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"Jetzt können sie ihr Potenzial zeigen" - WSBK-Champions loben die Frauen-WM

Die Frauen-WM debütiert in Misano im Rahmenprogramm der Superbike-WM: Mit Lucy Michel und Lena Kemmer sind zwei deutschsprachige Teilnehmerinnen dabei

"Jetzt können sie ihr Potenzial zeigen" - WSBK-Champions loben die Frauen-WM

Die neue Frauen-WM (FIM Women's Circuit Racing World Championship - WorldWCR) feiert an diesem Wochenende ihre Premiere. Bei sechs Events fährt die neue Serie im Rahmenprogramm der Superbike-WM. Das Feld umfasst 24 fest eingeschriebene Teilnehmerinnen. Mit Lucy Michel aus Deutschland und Lena Kemmer aus Österreich sind auch zwei deutschsprachige Fahrerinnen sind dabei.

Gefahren wird mit Einheits-Motorrädern von Yamaha. Zum Einsatz kommt die R7, die in Sachen Performance zwischen der Yamaha R3 aus der Supersport-300-WM und der Yamaha R6 aus der Supersport-WM positioniert ist. Der 689 cm³ große Zweizylindermotor der Serienversion leistet 74 PS. Die Rennversion wird dank der Modifikationen etwa 80 PS erreichen.

Es gibt Teilnehmerinnen aus Europa, den USA, Asien, Afrika und Australien. Die älteste Fahrerin ist bereits 42 Jahre alt. Die jüngste Teilnehmerin ist 18 Jahre alt. Mit Ana Carrasco, der Supersport-300-Weltmeisterin der Saison 2018, und Maria Herrera gehen zwei erfahrene Pilotinnen mit WM-Vergangenheit an den Start.

Toprak Razgatlioglu schaut persönlich im WorldWCR-Zelt vorbei

Ex-Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu stattete dem WorldWCR-Zelt im Fahrerlager des Misano World Circuit Marco Simoncelli am Donnerstag einen Besuch ab und erkundigte sich über die neue Serie im Rahmenprogramm der Superbike-WM.

 

Der Türke befürwortet die neue Frauen-WM. "Meiner Meinung nach ist es eine gute Sache", erklärt Razgatlioglu im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Ich kenne viele starke Fahrerinnen. Jetzt können sie ihr Potenzial zeigen, was mich sehr freut."

Toprak Razgatlioglu

Toprak Razgatlioglu schaute in Misano im WorldWCR-Paddock vorbei

Foto: Motorsport Images

"Mir gefällt es besser als der R3-Cup. Es ist ein schönes Zeichen, das hier in die Welt gesendet wird. Ich unterstütze diese Serie", erklärt Razgatlioglu, der im gleichen Atemzug die gute Chancengleichheit lobt: "Bis auf ein paar Sticker sind die Motorräder identisch. Alle verwenden das gleiche Material und auch die gleichen Reifen."

Jonathan Rea: "Für Frauen wird der Sport zugänglicher"

Auch Rekord-Weltmeister Jonathan Rea befürwortet die Frauen-WM. "Es ist eine tolle Sache", bemerkt der sechsmalige Superbike-Weltmeister, der zu Kawasaki-Zeiten regelmäßig die Erfolge von Ana Carrasco in der Supersport-300-WM bejubelte und dabei einen Blick hinter die Kulissen werfen konnte.

Jonathan Rea

Jonathan Rea stellt den WM-Status der WorldWCR nicht in Frage

Foto: Motorsport Images

Rea weiß, dass es für Frauen oft nicht einfach ist, sich gegen die männlichen Rivalen durchzusetzen. "Ana musste damals zu 95 Prozent gegen Jungs fahren. Ich hoffe, dass diese neue Meisterschaft mehr Möglichkeiten für Frauen kreiert", schildert Rea und lobt: "Für Frauen wird der Sport zugänglicher."

Auch wenn die Rennen ausschließlich in Europa stattfinden, sieht Rea keinen Grund, das WM-Prädikat der Serie in Frage zu stellen. "Es gibt viele verschiedene Nationalitäten in dieser Meisterschaft", begründet Rea. "Durch die Einheits-Yamahas ist es sehr ausgeglichen. Es ist eine echte Weltmeisterschaft und keine europäische Serie. Es steht viel auf dem Spiel."

Lucy Michel: Aus dem Erzgebirge in die Weltmeisterschaft

Das Motorrad mit der Startnummer 16 wird von Lucy Michel pilotiert, die bereits beim Test in Cremona auf sich aufmerksam machte. Die 19-Jährige aus dem sächsischen Erlabrunn im Erzgebirge fiebert dem Auftakt in Misano entgegen.

Wie kam sie in die Frauen-WM? "Ich habe mit dem Pocket-Bike angefangen, bin danach Minibike gefahren und landete danach im Junior-Cup. Es folgte der Wechsel in die Supersport-300 und jetzt bestreite ich meine erste Saison im Womens-Cup", erklärt Lucy Michel im Fahrerlager von Misano.

Lucy Michel; Alvaro Bautista

Lucy Michel gewann zusammen mit Alvaro Bautista beim Pre-Event in Misano

Foto: WorldSBK.com

"Wir haben vor dem Test in Cremona bereits ein bisschen mit dem Motorrad trainiert", berichtet Lucy Michel, die aber noch nicht viele Erfahrungen mit der Yamaha R7 sammeln konnte. "Der Tank der R7 ist ziemlich breit, das hat es mir ein bisschen erschwert. Doch umso mehr Runden ich gefahren bin, desto besser wurde es."

