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Erste Reaktion zum Auftakt der Frauen-WM: "Noch ärger als gegen die Jungs"

Auftakt der Frauen-WM im Rahmen der WSBK in Misano: Wie Lucy Michel und Lena Kemmer das erste WorldWCR-Wochenende der Geschichte erlebt haben

Erste Reaktion zum Auftakt der Frauen-WM: "Noch ärger als gegen die Jungs"

Die im Oktober 2023 vorgestellte Frauen-Weltmeisterschaft (WorldWCR) absolvierte am vergangenen Wochenende ihr erstes Rennevent. Die Auftaktveranstaltung in Misano wurde allerdings durch zwei schwere Unfälle am Samstag überschattet (zum Rennbericht von Lauf 1). Die Norwegerin Mia Rusthen zog sich schwere Kopfverletzungen zu und liegt seit Samstag im künstlichen Koma. Beim Neustart stürzte die Südafrikanerin Jessica Howden und musste ins Krankenhaus geflogen werden.

Bei den Teilnehmerinnen sorgten die lange Unterbrechung am Samstag und die Ungewissheit für zusätzliche Anspannung. Bereits im Vorfeld hatten die WorldWCR-Starterinnen viele Verpflichtungen, wie Medientermine und Präsentationen.

Die Österreicherin Lena Kemmer bestätigt, dass der Druck hoch war: "Die meisten waren seit Montagabend oder Dienstag da, weil es so viele Pressetermine gab. Ab Dienstag standen viele Termine auf dem Plan. Es waren so viele Leute da."

"Natürlich ist es super schön und man freut sich, doch andererseits zehrt es alles an den Nerven. Ich glaube, dass es für viele schwierig war. Andererseits erwarte ich, dass es ab dem kommenden Rennen besser wird", berichtet die 20-Jährige im Gespräch mit Motorsport-Total.com

Lena Kemmer

Lena Kemmer hatte am Samstag Pech und zeigte am Sonntag eine starke Aufholjagd

Foto: Pirelli

Aus sportlicher Sicht standen die Siege von Maria Herrera im Fokus. Die 27-jährige Spanierin gewann beide Rennen (zum Rennbericht von Lauf 2) nach starken Zweikämpfen mit Ana Carrasco und Sara Sanchez. Aber auch die deutschsprachigen Teilnehmerinnen setzten sich stark in Szene.

Zwei Mal in den Top 10: Warum Lucy Michel dennoch unzufrieden ist

Lucy Michel machte bereits beim Test vor dem Auftakt auf sich aufmerksam. Das erste Rennen beendete die 19-jährige Deutsche auf Platz neun und am Sonntag kam sie auf dem zehnten Platz ins Ziel. In der Gesamtwertung liegt Lucy Michel nach dem ersten WorldWCR-Wochenende mit 13 Punkten auf der neunten Position.

"Wir sind in beiden Rennen in die Top 10 gefahren", zieht Lucy Michel eine versöhnliche Bilanz. "Es war unser Ziel, in die Top 10 zu fahren. Aber durch den eigenen Ehrgeiz will man natürlich immer weiter vor. Ich weiß, dass mehr möglich gewesen wäre. Deshalb ärgert es mich schon ein bisschen. Wir lernen noch und wollen es beim nächsten Rennen besser machen."

Lucy Michel

Lucy Michel verlässt Misano als Gesamtneunte der Meisterschaft

Foto: Pirelli

Welche Bereiche möchte die junge Sächsin bei den kommenden Events verbessern? "Ich muss noch später bremsen. Zudem suchen wir noch nach dem perfekten Set-up. Das haben wir noch nicht gefunden. Da sehe ich noch Luft nach oben", verrät Lucy Michel.

Beim Start verlor sie einige Positionen, was auf ihre Größe zurückzuführen ist. "Ich verpatze immer mal den Start, weil ich die Bremse nicht erreiche. Dafür bin ich zu klein. Ich habe immer Schwierigkeiten, schnell zu starten. Das ist mein größtes Problem", erklärt sie.

Und wie ist Lucy Michel mit den Verschiebungen am Samstag umgegangen? "Es war sehr nervenaufreibend, weil wir auch eine andere Startzeit hatten. Es war schon ein verrückter Tag, der ein bisschen an den Nerven gezogen hat", kommentiert sie.

