Ducati: Mehr Seriennähe ist der einzige Weg, wie die WSBK überleben kann

Ducati-Technikdirektor Marco Zambenedetti ärgert sich, wie manche Hersteller das WSBK-Reglement auslegen und fordert bei den Superbikes mehr Seriennähe

Ducati: Mehr Seriennähe ist der einzige Weg, wie die WSBK überleben kann

Mit der Panigale V4R präsentierte Ducati in der WSBK-Saison 2019 das bisher kompromissloseste Superbike der WSBK-Geschichte. Die Italiener nutzten ihr Wissen aus der MotoGP, um mit der V4R ein bereits in der Serie über 230 PS starkes Superbike zu schaffen, das über 16.000 Umdrehungen pro Minute erreicht.

Die V4-Panigale lässt ihre Rivalen in der Serie zumindest auf dem Papier alt aussehen. In der Superbike-WM aber konnte Ducati damit in drei Jahren keine Meisterschaft für sich entscheiden.

Ein Grund dafür könnte sein, dass Ducati sein Superbike für die WSBK deutlich weniger modifiziert als die anderen Hersteller. Zumindest behaupten das die Italiener. "Wir verwenden den Serien-Rahmen. Bei uns kommen viel mehr Serienteile zum Einsatz als bei den anderen Herstellern", kommentiert Ducati-Technikdirektor Marco Zambenedetti im Gespräch mit 'Motorsport.com'.

Ducati Panigale V4R

Die Ducati Panigale V4R ist ohne Zweifel der Exot im Feld der Superbike-WM

Foto: LAT

"Wir müssen uns immer daran erinnern, dass es das Ziel der Superbike-WM, Rennen zu bestreiten, um die Serienmaschinen zu verbessern. Wir sind sehr stolz darauf, viele Serienteile zu verwenden", bemerkt der Italiener und betont: "Unsere Serienmaschine ist ein unglaublich gutes Motorrad."

Ducati "mag die Herangehensweise einiger Hersteller nicht"

Ducati wirbt seit vielen Jahren damit, die Erfahrungen aus der MotoGP und Superbike-WM in die Serie einfließen zu lassen und den Kundenteams im Rennsport aktuelles Werksmaterial bereitzustellen.

"Wir wollen unseren Kunden ein Motorrad bereitstellen, das möglichst nah an dem dran ist, das wir im Rennsport verwenden. Diese Motorräder verkaufen wir unseren Satelliten-Teams. Wir wollen das Niveau unserer Satelliten-Teams verbessern. Gleichzeitig soll unser Motorrad so nah wie es nur geht an der Serienmaschine dran sein", schildert Zambenedetti.

Michael Ruben Rinaldi

Ducati verwendet laut eigenen Aussagen den unmodifizierten Serienrahmen

Foto: Ducati

"Ich mag die Herangehensweise einiger anderer Hersteller nicht, so spezielle Teile einzusetzen, wie modifizierte Rahmen und andere Dinge", zeigt sich der Ducati-Ingenieur kritisch. "Es werden Teile verwendet, die sich stark von der Serie unterscheiden. Das können sie machen. Die Regeln erlauben es. Doch das ist nicht unser Ziel."

Welchen Weg die Superbike-WM in Zukunft einschlagen soll

Zambenedetti wünscht sich mehr Seriennähe in der Superbike-WM. "Diesen Weg einzuschlagen, ist für die Dorna und die Teams die einzige Möglichkeit, die Zukunft der Meisterschaft zu sichern. Andernfalls haben wir nur die von den Herstellern unterstützten Werksteams, die vorne mitfahren können. Die Privatteams würden dann hinterherfahren", ist der Italiener überzeugt.

Jonathan Rea, Axel Bassani

WSBK-Rookie Axel Bassani (47) zeigte mit seiner privaten Ducati starke Rennen

Foto: Motorsport Images

Stolz ist der Ducati-Technikdirektor auf die Erfolge der Kundenteams. "Im vergangenen Jahr sahen wir bei GoEleven und in diesem Jahr bei Motocorsa, dass diese Teams ein Paket haben, mit dem man an der Spitze mitkämpfen kann. Das haben die anderen Hersteller nicht, mit Ausnahme von Yamaha", stellt Zambenedetti fest.

"Honda hat zwei komplett verschiedene Richtungen eingeschlagen, Kawasaki auch. Wir bieten unseren Kundenteams das bestmögliche Paket", betont der Ducati-Technikdirektor.

Mit Bildmaterial von Aruba.it Racing - Ducati.

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