"Es gab Gespräche" - Neues BMW-Kundenteam in der WSBK-Saison 2024?
BMW-Motorradsport-Direktor Marc Bonger bestätigt, dass es einen Austausch mit Puccetti für eine Zusammenarbeit gibt: Öffnet sich für Philipp Öttl eine neue Tür?
Der sportliche Abstieg von Kawasaki in der Superbike-WM hat voraussichtlich zur Folge, dass das Kundenteam von Manuel Puccetti den Hersteller wechselt. Puccetti feierte mit Kawasaki bereits Siege in der Superbike-WM, doch in diesem Jahr fährt das Team gnadenlos hinterher. Tom Sykes warf nach vier Wochenenden hin. Nachfolger Tito Rabat tut sich ebenfalls schwer, aus eigener Kraft in die Punkte zu fahren.
BMW und Ducati sind für Puccetti aktuell die reizvollsten Alternativen zu Kawasaki. Wir haben exklusiv bei BMW nachgehakt, ob ein Puccetti-BMW-Team für die WSBK 2024 eine realistische Chance hat.
"Es gab Gespräche", erklärt BMW-Motorradsport-Direktor Marc Bongers im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Es ist aber nicht unüblich, dass es zum jetzigen Zeitpunkt einen Austausch gibt mit Teams, die sich für unsere Marke interessieren."
Einigt sich BMW mit Puccetti für die WSBK 2024?
"Vor Manuel Puccetti habe ich viel Respekt. Er hat etwas Tolles aufgebaut", zeigt sich der BMW-Verantwortliche begeistert vom Projekt des Italieners und verrät: "Es wird über die Planung gesprochen, ob es um ein Motorrad oder um zwei geht, welche Kosten entstehen, wie sich das Team aufstellt und welche Crew sich kümmert."
"Wir möchten natürlich sicherstellen, dass wir würdig vertreten werden. Es gibt genügend Beispiele für Teams, die nicht hochwertig und damit nicht repräsentativ für die Marke sind", bemerkt Marc Bongers.

Marc Bongers will sicherstellen, dass die Voraussetzungen stimmen
Foto: WorldSBK.com
Bisher rüstet BMW neben dem eigenen Werksteam auch noch das Bonovo-Team mit Werksmaterial aus. Würde auch Puccetti aktuelle Werks-M1000RR erhalten? "Vom Reglement her sind wir dazu verpflichtet. Diese Regel hat dazu beigetragen, dass die Meisterschaft sehr hochwertig geworden ist", kommentiert Marc Bongers.
"Wenn die Werke sicherstellen, dass die Kundenteams mit dem identischen Material unterwegs sind, dann kann man auch eine hohe Leistungsdichte sicherstellen. Es bringt ja nichts, dass Feld einfach nur aufzufüllen. Das haben alle erkannt, die FIM, die Dorna und auch die Hersteller", erklärt der BMW-Motorradsport-Direktor.
"Garrett (Gerloff), (Axel) Bassani und (Danilo) Petrucci sind schnell", lobt Marc Bongers die Leistungen der Independent-Fahrer von BMW und Ducati. "Bei Honda und Kawasaki ist das ein bisschen anders. Es bringt uns nichts, eine weitere BMW im Feld zu haben, wenn diese das Schlusslicht ist. Das machen wir nicht."
Öffnet sich für Philipp Öttl eine neue Tür?
Offen ist, welcher Fahrer im kommenden Jahr für Puccetti in der Superbike-WM fährt. Würde BMW auf die Wahl Einfluss nehmen? "Natürlich will man als Hersteller wissen, welcher Fahrer das Motorrad pilotieren wird. Es ist aber auch im Interesse von Puccetti, einen guten Fahrer zu verpflichten. Das Team hat vor wenigen Jahren mit Toprak um Siege gekämpft. Sie wollen ein starkes Paket zusammenstellen", so Marc Bonger.

Philipp Öttl weiß noch nicht, ob es für ihn bei GoEleven-Ducati weitergeht
Foto: Team Go Eleven
Mit Philipp Öttl wäre ein deutscher Fahrer verfügbar, der bereits für Puccetti in der Supersport-WM fuhr und einige Erfolge sicherstellte. Doch der deutsche Pass wäre für Öttl kein Vorteil, denn BMW schaut einzig und allein auf die Performance.
"Wir sind ein international agierendes Unternehmen. Es ist egal, wo der Fahrer herkommt", bestätigt Marc Bongers. "Natürlich würden wir es im Sinne der Marke ausnutzen, wenn wir einen deutschen Fahrer hätten. Das machen wir aber mit den anderen Fahrern auch. Es geht in allererster Linie um die Performance. Philipp ist aber ein netter Kerl, der oft schnell ist."
Mit Bildmaterial von Motorsport Images.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.