Frauen-WM

Das Feld der Frauen-WM umfasst 24 Fixstarterinnen

Foto: WorldSBK.com

Und was nimmt sich die einzige Starterin aus Deutschland vor? "Ich habe mir keine konkreten Erwartungen gesetzt. Ich will nicht Letzte werden (lacht; Anm. d. Red.)", scherzt die 19-Jährige. "Es wird sich zeigen, wo wir stehen. Der erste Test war nicht schlecht. Wenn wir daran anknüpfen können, dann wäre das richtig gut. Ich werde mein Bestes geben!"

Hoffnungsträgerin aus Österreich: Lena Kemmer

Lena Kemmer vertritt Österreich in der WorldWCR. Die 20-Jährige aus der Steiermark stellt sich einer großen Herausforderung. "Vor vier Jahren habe ich im Austrian Junior Cup angefangen und bin dort zwei Jahre lang gefahren. Danach fuhr ich im Women's European Championship. Und in diesem Jahr bin ich in der WM dabei", schildert sie ihren Werdegang.

Lena Kemmer

Lena Kemmer pilotiert die Yamaha R7 mit der Startnummer 35

Foto: S. Fränzschky

"Es ist sehr cool, dass es jetzt etwas gibt", freut sich Lena Kemmer über die neu gegründete Frauen-WM. "Eine Europameisterschaft gab es bereits, doch davon haben nicht viele etwas mitbekommen. Die WM ist eine viel größere Hausnummer."

Lena Kemmer, die mit der Startnummer 35 antreten wird, lobt das Format, mit gleichem Material zu fahren: "Es ist sehr schön, dass wir auf Einheits-Motorrädern fahren. Dadurch ist die Chancengleichheit höher und es ist finanzierbarer. Es haben auch Frauen ohne starken finanziellen Background die Chance, sich zu behaupten."

Fahrerlager der Frauen-WM

Das Fahrerlager der Frauen-WM ist in speziellen Zelten untergebracht

Foto: S. Fränzschky

Über den Sinn und Zweck einer Meisterschaft für Frauen wurde viel diskutiert. "Als Frau hat man einen gewissen Nachteil gegenüber den Männern, weil die Körperstatur anders ist", bemerkt Lena Kemmer. "Durch intensives Training kann man einen Teil davon kompensieren. Als Frau muss man mehr dafür machen, was kein Problem ist, wenn man dafür lebt. Dann macht man das gerne."

Und was sagt die Österreicherin über die Yamaha R7, mit der in der Frauen-WM gefahren wird? "Wenn alle das gleiche Material verwenden, dann ist es egal, auf welchem Motorrad man sitzt", beginnt sie. "Für die ersten Jahre ist es aber sehr sinnvoll, mit der R7 zu fahren, weil viele Teilnehmerinnen auch aus der Supersport-300-Klasse kommen."

Yamaha R7

Alle Motorräder sind einheitlich lackiert und absolut identisch

Foto: S. Fränzschky

"Die R7 ist ein gutes Mittelmaß zwischen der 300er und der Supersport-Maschine", stellt Lena Kemmer fest und fügt hinzu: "Vielleicht wird der Cup in Zukunft markenoffen gestaltet oder man wechselt zum Supersport-Format."

Was nimmt sich Lena Kemmer für die erste Saison in der WM vor? "Ich kann es noch nicht so richtig einschätzen, weil ich erst das vierte Jahr fahre. Im Vergleich zum Großteil des Feldes habe ich weniger Erfahrung", grübelt sie. "Wir sind hier, um zu lernen. Die Top 10 wären super, aber ich weiß nicht, ob das möglich ist. Über die Saison möchten wir uns bestmöglich steigern. Dafür werde ich alles geben."

Die Rennen der Frauen-WM werden kostenlos auf YouTube übertragen.

Die Starterliste der Frauen-WM:

#4 - Emily Bondi (Frankreich)

#5 - Silfa Krystal (Dominikanische Republik)

#6 - Maria Herrera (Sanien)

#8 - Tayla Relph (Australien)

#10 - Ran Yockay (Israel)

#14 - Mallory Dobbs (USA)

#16 - Lucy Michel (Deutschland)

#19 - Adela Ourednickova (Tschechien)

#21 - Nicole van Aswegen (Südafrika)

#22 - Ana Carrasco (Spanien)

#28 - Ornella Ongaro (Frankreich)

#29 - Mia Rusthen (Norwegen)

#33 - Chun Mei Liu (Taiwan)

#34 - Alyssia Whitmore (Großbritannien)

#35 - Lena Kemmer (Österreich)

#36 - Beatriz Neila (Spanien)

#44 - Luna Hirano (Japan)

#46 - Pakita Ruiz (Spanien)

#52 - Jessica Howden (Südafrika)

#53 - Iryna Nadieieva (Ukraine)

#64 - Sara Sanchez (Spanien)

#77 - Andrea Sibaja (Spanien)

#83 - Astrid Madriga (Mexiko)

#94 - Beatrice Barbera (Italien)

#96 - Roberta Ponziani (Italien)

#99 - Isis Carreno (Chile)

Der Kalender der Frauen-WM:

14. - 16. Juni: Misano (Italien)

12. - 14. Juli: Donington (Großbritannien)

9. - 11. August: Portimao (Portugal)

20. - 22. September: Cremona (Italien)

11. - 13. Oktober: Estoril (Portugal)

18. - 20. Oktober: Jerez (Spanien)

Mit Bildmaterial von WorldSBK.com.

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