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Honda RC51: Als HRC Ducati in der Superbike-WM eine Lektion erteilte

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Honda RC51: Als HRC Ducati in der Superbike-WM eine Lektion erteilte
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04.07.2020, 12:07

Nach Jahren der Demütigung wechselte Honda in der WSBK-Saison 2000 zum V2-Konzept und schlug Ducati mit seinen eigenen Waffen: Colin Edwards blickt zurück

Colin Edwards bescherte Honda in der Superbike-WM zwei Titel. In der Saison 2000 setzte sich der US-Amerikaner mit der damals brandneuen Honda VTR1000SP1 (RC51) gegen die Konkurrenz durch. Zwei Jahre später triumphierte Edwards nach einem Herzschlagfinale in Imola gegen Ducati-Pilot Troy Bayliss und wechselte in die MotoGP.

Ende 2002 ging auch die kurze Ära der V2-Superbikes von Honda in der WSBK zu Ende. Nur drei Jahre lang fuhren die Japaner mit der VTR1000 und kopierten damit das Konzept von Ducati. In den 1990ern genoss Ducati dank der Regeln einen Hubraumvorteil von 250 Kubikzentimetern.

1.000er-Twins trafen damals auf 750er-Vierzylinder. Als es immer schwieriger wurde, mit den Vierzylinder-Bikes zu bestehen, entschloss sich Honda zum Bau einer Zweizylinder-Maschine als Reaktion auf die Ducati-Erfolge. Auch Aprilia und Suzuki bauten V2-Superbikes.

Honda schlägt Ducati mit den eigenen Waffen

"Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, sagt man. Und das ist nach wie vor so", bemerkt Colin Edwards, der zusammen mit Aaron Slight das Castrol-Honda-Werksteam bildete. Betrieben wurde das Team von einer Mannschaft aus England. Honda lieferte von Japan aus Unterstützung.

Colin Edwards

V2-Duell: Honda forderte Ducati heraus und setzte sich 2000 und 2002 durch

Foto: Honda

Technisch war die Honda VTR1000SP1 eine rein japanische Angelegenheit. Im Gegensatz zur jetzigen Fireblade verwendete Honda eine Reihe japanischer Komponenten. Die Federelemente kamen von Showa und die Bremsen von Nissin. Im Vergleich zur Serienmaschine wanderten die Kühler von der Seite nach vorn, um die Kühlleistung zu steigern.

Die gut nutzbare Leistung begeisterte Colin Edwards

"Die V2-Maschine fuhr sich wie ein Supersport-Bike", erinnert sich Edwards. "Die Leistung war so einfach nutzbar. Es gab keinen schlagartigen Leistungszuwachs. Man hätte im Schlaf fahren können. Die Maschine war so leicht zu fahren im Vergleich zum Vierzylinder-Bike."

"Ich fuhr für Yamaha, bevor ich zu Honda kam und meinte: 'Lasst uns eine V2-Maschine bauen!'. Als ich zu Honda kam, hatten sie entschieden, es zu machen. Wir waren aufgeregt und hatten im Kopf, wozu Honda beim Motorenbau fähig ist. Sie konnten viel Leistung herausholen und wir waren begeistert", erinnert sich der WSBK-Champion von 2000 und 2002.

Ernüchterung und Hoffnung beim ersten Test

In der Saison 1999 fuhr Edwards noch die legendäre RC45 und wurde Vize-Weltmeister hinter Ducati-Star Carl Fogarty. Parallel zum Rennbetrieb testete Edwards die neue V2-Maschine. "Wir reisten für Tests nach Australien und fuhren auf Phillip Island und in Eastern Creek. Das war im Februar 1999. Es war ein Jahr vor der Präsentation der Maschine. Ich fuhr das V2-Bike zwei Tage auf Phillip Island", schildert er.

Honda VTR1000 RC51

Honda investierte viele Ressourcen, um die RC51 konkurrenzfähig zu machen

Foto: Honda

"Das Motorrad war sehr langsam. Die Maschine entsprach damals der Serie und hatte keine Kit-Teile. Unsere Zeiten waren etwa 0,75 Sekunden langsamer als mit der RC45, obwohl wir auf den Geraden 20 bis 25 km/h langsamer waren. Wir wussten, dass es langsam war, weil es keine Zeit für die Entwicklung gab. Uns war bewusst, dass wir mehr Leistung herausholen können. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir erst damit begonnen, mit den Mappings und Abstimmungen herumzuspielen", erinnert er sich an den Test.