Die große Ungewissheit war eine weitere Belastung. "Man ist im Gedanken natürlich dabei. Im Rennen versucht man dann aber, das alles auszublenden. Dann ist man so fokussiert, dass man an nichts anderes mehr denkt", erklärt Lucy Michel.

Startunfall am Samstag: Lena Kemmer erlebt Schrecksekunde

Auch Lena Kemmer, die österreichische Teilnehmerin, erlebte ein turbulentes Wochenende in Misano. Am Samstag kam sie beim dritten Startversuch zu Sturz. Beim Sprint zur ersten Kurve kollidierte sie mit einer Gegnerin und verlor daraufhin die Kontrolle.

"Ich erwischte beim dritten Versuch keinen idealen Start. Den Fehler muss ich auf meine Kappe nehmen. Ich zog zu weit nach links und die Emily Bondi kam nach rechts. Wir haben uns in der Mitte getroffen und ich habe mich verhakt, was zum Sturz führte", beschreibt sie die Szene. "Gott sei dank ist nichts weiter passiert. Startunfälle sind immer gefährlich. Da muss ich die Schuld auf mich nehmen. Es tut mir leid, es war dumm von mir."

Lena Kemmer

Lena Kemmer mit ihrer Yamaha R7 mit der Startnummer 35

Foto: S. Fränzschky

Damit ging sie am Samstag leer aus. Im Rennen am Sonntag musste sich Lena Kemmer nach einer schwachen Startphase zurückkämpfen und kam auf der elften Position ins Ziel. Mit den fünf Punkten für P11 belegt sie aktuell die 13. Position in der Meisterschaft.

"Ich habe die erste Runde selbst versaut", ärgert sich Lena Kemmer. "Ich habe mich in den ersten Kurven schlecht positioniert. Daran muss ich noch bisschen üben. Vom Renntempo her hätte ich mit der Gruppe vor mir mithalten können."

Harte Zweikämpfe: Guter Rennsport am Sonntag

Bei ihrer Aufholjagd musste sich Lena Kemmer gegen eine Reihe von Gegnerinnen durchsetzen. Wie war es, ausschließlich gegen weibliche Teilnehmer zu fahren? "Die Mädels sind schon sehr ehrgeizig, wie man am Samstag gesehen hat. Sie halten stark dagegen", stellt die 20-Jährige fest.

WorldWCR

Die Teilnehmerinnen der WorldWCR erlebten ein anspruchsvolles Wochenende

Foto: Pirelli

"Es ist vermutlich sogar noch ärger als gegen die Jungs", erklärt Lena Kemmer. "Aber es ist wirklich cool, weil man tolle Kämpfe hat. Im Rennen am Sonntag hatte ich viele Überholmanöver, die alle fair waren. Es ist eine super Meisterschaft."

Wie schwierig fiel es ihr, die Situation am Samstag zu meistern? "Es war schon ziemlich herausfordernd, denn ich war in alle Stürze irgendwie involviert. Drei Rennstarts und die lange Pause bis zum Neustart waren echt schwierig", blickt sie auf den ersten Renntag zurück.

"Man muss ausblenden, was der Mia passiert ist. Sie ist direkt vor mir gestürzt. Der Crash sah heftig aus", berichtet Lena Kemmer und fügt hinzu: "Sie war zudem hier im Zelt meine Nachbarin. Vor dem Rennen habe ich mit ihr geredet und ihr viel Glück gewünscht."

"Ich wünsche ich das Beste, habe aber keine Info über ihren Zustand. An so einem Rennwochenende muss man das ausblenden. Auch das, was mir am Start passiert ist, muss man ausblenden", zeigt sich die 20-jährige Österreicherin professionell.

Maria Herrera

Maria Herrera gewann sowohl am Samstag als auch am Sonntag

Foto: Pirelli

Genau wie Lucy Michel konzentriert sich auch Lena Kemmer in diesem Jahr voll und ganz auf die Frauen-WM. "Ich habe einen Vollzeit-Job und opfere meinen ganzen Urlaub für die WM und die Trainings. Es ist mir wichtig, dass ich mich voll darauf konzentrieren kann", so Lena Kemmer.

Fortgesetzt wird die WorldWCR-Debütsaison im Juli beim WSBK-Wochenende in Donington.

Mit Bildmaterial von Pirelli.

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