen haben, auch wenn wir natürlich noch einiges an Hausaufgaben zu erledigen haben", schildert Bongers.

Marc Bongers

Marc Bongers mit Shaun Muir (Archivbild)

Foto: Motorsport Images

"Das werden wir nun tun und daran arbeiten, das neue Bike in allen Bereichen weiterzuentwickeln und an den individuellen Abstimmungen der Fahrer zu feilen", berichtet der BMW-Verantwortliche. "Wir haben noch Arbeit vor uns", bestätigt Teamchef Shaun Muir.

Aus BMW-Sicht erfreulich war, dass der Test nicht durch technische Defekte beeinflusst wurde. "Keiner unserer beiden Fahrer hatte ein größeres technisches Problem oder sonstige Themen, über die man sich Sorgen machen müsste. Ich denke, die Zuverlässigkeit, die Performance und die Art, wie das gesamte Team eng zusammengearbeitet hat, sind die positiven Aspekte, die wir mitnehmen", so Muir.

"Wir freuen uns, dass wir den Test gut aufgestellt verlassen und freuen uns auf unseren Test in Aragon", bemerkt Muir, der mit seiner Mannschaft auf der Piste in Nordspanien testen wird, bevor die WSBK-Saison 2021 Ende Mai auf der gleichen Strecke beginnt.

Mit Bildmaterial von BMW Motorrad.

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