Neben der gut nutzbaren Leistung hatte das V2-Konzept einen weiteren Vorteil. "Die V2-Motoren beanspruchten die Reifen definitiv nicht so stark", erinnert sich Edwards. "Damals gab es bei Michelin sehr viel Entwicklung." Im Gegensatz zu den Einheitsreifen von heute lieferten die Reifenhersteller damals maßgefertigte Reifen. "Jeder verwendete andere Karkassen und Mischungen", so Edwards.

Honda holt in der Debütsaison den WM-Titel

Bereits in der Debütsaison der RC51 holte Honda den Titel. "Das erste Rennen in Südafrika konnte ich gewinnen. Haga und Fogarty kämpften gegen mich. Im zweiten Rennen konnte sich Haga absetzen und viele Sekunden Vorsprung herausfahren", erinnert sich Edwards.

Honda VTR1000 RC51

Colin Edwards kam mit der V2-Honda besser klar als mit der RC45

Foto: Honda

Da Haga nach seinem Sieg im zweiten Rennen auf Grunde einer positiven Dopingprobe disqualifiziert wurde, erklärten die Verantwortlichen Edwards zum Sieger beider Rennen. Ducati erlebte eine schwierige Saison, denn Carl Fogarty musste nach einem schweren Sturz auf Phillip Island seine Karriere beenden. Mit Troy Bayliss hatte Ducati einen würdigen Nachfolger gefunden, doch der Australier stieg erst im Laufe der Saison ein und war deshalb kein WM-Kandidat.

Edwards holte sich souverän den WM-Titel und verwies Yamaha-Pilot Noriyuki Haga und Aprilia-Pilot Troy Corser auf die Plätze zwei und drei. Bayliss war als WM-Sechster bester Ducati-Pilot. Doch im Jahr darauf schlug Bayliss zurück und holte den Titel zurück nach Bologna.

Mit der SP2-Version geht bei Honda die kurze V2-Ära zu Ende

Honda besserte nach und präsentierte die SP2, eine Art Evolution der SP1. "Die SP2 war perfekt, würde ich sagen. Das war ein großartiges Motorrad. Mit der SP1 mussten wir ein bisschen herumspielen. Nicht jedes Rennen war damit richtig gut", vergleicht Edwards, der 2002 mit der SP2 knapp die Meisterschaft gewinnen konnte.

"Honda legte sich stark ins Zeug. Es war ein Werkseinsatz. Bei jedem Rennen waren Mitarbeiter aus Japan vor Ort. Ich würde sagen, dass man nicht mehr hätte machen können. Uns fehlte es an nichts. Es war auch das erste Jahr, indem ich und Valentino Rossi beim 8-Stunden-Rennen von Suzuka fuhren. All das war ein Teil der Entwicklung. Es war ein großes Projekt", erinnert sich Edwards an die Zeit mit der RC51.

Honda VTR1000 RC51

Nahc zwei WM-Titeln wechselte Colin Edwards in die MotoGP

Foto: Honda

"Wir setzten uns in der Superbike-WM durch, besiegten Ducati und das Motorrad war beeindruckend. Doch die 2002er-Maschine war noch besser. Es war eine Weiterentwicklung. Die beiden ersten Jahre fuhren wir mit der SP1. Wir erkannten die Schwächen und erkannten, was wir verbessern können. Das floss ins 2002er-Modell ein", erklärt der Texaner.

Unterm Strich konnte Honda in den drei Jahren mit der V2-Maschine 26 Siege und 30 weitere Podestplätze feiern. Edwards holte 2000 und 2002 die Meisterschaft. Nach der Saison 2002 zog sich Honda aus der Superbike-WM zurück und kehrte erst in diesem Jahr mit einem reinen Werksteam zurück.

Mit Bildmaterial von Honda.

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Urheber Sebastian Fränzschky